Erfahrungen mit Fremdsperma

Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Fuchs on 28 Nov 2016, 21:31

Die Frage hatte ich hier auch schonmal gestellt und da haben sich 2 Mädels gemeldet. Mir hat eine Frau ihre positive Meinung geschrieben. Sie haben wohl 3 Kinder vom selben Spender, d.h. zumindest die Geschwister sind verwandt, das fand ich wunderschön. Ich an Deiner Stelle würde erst eine Paar-Beratung machen, um das Thema mal für Euch klarzukriegen. Ist die Frage, ob man sonst Alternativen hat (Adoption). Aber wenn man als Frau - wenn irgendwie möglich - ein Kind austragen möchte, dann ist eine Spende sicher ein guter Weg. Mein Mann hätte sich dann schlußendlich doch darauf eingelassen. Wie durch ein Wunder bin ich nach etlichen erfolglosen Versuchen nun ss...An Eurer Stelle würde ich auch nochmal eine zweite Meinung einholen, uns wurde nämlich in der 1. KiWu auch schon fast zur Spende geraten und in der zweiten hieß es, dass dadurch unser eventuelles Problem nicht gelöst würde... Eine zweite Meinung schadet nicht.
Ich wünsche Euch alles Gute bei der Entscheidung!
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby sofi_e on 28 Nov 2016, 21:33

Ich kann dir zwar auch nicht direkt was zur Sammenspende sagen, aber ich bin gerade nach einer Eizellspende in Kiew (Ukraine) schwanger. Ich muss sagen, ich denke so gut wie gar nicht daran und die Kinder (es werden Zwillinge) sind halt meins und weder ich noch mein Mann wir haben keine Probleme damit. Ganz im Gegenteil, bin ich der Spenderin unendlich dankbar, dass sie mir meinen Traum erfüllen konnte... Vielleicht ist es bei einer Frau auch anders, schliesslich tragen wir das Kind aus und sind ganz von Anfang an die Mutter. Aber, der Spender ist unbekannt, man hat keinen Bezug zu der Person und wenn man sich wirklich ein Kind wünscht, ist das schon eine gute Alternative. Meiner Meinung nach...Die Frage, die ich mir gestellt habe damals, war, ob ich auch ein adoptiertes Kind lieben konnte. Weil dann ist das Kind von ganz anderen Eltern. Meine Antwort war natürlich ja... Und dann kam auch die Entscheidung, wenn ich ein adoptiertes Kind lieben könnte, dann wieso nicht ein Kind, dass ein Teil von meinem Mann ist und ich es ausgetragen habe. Ich fühle mich ganz glücklich mit der Entscheidung ;)
Liebe Grüsse
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Nala on 28 Nov 2016, 21:40

Meine Freundin und ihr Mann sind seit 10 Jahren verheiratet, 8 Versuche mit ICSI alle ergebnislos. Sie hatte massive Verletzungen bei der Punktion. Ein Jahr später wurde sie schwanger in einem Auftauzyklus (29 Embryos, 3 haben das auftauen nur überlebt). Aber leider FG in der 9 SSW.
Da die Spermien ihres Mannes stark eingeschränkt sind, hat sie Angst, dass es wieder nicht klappt. Jetzt denkt sie über eine Samenspende nach. Adoption oder Pflegekind kommt für sie nicht in Frage. Ihr Mann will keinen Samenspender, weil es für Männer sehr wichtig und peinlich ist. Vielleicht für alle. Es gibt sicherlich viele Moralapostel hier aber nach 15 Jahren Kinderwunsch? So vielen Schmerzen und Enttäuschungen? Aber sie möchte ihren Mann nicht verlassen. Diesen Monat hat sie es schon probiert und hofft schwanger zu sein.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Lisa_vogt on 28 Nov 2016, 21:42

