Erfahrungen mit Fremdsperma

Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Engeline on 21 Mar 2018, 01:15

Dass dein Mann gekränkt ist, kann ich verstehen und sich selbst Spritzen zu setzen ist da kein Argument, welches das Einverständnis deines Mannes für Spendersamen voraussetzt. Würde dein Mann die Spritzen auf sich nehmen müssen und den Ultraschall bis hin zur Punktion würde er es ganz sicher auch tun! Aber nicht für sich, um das Gefühl erleben zu dürfen schwanger zu sein, sondern für Euch um das gewünschte Kind auf die Welt zu bringen und eine Familie sein zu können - Schwangerschaft ist doch nur der Beginn und eine kleine Etappe auf die vielen Jahre als Familie betrachtet!
Wenn die Entscheidung von Beiden getroffen und getragen wird, ist das völlig anders, aber würde ich als Mann direkt damit überfallen werden und dem nicht zustimmen wollen, so wie es bei Dir der Fall zu sein scheint... möchte ich nicht das Gefühl haben austauschbar zu sein, weil meine Partnerin mit jedem Mittel schwanger werden will. Das ist keine gute Basis für so eine Behandlung! Niemand kann dazu gedrängt werden und manchmal ist ein Nein eben auch ein Nein und muss auch von uns Frauen akzeptiert werden. Diese Entscheidung kann nur zusammen getroffen werden, weil sie schließlich auch von Beiden getragen werden muss.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Agnes.frankes on 14 Apr 2018, 18:47

Es wäre halt nicht gesagt, dass man da dann was Brauchbares findet. Für mich gibt es aber auch kein Leben ohne Kind. Habe ganz vorsichtig versucht meinen Mann zu fragen wie es mit Spendersamen und IUI aussehen würde. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich ihn betrügen würde. Oder zumindestens kam es mir so vor.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby tilda on 23 Apr 2018, 00:49

Hallo!
Wir sind gerade auch mit dem Thema beschäftigt. Mein Mann kann keine Kinder mehr zeugen. Dennoch habe ich den großen Wunsch mit ihm eine kleine Familie zu gründen. Auf der Suche nach einer Lösung sind wir auf private Samenspender gestoßen. Aber mich macht die ganze Sache ganz schön fertig. Seit Monaten denke ich drüber nach. Male mir aus wie es ist, wie mein Mann damit umgeht, errechne den Eisprung um die größte Wahrscheinlichkeit zutreffen. Mein Mann ist mir dabei leider nicht die Unterstützung die ich mir wünschte. Er ist da total gelassen. Zudem sagt er immer wieder er brauchte kein Kind, er weiß was das für Arbeit ist und wie schön unser Leben doch jetzt sei und ob er dies aufgeben möchte wisse er nicht. Er würde meinen Wunsch mit tragen, weil er mich liebt. Jetzt habe ich so viele Gedanken, denn ein Kind zuhaben ist wirklich mein größter Wunsch, dennoch weiß ich, dass ich ihm damit sein jetziges Leben nehme. Dann ist da noch die Sache mit dem Spender, hatten jemanden der uns zusagte gefunden und alles ausgemacht, der Termin stand, doch niemand kam. Daraufhin überlegten wir es doch mit jemandem aus unserem Bekanntenkreis zu versuchen. Jetzt kommt der Haken, der jenige weiß nichts davon. Er bleibt öfters mal übernacht, so dachten wir die perfekte Gelegenheit...
Aber kann ich das wirklich tun? Mit Absicht Schwanger werden und es nachher bei ihm als Unfall darstellen? Oder ihm überhaupt was erzählen? Fragen über Fragen... weiß nicht wo manches mal mein Kopf steht und Mein Mann sagt: Das wird schon, einfach abwarten.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby majorka4 on 25 Apr 2018, 00:27

Wie wäre es denn umgekehrt mit einer Eizellenspende (ich weiß, bei uns illegal, warum auch immer)? Würde das denn Frauen leicht fallen, das Kind als eigenes anzunehmen? Wäre ich in der Situation des Mannes, würde sich für mich das ganze folgendermaßen darstellen. Ich könnte das sehr wohl akzeptieren, aber nur unter der Voraussetzung, dass ich wirklich zeugungsunfähig wäre. Aber nur schweren Herzens, weil die Realität nunmal so wäre. Das Kind würde ich dann natürlich als mein eigenes annehmen. Ist es ja (zumindest rechtlich gesehen) auch. Ich hätte eine unterschwellige Angst, dass die Mutter vielleicht so handelt (das muss nicht immer bewusst so sein, oft ist es vielleicht ganz unbewusst), als hätte sie, aufgrund ihrer genetischen Verwandtschaft mit dem Kind eine engere Beziehung zu ihm und ich würde dann gewissermaßen zur Elternschaft 2. Klasse verdammt. Diese Ängste müsste mir die Mutter dann aktiv nehmen. Dies gilt insbesondere auch für den Fall des Scheiterns der Ehe. Gerade dann zeigen sich ja Menschen oft von ihrer eher unangenehmen Seite. Die Frau müsste in ihren Handlungen also äußerst reflektiert sein, damit ich mich mit so einem Vorgehen wohlfühlen könnte.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby yourAngel on 05 May 2018, 22:21

