Erfahrungen mit Fremdsperma

Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Ruth on 28 Nov 2016, 22:37

Wir haben schon 2 Kinder von Samenspende… und mein Mann ist nicht begeistert und manchmal scheint es mir, er liebt unsere Kleinen nicht(( Am meißten verletzt es meinen Mann, wenn wir unterwegs sind und es wird gesagt, na sie schaut aber nicht aus wie der Vater. Oder z.B. seine Eltern und Geschwister wissen nichts davon, weil sie es nicht verstehen würden. Das erste was nach der Geburt von seinem Bruder kam war: Vom Papa ist da aber nichts hängen geblieben. Meine Tochter hat ausgesehen wie der Opa, aber bei ihr ist ja gar nichts drin. Dieser satz kam dann am Ende bei jedem treffen. Hab mich gefühlt, wie eine die meinem Mann ein Kind untergejubelt hat. Das dachten sie bestimmt auch. Unser Verhältnis ist mehr schlecht als recht.
Am anfang steckte er es gut weg, aber mit der Zeit, wenn immer diese Vergleiche gemacht wurden, wurde er schon sehr traurig. Wir haben uns dann dazu entschlossen es offen zu sagen.
Dein Kind, mein Kind, das gibt es bei uns nicht. Selbst wenn der Streit noch so groß ist. Obwohl ich gestehen muss, dass ich manchmal im Streit daran denke. Es aber niemals aussprechen würde. Aber jetzt mal von der seite der Mutter. Die Ss war teilweise die Hölle für mich. Ich hatte Angst was auf mich zu kommt, Angst vor dem Charakter, den das Kind haben wird. Ob es eine große oder kleine Nase haben könnte, die Eigenarten an sich usw. Hatte Angst davor, was passieren wird, wenn sie auf der Welt ist, ob mein Mann tatsächlich richtige Gefühle für sie entwickeln kann.
As sie dann auf der Welt war, hab ich sie nicht mal anfassen wollen. Ich hatte zwar sehr viel Liebe für sie und hab immer darauf geachtet, dass es ihr an nichts fehlt, aber ich war selbst nicht in der Lage, ihr die flasche zu geben, sie zu wickeln oder auf dem Arm zu nehmen. Das ganze ging 2 Wochen so. Ich hab ihr nicht mal einen Namen geben können. Dieses Gefühl, da steckt ein fremder den ich nicht kenne in ihr war so stark, dass ich damit kaum umgehen konnte. Ich war so fertig aus Schuldgefühlen und das Gefühl versagt zu haben. Nach diesen 2 Wochen hab ich meinem Mann zum Standesamt geschickt und sagte, er soll irgendeinen Namen der ihm einfällt nehmen und so wird sie heißen. Nach diesen 2 Wochen hab ich mich langsam von dem Gefühlschaos erholt. Es ist nicht nur schwer für deinen Mann. Es kann auch für dich schwer werden.
Ich hätte nie im Traum daran gedacht, dass ich jemals so reagieren könnte. Ich wollte unbedingt ein Kind, unbedingt eine kleine Familie. Es zereisst mir immer noch das Herz, wenn ich sie ansehe und daran denke, dass ich sie in den ersten Wochen nicht umsorgen konnte.
Ruth
 
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby yourAngel on 15 Apr 2017, 21:19

Wir auch, können auch keine Kinder auf anderen Weg bekommen. 2. ICSI ohne Befruchtung. Nun eine IVF machen lassen mit Fremdsperma. Und... wurde schwanger, habe aber nach 4+6 Blutungen bekommen, jetzt nicht mehr schwanger. Ärztin sagt, nun wissen wir wie wir Sie schwanger kriegen, der Körper übt. Im Sommer gehts wieder los. Haben viel weniger dafür bezahlt als für die ICSIs. 2000 Euro einmalig und für jede weitere Behandlung bis Kind jede weitere IVF 150,00Euro. Ja, Notar auch waren nur 60 Euro, recht günstig, weil er mit Praxis wohl zusammenarbeitet. Das ist wichtig zur Absicherung dass dem Vater keiner etwas nehmen kann und dem Spender nichts widerfährt. Es wird auch im Umfeld keiner erfahren, da der Spender so ähnlich aussehen wird wie dein Mann und nur die Ärztin weiss wer es ist. Alles Gute bleibe gerne in Kontakt
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby tilda on 20 Jul 2017, 01:39

