Erfahrungen mit Fremdsperma

Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Louisa1998 on 28 Nov 2016, 00:31

Die Frage ist ja echt sehr seltsam. Willst du mit deinem Partner zusammen bleiben? Dann probiere es doch erstmal mit ihm. Was man alles für Krankheiten kriegen kann, du solltet nicht so viel schwarz malen, wenn du ein Kind willst, die Natur regelt auch Vieles zum Positiven und dein Mann hat keine bestimmte Krankheit, die für ein Kind lebensbedrohlich wäre. Bei einem fremden Samenspender weißt du doch gar nichts darüber, welche Erbkrankheiten der vielleicht hat. Samenspende ist was für Frauen, die keinen Partner haben und Kinder wollen. Oder für Paare, die das gemeinsam entscheiden, da müsste dein Freund ja mitreden. Oder willst du heimlich eine Samenspende haben und ihm dann sagen, es sei sein Kind? Das wäre ja ein Ding und ich glaube auch nicht, dass du in Deutschland einen Arzt findest, der das macht.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby tilda on 28 Nov 2016, 00:34

Aus meiner Sicht wäre eine Fremd Insemination nur dann vertretbar, wenn dein Partner von der Unfruchtbarkeit abgesehen, komplett Gesund und Belastbar wäre und die sexuelle Komponente in der Beziehung stimmt. Ich sehe erhebliche negative Faktoren (früh Witwe, wünsch dir das nicht). Vom alter her ist eine Neuorientierung für dich möglich. Eine möglichst faire Trennung sollte wegen Inkompatibilität in Erwägung gezogen werden. Ich finde es großen Mist dass ich so einen Ratschlag geben muss, aber du bist es dir selbst verpflichtet über deine Wünsche und ihre Folgen gründlich nachzudenken. Für meine Frau habe ich auf Kinder verzichtet, solange die ehe gut lief habe ich es keine Minute bereut. Jetzt stehe ich vor den Trümmern derselben. Im Nachhinein hätte ich vielleicht gehen müssen, ich konnte es nicht, die Liebe war sehr stark. Deine Vorboten sind ungünstig, bedenke auch wie im Falle einer Trennung dein Partner in einer möglichen Krise abgefangen werden kann. Zu der körperlichen schwäche kann eine seelische dazukommen.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby omega on 28 Nov 2016, 00:39

Hallo!
Wir sind gerade auch mit dem Thema beschäftigt. Mein Mann kann keine Kinder mehr zeugen. Dennoch habe ich den großen Wunsch mit ihm eine kleine Familie zu gründen. Auf der Suche nach einer Lösung sind wir auf private Samenspender gestoßen. Aber mich macht die ganze Sache ganz schön fertig. Seit Monaten denke ich drüber nach. Male mir aus wie es ist, wie mein Mann damit umgeht, errechne den Eisrung um die größte Wahrscheinlichkeit zutreffen. Mein Mann ist mir dabei leider nicht die Unterstüzung die ich mir wünschte. Er ist da total gelassen. Zudem sagt er immer wieder er bäuchte kein Kind, er weiß was das für Arbeit ist und wie schön unser Leben doch jetzt sei und ob er dies aufgeben möchte wisse er nicht. Er würde meinen Wunsch mit tragen, weil er mich liebt. Jetzt habe ich so viele Gedanken, denn ein Kind zuhaben ist wirklich mein größter Wunsch, dennoch weiß ich, dass ich ihm damit sein jetztiges Leben nehme. Dann ist da noch die Sache mit dem Spender, hatten jemanden der uns zusagte gefunden und alles ausgemacht, der Termin stand, doch niemand kam. Darauf hin überlegten wir es doch mit jemandem aus unserem Bekanntenkreis zuversuchen. Jetzt kommt der Haken, der jenige weiß nichts davon. Er bleibt öfters mal übernacht, so dachten wir die perfekte Gelegenheit...
Aber kann ich das wirklich tun? Mit absicht Schwanger werden und es nachher bei ihm als Unfall darstellen? Oder ihm überhaupt was erzählen? Fragen über Fragen... weiß nicht wo manchesmal mein Kopf steht und Mein Mann sagt: Das wird schon, einfach abwarten.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Maria Waldfogel on 28 Nov 2016, 00:45