Uns geht es was die Gefühle angeht fast genauso wie dir. Wir hatten schon eine ICSI und ein Kryo-Versuch mit dem Samen meines Mannes. Letzten Zyklus sollte eine IUI folgen... aber es wurde im SG plötzlich nichts gefunden. Alles einfach nur platt! Der Doc fing dann auch von TESE oder Spendersamen an zu reden. Das war erst einmal ein großer Schock. TESE kommt für meinen Mann im Augenblick nicht in Frage. Es wäre halt nicht gesagt, dass man da dann was Brauchbares findet. Für mich gibt es aber auch kein Leben ohne Kind. Habe ganz vorsichtig versucht meinen Mann zu fragen wie es mit Spendersamen und IUI aussehen würde. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich ihn betrügen würde. Oder zumindestens kam es mir so vor.
Aber er meinte, wenn wir wirklich diesen Schritt gehen müssen will er keine Privatesamenspende haben. Außerdem hatte er gemeint, dass er Angst hat, dass wenn man sich mal streiten sollte der Spruch fallen würde, dass es eh nicht sein Kind wäre. Ich denke, dass der erste Versuch ganz schön komisch sein würde. Aber dieses Kind würden wir beide ganz bestimmt so sehr lieben als wäre es von uns beiden. Er würde der Vater sein. Ein Vater ist der, der für das Kind da ist. Ihm zur Seite steht. Sein Herz an es verschenkt. Ob diese IUI nun stattfinden kann steht noch in den Sternen.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Agnes.frankes on 11 May 2018, 01:13

Also wir hatten bisher trotz perfekten Bedingungen leider keinen Erfolg (5 Versuche).
Wir sehen das eher alles aus etwas rationalerer Sicht. Seit wir wissen, dass mein Freund keine Spermien produziert, haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, die auch finanziell verträglich ist, denn wer auf Fremdsperma angewiesen ist, muss ja alles selbst zahlen. Die IUI ist das einzige, was wir uns wirklich ohne Kredit leisten können. Alle anderen Möglichkeiten gehen ja gleich in die Tausende Euro pro Versuch. Gleichzeitig ist es meinem Freund egal, dass er nicht der biologische Vater ist, solange er nur die Schwangerschaft miterleben darf. Natürlich denken wir auch über die anderen Möglichkeiten nach, aber ein Blick auf unsere finanzielle Situation macht uns immer wieder sofort klar, dass wir am Ende vielleicht ein Baby haben, aber dann nicht einmal mehr die Kinderzimmereinrichtung zahlen können. Wir machen nach dem nächsten Versuch eine Pause, weil wir nach den vielen Fehlversuchen einfach psychisch am Ende sind und den Kopf freikriegen wollen. Aber danach werden wir wahrscheinlich nochmal eine IUI Reihe starten. Letztlich sehen wir es nicht ein, alles Geld nur in ein mögliches Baby zu investieren. Es gibt auch ein Leben neben dem Kinderwunsch.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby majorka4 on 07 Jun 2018, 20:20

Hallo!
Mein Mann kann keine Kinder mehr zeugen. Dennoch habe ich den großen Wunsch mit ihm eine kleine Familie zu gründen. Auf der Suche nach einer Lösung sind wir auf private Samenspender gestoßen. Aber mich macht die ganze Sache ganz schön fertig. Seit Monaten denke ich drüber nach. Male mir aus wie es ist, wie mein Mann damit umgeht, errechne den Eisprung um die größte Wahrscheinlichkeit zutreffen. Mein Mann ist mir dabei leider nicht die Unterstützung die ich mir wünschte. Er ist da total gelassen. Zudem sagt er immer wieder er bräuchte kein Kind, er weiß was das für Arbeit ist und wie schön unser Leben doch jetzt sei und ob er dies aufgeben möchte wisse er nicht. Er würde meinen Wunsch mit tragen, weil er mich liebt. Jetzt habe ich so viele Gedanken, denn ein Kind zuhaben ist wirklich mein größter Wunsch, dennoch weiß ich, dass ich ihm damit sein jetziges Leben nehme. Dann ist da noch die Sache mit dem Spender, hatten jemanden der uns zusagte gefunden und alles ausgemacht, der Termin stand, doch niemand kam. Darauf hin überlegten wir es doch mit jemandem aus unserem Bekanntenkreis zu versuchen. Jetzt kommt der Haken, der jenige weiß nichts davon. Er bleibt öfters mal übernachte, so dachten wir die perfekte Gelegenheit...
Aber kann ich das wirklich tun? Mit Absicht Schwanger werden und es nachher bei ihm als Unfall darstellen? Oder ihm überhaupt was erzählen? Fragen über Fragen... weiß nicht wo manches Mal mein Kopf steht und Mein Mann sagt: Das wird schon, einfach abwarten.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Pika4u on 14 Jun 2018, 21:20