Ich persönlich hätte mit einer Eizellspende deutlich weniger Probleme als mit einer Samenspende, wenn es für den Partner aber ok ist, dann würde ich mich auch darauf einlassen, das Kind darf dann schon erfahren, wie es entstanden ist, aber ich würde sicherlich nicht jedem Hans und Franz auf die Nase binden, was Sache ist. Freunde ja, aber ich würde mich auch nicht aufdrängen, es ihnen zu erzählen, wenn es sich im Konsens ergibt, dann ja. So, ich hoffe, ich konnte mich einigermaßen verständlich ausdrücken. Habe dieses Thema gerade mit einer sehr guten Freundin durchdiskutiert, dort steht es zur Vermeidung einer Erbkrankheit zur Debatte. Die Freundin und ihr Mann würden eine Samenspende vorziehen, ich würde lieber fremde Eizellen nehmen, wobei die Samenspende natürlich vom Ablauf her deutlich einfacher ist.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Louisa1998 on 14 Sep 2017, 17:04

Wie wäre es denn umgekehrt mit einer Eizellenspende (ich weiß, bei uns illegal, warum auch immer)? Würde das denn Frauen leicht fallen, das Kind als eigenes anzunehmen? Wäre ich in der Situation des Mannes, würde sich für mich das ganze folgendermaßen darstellen. Ich könnte das sehr wohl akzeptieren, aber nur unter der Voraussetzung, dass ich wirklich zeugungsunfähig wäre. Aber nur schweren Herzens, weil die Realität nunmal so wäre. Das Kind würde ich dann natürlich als mein eigenes annehmen. Ist es ja (zumindest rechtlich gesehen) auch. Ich hätte eine unterschwellige Angst, dass die Mutter vielleicht so handelt (das muss nicht immer bewusst so sein, oft ist es vielleicht ganz unbewusst), als hätte sie, aufgrund ihrer genetischen Verwandtschaft mit dem Kind eine engere Beziehung zu ihm und ich würde dann gewissermaßen zur Elternschaft 2. Klasse verdammt. Diese Ängste müsste mir die Mutter dann aktiv nehmen. Dies gilt insbesondere auch für den Fall des Scheiterns der Ehe. Gerade dann zeigen sich ja Menschen oft von ihrer eher unangenehmen Seite. Die Frau müsste in ihren Handlungen also äußerst reflektiert sein, damit ich mich mit so einem Vorgehen wohlfühlen könnte.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Ruth on 08 Oct 2017, 18:52

Uns geht es, was die Gefühle angeht, fast genauso wie dir. Wir hatten schon eine ICSI und ein Kryo-Versuch mit dem Samen meines Mannes. Letzten Zyklus sollte eine IUI folgen... aber es wurde im SG plötzlich nichts gefunden. Alles einfach nur platt! Der Doc fing dann auch von TESE oder Spendersamen an zu reden. Das war erst einmal ein großer Schock. TESE kommt für meinen Mann im Augenblick nicht in Frage. Es wäre halt nicht gesagt, dass man da dann was Brauchbares findet. Für mich gibt es aber auch kein Leben ohne Kind. Habe ganz vorsichtig versucht meinen Mann zu fragen wie es mit Spendersamen und IUI aussehen würde. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich ihn betrügen würde. Oder zu mindestens kam es mir so vor.
Aber er meinte, wenn wir wirklich diesen Schritt gehen müssen will er keine Privatesamenspende haben. Außerdem hatte er gemeint, dass er Angst hat, dass wenn man sich mal streiten sollte der Spruch fallen würde, dass es eh nicht sein Kind wäre. Ich denke, dass der erste Versuch ganz schön komisch sein würde. Aber dieses Kind würden wir beide ganz bestimmt so sehr lieben als wäre es von uns beiden. Er würde der Vater sein. Ein Vater ist der, der für das Kind da ist. Ihm zur Seite steht. Sein Herz an es verschenkt. Ob diese IUI nun stattfinden kann steht noch in den Sternen.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Agnes.frankes on 10 Oct 2017, 21:18