Wir starten unseren nächsten IUI Versuch jetzt mit Fremdsperma. Ich sehe es anders. Dieser Mann hilft mir und meinem Mann dass wir gemeinsam ein Kind grossziehen können. Da der Weg des Fremspermas nur ging, weil mein Mann bei den Samenbankanträgen unterschrieben hat und somit schon auf Papier festgelegt wurde er ist der Vater. Das ist jedenfalls unser Kind. Deswegen weil es ohne ihn nie enstanden worden ist. Da wir verheiratet sind, keinen Notarvertrag von unserer Kinderwunschklinik brauchen, werden mein Mann und ich persönlich einen unterschreiben. So das wirklich festgelegt wird, egal was passiert er für den Unterhalt zuständig ist und dass er die Vaterschaft bei einer Scheidung nicht anzweifeln kann. Mich macht es persönlich ab und zu noch traurig, wenn meinen Mann ansehe und weiss wir werden nie genetische gemeinsame Kinder bekommen. Aber dann ruf ich mir ins Gedächtnis, dass wir 6 Versuche versucht haben, 6 Jahre ingesamt jetzt geübt haben und es halt einfach nicht geht. Aber mein Mann freut sich sehr darauf und ich denke, wir werden gemeinsam in die Situation reinwachsen wenn es soweit ist. Bei der Spenderwahl achten die Samenbanken darauf, dass der Spender Ähnlichkeiten mit deinem Mann hat. Deswegen kann es auch bis zu einem halben Jahr dauern, bis der richtige Spender gefunden worden ist.
Wir konnten bei der Samenbank folgende Angaben nur unsere Seite: Blutgruppe: Wenn man das angibt, bekommt das Kind darüber nicht raus, dass es ein Spenderkind ist, auf der anderen Seite kann dies ein Grund sein, das man ein wenig länger auf einen Spender warten muss. Wir haben es nicht angegeben. Deswegen, weil ich einer Aufklärung gegenüber dem Kind nicht zu verschlossen bin. Grösse, Augenfarbe, Gewicht, Haarfarbe, Nationaliät, Intressen. Ein Bild von beiden Elternteilen kann man auch beifügen. Personalausweis ist ehe Pflicht, also lohnt es nicht zu schummeln wie man aussieht.
Zum Spender kann man nur Bemerkungen machen, was man unbedingt haben möchte. Bei uns waren es blaue Augen und Nationalität Deutsch. Deswegen weil wir auch alle beide blauen Augen haben und auch Nationalität Deutsch sind. Alles andere haben wir gesagt ist egal. Wir hatten dann auch innerhalb von 2 Wochen den passenden Spender. Die Grundkosten schlagen erst mal noch heftig rein. Klar muss euch nur sein das ihr komplette Selbstzahler seit.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby eva2Abel on 28 Nov 2016, 00:48

Also wir hatten bisher trotz perfekten Bedingungen leider keinen Erfolg (5 Versuche).
Wir sehen das eher alles aus etwas rationalerer Sicht. Seit wir wissen, dass mein Freund keine Spermien produziert, haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, die auch finanziell verträglich ist, denn wer auf Fremdsperma angewiesen ist, muss ja alles selbst zahlen. Die IUI ist das einzige, was wir uns wirklich ohne Kredit leisten können. Alle anderen Möglichkeiten gehen ja gleich in die Tausende Euro pro Versuch. Gleichzeitig ist es meinem Freund egal, dass er nicht der biologische Vater ist, solange er nur die Schwangerschaft miterleben darf. Natürlich denken wir auch über die anderen Möglichkeiten nach, aber ein Blick auf unsere finanzielle Situation macht uns immer wieder sofort klar, dass wir am Ende vielleicht ein Baby haben, aber dann nicht einmal mehr die Kinderzimmereinrichtung zahlen können. Wir machen nach dem nächsten Versuch eine Pause, weil wir nach den vielen Fehlversuchen einfach psychisch am Ende sind und den Kopf freikriegen wollen. Aber danach werden wir wahrscheinlich nochmal eine IUI Reihe starten. Letztlich sehen wir es nicht ein, alles Geld nur in ein mögliches Baby zu investieren. Es gibt auch ein Leben neben dem Kinderwunsch.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby kühn on 28 Nov 2016, 00:50