Hallo! Mit Samenspende hab ich zwar keine Erfahrung, aber wenn dieser Versuch jetzt wieder nichts wird werd ich wohl zur Eizellspende greifen, was ja an sich ja ähnlich ist (nur einfacher). Die biologische Mutter (bzw. bei euch dann der Vater) ist nicht bekannt und spielt absolut keine Rolle im Leben des Kindes und in eurem dann auch nicht mehr. Es ist ja was anderes, als wenn das Kind durch nen Seitensprung entstanden wär. Oder es das Kind aus ner früheren Beziehung wär. Ich glaube sogar dass es für die Beziehung schwieriger sein kann wenn immer der Kinderwunsch besteht (und wegen ihm) aber nicht verwirklicht werden kann. Schwieriges Thema jedenfalls.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Fuchs on 28 Nov 2016, 21:48

Vor 4 Jahren haben wir in der KiWu erfahren, dass mein Mann kein Sperma produziert...ohne Spende würde also nix laufen. Mein mann war erstmal auch dagegen, es wäre ja nicht sein Kind etc...vier Jahre später und nach der Geburt meiner bzw. unserer Nichte sieht er die Sache anders.
Gestern war ich zu meiner ersten IUI mit Spendersamen. Also wenn man wirklich ein Kind will denke ich, es ist eine gute Lösung und er wäre ja der Vater nur biologisch halt nicht aber aus Erfahrung kann ich sagen, früher oder später überwiegt der Kinderwunsch..
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby majorka4 on 28 Nov 2016, 21:50

Wie wäre es denn umgekehrt mit einer Eizellenspende (ich weiß, bei uns illegal, warum auch immer)? Würde das denn Frauen leicht fallen, das Kind als eigenes anzunehmen? Wäre ich in der Situation des Mannes, würde sich für mich das ganze folgendermaßen darstellen. Ich könnte das sehr wohl akzeptieren, aber nur unter der Voraussetzung, dass ich wirklich zeugungsunfähig wäre. Aber nur schweren Herzens, weil die Realität nunmal so wäre. Das Kind würde ich dann natürlich als mein eigenes annehmen. Ist es ja (zumindest rechtlich gesehen) auch. Ich hätte eine unterschwellige Angst, dass die Mutter vielleicht so handelt (das muss nicht immer bewusst so sein, oft ist es vielleicht ganz unbewusst), als hätte sie, aufgrund ihrer genetischen Verwandtschaft mit dem Kind eine engere Beziehung zu ihm und ich würde dann gewissermaßen zur Elternschaft 2. Klasse verdammt. Diese Ängste müsste mir die Mutter dann aktiv nehmen. Dies gilt insbesondere auch für den Fall des Scheiterns der Ehe. Gerade dann zeigen sich ja Menschen oft von ihrer eher unangenehmen Seite. Die Frau müsste in ihren Handlungen also äußerst reflektiert sein, damit ich mich mit so einem Vorgehen wohlfühlen könnte.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Pika4u on 28 Nov 2016, 21:53

Produziert dein Partner gar keine lebensfähigen Spermien? Ihr wisst schon, dass diese direkt aus den Hoden entnommen werden können? Dann ist es auch genetisch euer gemeinsames Kind.
Habt ihr alle Beratungsmöglichkeiten schon in Anspruch genommen? Arzt? Kinderwunschklinik? Adoption: eine Frage der Gerechtigkeit; dann ist es genetisch mit euch beiden nicht verwandt. Aber der Frau wird dadurch das Erlebnis der Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit genommen. Zudem ist die Adoption junger, gesunder Säuglinge in Deutschland sehr schwierig. In meinem Bekanntenkreis gibt es aber vier Adoptivkinder (und 2 Pflegekinder), unmöglich ist es also nicht.
Ob ein Mann ein Kind aus einer anonymen Samenspende als sein eigenes annehmen und lieben würde? Das hängt vom Mann ab. Was sagt er dazu? Wünscht er sich auch ein Kind?
Ich hoffe, dass die allermeisten Männer damit keine Schwierigkeiten haben. Man kann sich übrigens eine Samenspende von einem Mann geben lassen, der äußerlich ein ähnlicher Typ ist wie der werdende soziale Vater ist, also Haar-, Haut- und Augenfarbe, Größe und Statur stimmen überein. Bei den Kinderwunschkliniken in Dänemark z. B. wird darauf geachtet.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby yourAngel on 28 Nov 2016, 21:55