Aus meiner Sicht wäre eine Fremd Insemination nur dann vertretbar, wenn dein Partner von der Unfruchtbarkeit abgesehen, komplett Gesund und Belastbar wäre und die sexuelle Komponente in der Beziehung stimmt. Ich sehe erhebliche negative Faktoren (früh Witwe, wünsch dir das nicht). Vom Alter her ist eine Neuorientierung für dich möglich. Eine möglichst faire Trennung sollte wegen Inkompatibilität in Erwägung gezogen werden. Ich finde es großen Mist dass ich so einen Ratschlag geben muss, aber du bist es dir selbst verpflichtet über deine Wünsche und ihre Folgen gründlich nachzudenken. Für meine Frau habe ich auf Kinder verzichtet, solange die ehe gut lief habe ich es keine Minute bereut. Jetzt stehe ich vor den Trümmern derselben. Im Nachhinein hätte ich vielleicht gehen müssen, ich konnte es nicht, die Liebe war sehr stark. Deine Vorboten sind ungünstig, bedenke auch wie im Falle einer Trennung dein Partner in einer möglichen Krise abgefangen werden kann. Zu der körperlichen schwäche kann eine seelische dazukommen.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby kühn on 14 Oct 2017, 22:16

Ich bin Anfang 30 und würde gerne ein paar Meinungen einholen, wann ihr den Schritt in Richtung Samenspende gehen würdet. Es ist nicht so, dass mein Partner unfruchtbar ist, ich kann mir allerdings aufgrund seiner Gesundheitssituation keine eigenen Kinder mit ihm vorstellen bzw. mir schwindet jede Vorfreude, wenn ich daran denke, was die Kleinen alles erben könnten. Freilich weiß man nie, was sich wie vererben wird, aber ich finde doch, dass vorhandenes Wissen einen beim Handeln beeinflussen sollte. Mein Partner ist bei dem Thema offener, er kommt aus einer Familie mit vielen Krankheiten, da ist niemand alt geworden und er sieht keine Veranlassung, für seine Kinder eine bessere gesundheitliche Ausgangsbasis zu schaffen. Seine gesundheitliche Situation, die uns in der Freizeit leicht einschränkt und die unsere gemeinsame Zeit sicher auch etwas reduzieren wird, nehme ich gerne und liebend in Kauf. Ich bin lieber früh Witwe, als mich gegen die Liebe zu entscheiden.
Da wir aufgrund seiner Krankheiten sowieso in eine Klinik müssen, um eine künstlichen Befruchtung vornehmen zu lassen, würde ich gerne einen Schritt weiter gehen, und einen Samenspender wählen. Ich habe in letzter Zeit viel zu diesem Thema gelesen, auch zu Co-Elternschaft usw. Für mich ist es Teil meines Denkens geworden, mich von traditionellen Familienbildern zu verabschieden und in den Vordergrund zu stellen, dass man sich liebt und dass man von ganzem Herzen Kinder will - und diesen nur das Beste wünscht.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Pika4u on 08 Nov 2017, 02:45