Es ist natürlich eine sehr romantische, schöne Vorstellung, dass man genetisches, gemeinsames Kind bekommt. Ich bin heute IUI+2 mit einer Samenspende! Für uns gab es nur diese eine Möglichkeit, Eltern zu werden, wenn wenigstens einer genetisch ein Elternteil ist. Mein Mann würde es als sein Kind ansehen... Schließlich gibt es einen Unterschied zwischen sozialen und genetischen Vater. Jetzt heißt es für uns noch knapp 2 Wochen auf den Bluttest warten... Ansonsten starten wir gleich in den nächsten Versuch. Hat euer Doc das Thema schon angeschnitten?
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Bibolina on 28 Nov 2016, 19:33

Es ist natürlich eine sehr romantische, schöne Vorstellung, dass man genetisches, gemeinsames Kind bekommt. Das ist klar. Aber was soll man machen, wenn die Natur einem einen Strich durch die Rechnung macht? Und die Argumentation mit dem Geld halt ich für absolut angebracht. Es gibt auch ein Leben nach dem Kinderwunsch und es kann doch nicht Sinn und Zweck der Sache sein, sich komplett finanziell zu ruinieren, um dann übertrieben gesagt, hungernd mit einem Baby im Arm zu sein. Und weil das Baby nicht die DNS vom Vater trägt, ist er doch trotzdem noch der Vater. Da spielt auch viel der Kopf mit. Wieviele Mütter gehen mit Kindern in eine zweite Ehe, Beziehung und er zieht die Kinder groß, als ob es seine eigenen wären? Ich finde, es spielt wie gesagt viel viel Kopf und Moral mit.
Also wir haben unsere erste IUI hinter uns (weiß nicht obs geklappt hat, denk eher nicht) und wenn die 8 Versuche rum sind, machen wir uns einen schönen Urlaub und fahren in die Storkklinik. Dort kostet eine Insemination 600 eur, mit Fahrt und Hotel sind wir auch bei 1.500 bis 2.000 eur aber so haben wir noch einen schönen Urlaub dabei.
Ich glaub ganz fest dran, dass wenn erstmal das erste Baby da ist und diese ganze Angst abfällt niemals ein Kind haben zu können, ich irgendwann von ganz alleine schwanger werde. Und mein Mann hat auch überhaupt keine Probleme damit. Dann wären es halt eben nicht seine Gene. Na und? Wenn ich nicht könnte und er fit wäre, würden wir über eine Leihmutterschaft im Ausland nachdenken...ich find das alles nicht so tragisch.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby trixis on 28 Nov 2016, 19:35

Ich hab das Thema bei meinem Mann heute noch mal angeschnitten und ich hab gemerkt, dass er noch nicht im Reinen damit ist. Liegt daran, dass es bei uns nicht komplett mit einer ICSI hoffnungslos ist. Haben erst einen Versuch + eine IUI gehabt aber ich bin seelisch echt nicht in der Verfassung für einen neuen Versuch, das es mir irgendwie einfach erscheint andere Varianten in Betracht zu ziehen. Ist vielleicht egoistisch von mir, aber was bringt es mir wenn ich mich verliere nur um das gemeinschaftliche Kind zu bekommen. Mir ist es nicht so wichtig das es genetisch unseres ist, ich möchte halt ne Schwangerschaft von Anfang an erleben, mit positivem Test, Übelkeit am Morgen, Klamotten die nicht mehr passen, die Geburt, einfach alles. Und das wünsche ich meinem Mann auch.
Da ich jetzt auch schon seit über nem halben Jahr nicht in Behandlung war, hab ich das Thema in unserer KiWU noch nihct angesprochen. Denke die werden mir auch raten erst alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen. War dein Mann sofort von der Idee begeistert? Ist wahrscheinlich was anderes wenn mann sonst keine Hoffnung mehr hat.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Windchen210 on 28 Nov 2016, 21:17