Es ist natürlich eine sehr romantische, schöne Vorstellung, dass man genetisches, gemeinsames Kind bekommt. Das ist klar. Aber was soll man machen, wenn die Natur einem einen Strich durch die Rechnung macht? Und die Argumentation mit dem Geld halt ich für absolut angebracht. Es gibt auch ein Leben nach dem Kinderwunsch und es kann doch nicht Sinn und Zweck der Sache sein, sich komplett finanziell zu ruinieren, um dann übertrieben gesagt, hungernd mit einem Baby im Arm zu sein. Und weil das Baby nicht die DNS vom Vater trägt, ist er doch trotzdem noch der Vater. Da spielt auch viel der Kopf mit. Wieviele Mütter gehen mit Kindern in eine zweite Ehe, Beziehung und er zieht die Kinder groß, als ob es seine eigenen wären? Ich finde, es spielt wie gesagt viel Kopf und Moral mit.
Also wir haben unsere erste IUI hinter uns (weiß nicht obs geklappt hat, denk eher nicht) und wenn die 8 Versuche rum sind, machen wir uns einen schönen Urlaub und fahren in die Storkklinik. Dort kostet eine Insemination 600 eur, mit Fahrt und Hotel sind wir auch bei 1.500 bis 2.000 eur aber so haben wir noch einen schönen Urlaub dabei.
Ich glaub ganz fest dran, dass wenn erstmal das erste Baby da ist und diese ganze Angst abfällt niemals ein Kind haben zu können, ich irgendwann von ganz alleine schwanger werde. Und mein Mann hat auch überhaupt keine Probleme damit. Dann wären es halt eben nicht seine Gene. Na und? Wenn ich nicht könnte und er fit wäre, würden wir über eine Leihmutterschaft im Ausland nachdenken...ich find das alles nicht so tragisch.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby naDin on 18 Jun 2018, 02:19

Uns geht es was die Gefühle angeht fast genauso wie dir. Wir hatten schon eine ICSI und ein Kryo-Versuch mit dem Samen meines Mannes. Letzten Zyklus sollte eine IUI folgen... aber es wurde im SG plötzlich nichts gefunden. Alles einfach nur platt! Der Doc fing dann auch von TESE oder Spendersamen an zu reden. Das war erst einmal ein großer Schock. TESE kommt für meinen Mann im Augenblick nicht in Frage. Es wäre halt nicht gesagt, dass man da dann was Brauchbares findet. Für mich gibt es aber auch kein Leben ohne Kind. Habe ganz vorsichtig versucht meinen Mann zu fragen wie es mit Spendersamen und IUI aussehen würde. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich ihn betrügen würde. Oder zumindestens kam es mir so vor.
Aber er meinte, wenn wir wirklich diesen Schritt gehen müssen will er keine Privatesamenspende haben. Außerdem hatte er gemeint, dass er Angst hat, dass wenn man sich mal streiten sollte der Spruch fallen würde, dass es eh nicht sein Kind wäre. Ich denke, dass der erste Versuch ganz schön komisch sein würde. Aber dieses Kind würden wir beide gaaaanz bestimmt soooo sehr lieben als wäre es von uns beiden. Er würde der Vater sein. Ein Vater ist der, der für das Kind da ist. Ihm zur Seite steht. Sein Herz an es verschenkt. Ob diese IUI nun stattfinden kann steht noch in den Sternen.
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Re: Erfahrungen mit Fremdsperma

Postby Engeline on 09 Jul 2018, 21:24

Ich persönlich möchte unbedingt das Kind meines Mannes austragen und für ihn wäre die Vorstellung, in meinem Bauch wächst das Kind eines anderen auch nicht gerade schön. Wenn es absolut nicht anders geht, kann ich den Schritt zum Fremdsperma dachvollziehen - aber davor würde ich alle Möglichkeiten ausschöpfen wollen. Klar, so eine Hodenpunktion ist keine schöne Vorstellung - aber welche Maßnahme der Reproduktionsmedizin ist das schon. Ich denke, daran würde ich auch die Ernsthaftigkeit meines Mannes bzgl. des KIWU messen. Aber das ist wieder nur meine Meinung. Klar, die Spermien eines 50 Jährigen sind evtl. qualitativ auch nicht mehr die allerbesten - aber ein Versuch wär es mir wert. Letztlich zählt natürlich nur, wofür ihr euch nach reiflicher Überlegung entscheidet.
Die Erfolgsrate bei Insemination wird bei den KIWU-Kliniken mit 10 - 15 % pro Versuch angegeben. Je öfter man es macht, desto höher die Erfolgschancen. Kosten einer IUI zwischen 150 und 300 Euro - ohne Stimulation. (Falls mit Stimu halten sich Medikosten in Grenzen). In dem besagten TV-Beitrag von gestern, sagten sie, dass die Behandlung, in der die Frau Fremdsperma bekam, 600 Euro kostete... da hab ich meine Zweifel, aber vielleicht ist es ja auch so. Hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen.
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