Uns geht es was die Gefühle angeht fast genauso wie dir. Wir hatten schon eine ICSI und ein Kryo-Versuch mit dem Samen meines Mannes. Letzten Zyklus sollte eine IUI folgen... aber es wurde im SG plötzlich nichts gefunden. Alles einfach nur platt! Der Doc fing dann auch von TESE oder Spendersamen an zu reden. Das war erst einmal ein großer Schock. TESE kommt für meinen Mann im Augenblick nicht in Frage. Es wäre halt nicht gesagt, dass man da dann was Brauchbares findet. Für mich gibt es aber auch kein Leben ohne Kind. Habe ganz vorsichtig versucht meinen Mann zu fragen wie es mit Spendersamen und IUI aussehen würde. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich ihn betrügen würde. Oder zu mindestens kam es mir so vor.
Aber er meinte, wenn wir wirklich diesen Schritt gehen müssen will er keine Privatesamenspende haben. Außerdem hatte er gemeint, dass er Angst hat, dass wenn man sich mal streiten sollte der Spruch fallen würde, dass es eh nicht sein Kind wäre. Ich denke, dass der erste Versuch ganz schön komisch sein würde. Aber dieses Kind würden wir beide gaaaanz bestimmt so sehr lieben als wäre es von uns beiden. Er würde der Vater sein. Ein Vater ist der, der für das Kind da ist. Ihm zur Seite steht. Sein Herz an es verschenkt. Ob diese IUI nun stattfinden kann steht noch in den Sternen.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby paprik_a on 15 Nov 2017, 23:45

Die Frage hatte ich hier auch schonmal gestellt und da haben sich 2 Mädels gemeldet. Mir hat eine Frau ihre positive Meinung geschrieben. Sie haben wohl 3 Kinder vom selben Spender, d.h. zumindest die Geschwister sind verwandt, das fand ich wunderschön. Ich an Deiner Stelle würde erst eine Paar-Beratung machen, um das Thema mal für Euch klarzukriegen. Ist die Frage, ob man sonst Alternativen hat (Adoption). Aber wenn man als Frau - wenn irgendwie möglich - ein Kind austragen möchte, dann ist eine Spende sicher ein guter Weg. Mein Mann hätte sich dann schlussendlich doch darauf eingelassen. Wie durch ein Wunder bin ich nach etlichen erfolglosen Versuchen nun ss...An Eurer Stelle würde ich auch nochmal eine zweite Meinung einholen, uns wurde nämlich in der 1. KiWu auch schon fast zur Spende geraten und in der zweiten hieß es, dass dadurch unser eventuelles Problem nicht gelöst würde... Eine zweite Meinung schadet nicht.
Ich wünsche Euch alles Gute bei der Entscheidung!
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Ruth on 18 Nov 2017, 01:49

Ich hab das Thema bei meinem Mann heute noch mal angeschnitten und ich hab gemerkt, dass er noch nicht im Reinen damit ist. Liegt daran, dass es bei uns nicht komplett mit einer ICSI hoffnungslos ist. Haben erst einen Versuch + eine IUI gehabt aber ich bin seelisch echt nicht in der Verfassung für einen neuen Versuch, das es mir irgendwie einfach erscheint andere Varianten in Betracht zu ziehen. Ist vielleicht egoistisch von mir, aber was bringt es mir wenn ich mich verliere nur um das gemeinschaftliche Kind zu bekommen. Mir ist es nicht so wichtig das es genetisch unseres ist, ich möchte halt eine Schwangerschaft von Anfang an erleben, mit positivem Test, Übelkeit am Morgen, Klamotten die nicht mehr passen, die Geburt, einfach alles. Und das wünsche ich meinem Mann auch.
Da ich jetzt auch schon seit über einem halben Jahr nicht in Behandlung war, hab ich das Thema in unserer KiWU noch nicht angesprochen. Denke die werden mir auch raten erst alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen. War dein Mann sofort von der Idee begeistert? Ist wahrscheinlich was anderes wenn man sonst keine Hoffnung mehr hat.
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