Mein Mann und ich versuchen schon seit längerem schwanger zu werden, waren auch in der KiWuZentrum aber das Ende war dann als uns nach 2 Versuchen gesagt wurde, dass unsere einzige Möglichkeit nur noch eine Samenspende wäre, ist für uns die Welt zusammengebrochen. Wir waren am Ende und haben nicht gewusst, wie wir mit der Situation fertig werden sollen.
Für mein Mann kam das nicht in Frage, eine Samenspende von einem anderen, weil er sich nicht vorstellen könnte, ob er Gefühle für das Kind entwickelt könnte, ob er es lieben könnte wie sein eigenes. Was meint Ihr? kennt Ihr so eine Situation und könnt mir eure Erfahrungen mitteilen.
Ging es euch vielleicht genauso?
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby naDin on 28 Nov 2016, 21:28

Hallo,
also, vor einigen Jahren hatte ich mir mit meinem Expartner ein Kind gewünscht, aber es war ohne Spendersamer nicht möglich. Ich hab mich irgendwann damit arrangiert. Ich war dankbar, dass es die Möglichkeit gibt, ein Kind zu bekommen und somit zusammen all das zu erleben. Das war mein Wunsch – ein Mal in meinem Leben unser Kind in mir zu spüren. Ich hätte aber auch eine Adoption gut gefunden. Doch für meinen Partner war das zu viel, obwohl er alle Zeit der Welt hatte, sich klar zu werden, was er will. Er hatte ein Gefühlschaos schlechthin. Mal meinte er, er könnte damit leben, dass unser Kind leiblich nur mein Kind wär. Dann gab es Tage, wo er kein Kind mehr wollte, da er Angst hatte (was ist, wenn jemand sagt "ganz der Vater" oder ähnliches). Außerdem hatte er Angst, dass das Kind ihn immer daran erinnern würde, dass er keine Kinder zeugen kann. Und ob er es lieben könnte, war ihm auch ein Rätsel. Das war echt eine schlimme Zeit - für uns beide.
Wir haben irgendwann mit einer Paartherapie angefangen. Heute weiß ich, dass es dafür schon zu spät war. Er wollte irgendwann gar keine Kinder mehr - dann hätten sich all seine Probleme auf einen Schlag erledigt. Dann lieber seinen Kiwu begraben und gut ist, so seine Meinung. Er hat sich natürlich auch ganz schrecklich in seiner Männlichkeit gekränkt gefühlt durch die Kiwu-Geschichte und konnte damit irgendwie nicht leben. Das kann ich auch verstehen.
Für mich eine schreckliche Situation. Ich war noch ziemlich jung und wollte eigentlich nicht schon so früh in meinem Leben entscheiden müssen, keine Kinder zu bekommen. Da ich ihn aber liebte, begrub ich meinen Kiwu. Doch 2 Jahre später merkte ich, dass das nicht möglich ist. Zu dem Zeitpunkt hat er aber schon längst mit Psychospielchen angefangen, um mich von ihm wegzutreiben. Er sagte ständig, dass ich mir einen anderen Mann suchen sollte, damit ich Kinder bekommen kann. Und das, obwohl ich nie wieder über meinen Kiwu gesprochen habe. Und einige verletzende Worte seinerseits später, hat es letztendlich dazu geführt, was unausweichlich war irgendwann: die einvernehmliche Trennung.
Heute bin ich überglücklich, verheiratet (mit einem anderen Mann) und habe durch die 4. IUI unsere Tochter bekommen. Hätte ich das nicht erleben können, hätte ich definitiv etwas verpasst in meinem Leben. Ich bin absolut für Spendersamen/Eizellspende und finde es toll, dass es diese Möglichkeit gibt. Genetik spielt keine Rolle - das glaube ich. Sondern lediglich das Gefühl!
Alles Liebe
naDin
 
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