Du musst davon ausgehen, dass dein Mann höchstwahrscheinlich nur dir zuliebe in eine Fremdsamenspende einwilligt, denn er muss nach Intensität deines Kinderwunschs damit rechnen, dass du ansonsten einen Alleingang machst und er dich als Partnerin verliert. Deine biologische Uhr läuft ja bald ab. Wenn ihr nicht verheiratet seid, müsste er übrigens nach der Geburt in einem weiteren Schritt die Vaterschaft für das aus seiner Sicht fremde Kind auf dem Standesamt anerkennen. Ob er das dann auch wirklich macht oder ob er es sich bis dahin anders überlegt hat, kannst du jetzt noch nicht wissen. Mir persönlich würde so ein Schritt jedenfalls sehr schwer fallen. Es sind ja damit erhebliche Risiken verbunden (du trennst dich - er zahlt 20-25 Jahre lang für ein fremdes Kind). Also der Beziehung zuliebe erst mal alle medizinischen Möglichkeiten ausschöpfen! Heutzutage ist da vieles möglich und wird m.W. auch von den Krankenkassen gezahlt.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby paprik_a on 28 Nov 2016, 21:57

Diese Frage kann dir wirklich nur dein Mann beantworten. Wenn er einen starken Kinderwunsch hat und wenn er dir ermöglichen möchte, schwanger zu werden und ein Kind zu gebären, wird er diesen Weg vermutlich mit dir gehen. Das wäre ihm hoch anzurechnen. Ich habe mal eine Reportage gesehen mit einem Elternpaar, da hatte der Mann wegen Zeugungsunfähigkeit einer fremden Samenspende zugestimmt (sogar zwei Kinder von demselben fremden Samenspender) und er und seine Frau sowie die Kinder haben einen total glücklichen Eindruck gemacht. Das habe ich sehr bewundert. Ich glaube aber, die meisten Männer würden diesen Weg nicht mitgehen, vielleicht aus falschem Stolz, denn medizinisch ist es ja sehr einfach und ohne Risiko.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Siri on 28 Nov 2016, 22:26

Dass dein Mann gekränkt ist, kann ich verstehen und sich selbst Spritzen zu setzen ist da kein Argument, welches das Einverständis deines Mannes für Spendersamen voraussetzt. Würde dein Mann die Spritzen auf sich nehmen müssen und den Ultraschall bis hin zur Punktion würde er es ganz sicher auch tun! Aber nicht für sich, um das Gefühl erleben zu dürfen schwanger zu sein, sondern für Euch um das gewünschte Kind auf die Welt zu bringen und eine Familie sein zu können - Schwangerschaft ist doch nur der Beginn und eine kleine Etappe auf die vielen Jahre als Familie betrachtet!
Wenn die Entscheidung von Beiden getroffen und getragen wird, ist das völlig anders, aber würde ich als Mann direkt damit überfallen werden und dem nicht zustimmen wollen, so wie es bei Dir der Fall zu sein scheint... möchte ich nicht das Gefühl haben austauschbar zu sein, weil meine Partnerin mit jedem Mittel schwanger werden will. Das ist keine gute Basis für so eine Behandlung! Niemand kann dazu gedrängt werden und manchmal ist ein Nein eben auch ein Nein und muss auch von uns Frauen akzeptiert werden. Diese Entscheidung kann nur zusammen getroffen werden, weil sie schließlich auch von Beiden getragen werden muss.
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