Abschied?

Re: Abschied?

Postby Fuchs on 04 Mar 2017, 22:32

Es klingt sehr beruhigend wenn ich höre, das auch andere ohne Eigenkapital es geschafft haben einen Wohnung oder ein Haus zu kaufen. Unsere Freunde haben und hatten teilweise so viel Eigenkapital, das sie fast keinen Kredit gebraucht haben. Aber das schaffen mein Mann und ich schon. Wir haben uns ja auch ein gebrauchtes Haus gekauft und es liegt auf dem Land (aber auch nur 10 Minuten von hier entfernt). Hier in der Stadt hätte wir uns auch nichts leisten können. Da hätten wir für den Preis wahrscheinlich nur für das Grundstück bekommen. Ich habe mir damals ein Buch über die KIWU gekauft. Damals stand daneben ein Buch mit so einen Titel wie "Abschied vom KIWU" oder so. Da habe ich gedacht, na soweit wird es wohl nicht kommen... Mal was anderes in einem anderen Forum haben wir uns mal die Frage gestellt. "Warum will ich eigentlich ein Kind?". Die Antworten waren total unterschiedlich und jede konnte man nachvollziehen. Momentan geht es mir ganz gut. Aber klar, es erwischt einem immer mal wieder mit der Traurigkeit.
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Re: Abschied?

Postby Agnes.frankes on 10 Aug 2017, 21:31

Ich glaub schon nach 8 IUI und 5 ICSI (die katastrophal gelaufen sind), haben wir uns zum aufhören entschieden. Gestern waren wir noch bei der Genetikerin, die ein paar Zweizeller von uns untersucht hat (über die Zweizeller hinaus haben wir nämlich noch nix produzieren können) und die sahen genetisch wüst aus... Nun ist die unausweichliche Situation gekommen, in der wir - mit sehr ausgeprägtem Kinderwunsch - Abschied nehmen müssen. Irgendwie hab ich das in den letzten beiden Jahren schon geahnt, aber jetzt ist eben auch der letzte Funken Hoffnung weg. Ich will mir immer noch nicht so recht vorstellen, dass ich kein Leben mit Familie leben darf. Na ja, wie die meisten eben berichten, es gibt bessere Tage und schlechtere, die besseren werden so langsam mehr, die schlechten weniger. Trotzdem tut es mir sehr weh, dass ich mich von meinem Lebensentwurf verabschieden muss. Wir denken aber auch über Eizellspende in Kiew nach…Ich wünsch euch schonmal ein schönes Wochenende.
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Re: Abschied?

Postby Louisa1998 on 08 Nov 2017, 02:43

Bei meinem Mann war es nach dem letzten Versuch so, dass er plötzlich noch Versuche im Ausland machen wollte, obwohl wir letztes Jahr abgemacht hatten, das nicht zu tun. Er wollte alles ausschöpfen, obwohl es ihm sonst immer egal war, wie die ganze Sache ausgeht. Ich weiß nicht, ob das bei ihm so eine Phase war, aber jetzt hat er sich wieder beruhigt und bittet mich nur, irgendwann den letzten Kryo-Versuch durchzuziehen und die Eisbärchen nicht zu verwerfen. Es ist bei uns also zurzeit eher umgekehrt, er könnte noch, aber ich nicht mehr.
Natürlich sind die Sachen, die man ohne Kinder machen kann, kein wirklicher Trost. Aber ich versuche es zu genießen, wir haben zum Glück auch immer unsere Reisen gemacht die letzten Jahre, ich habe nebenbei eine Weiterbildung gemacht, habe also das andere Leben nie ganz weggeschlossen. Ich weiß nur, früher konnte ich auch gut ohne den Gedanken Kinder gut leben und deswegen wird es irgendwann auch wieder gut gehen - es ist aber vorher erstmal Zeit zu trauern und loszulassen und braucht wohl einfach seine Zeit. Habt ihr über Adoption nachgedacht? Wäre das ein Weg für Euch? Wir beide wollen es aber nicht. Eine schöne neue Woche wünsche ich Dir.
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Re: Abschied?

Postby Siri on 15 Nov 2017, 23:54

Wir haben dasselbe Problem und haben uns nämlich zu einem zweiten TESE-Versuch entschlossen. Die Schwierigkeiten, als Paar in der Krisensituation, die das hier ist, miteinander gut zu reden, kenne ich gut und würde Euch auch empfehlen, Euch auch professionell beraten zu lassen. Wir haben schon in früheren Zeiten einmal eine Krise mit Hilfe von Gesprächen bei Pro Familia sehr gut lösen können und waren hinterher froh, den Schritt gewagt und nicht getrennt zu haben. Jetzt sind wir bei einer angeleiteten Selbsthilfegruppe mit dabei, und auch hier finden wir wieder, dass das sehr viel bringt, weil so auch einmal neue Fragen und Anstöße hereingebracht werden, auf die man als Paar untereinander nicht immer kommt.
Um die ganze Situation besser zu bewältigen, hat mir bisher am besten der Gedanke weitergeholfen, dass ich einerseits, falls es nichts wird mit dem eigenen Kind, meine Trauer darüber nicht verdrängen muss, sondern das ganz normal ist, und dass diese Trauer auch wohl etwas bleibendes sein kann, auch wenn sie sich mit der Zeit dann natürlich abschwächt. Zugleich finde ich auch, dass man durchaus auch Stolz darauf sein kann, wenn man eine solche Lebenskrise bewältigt. Um mich besser auf Überlegungen für Alternativen zum eigenen Kind einzulassen hat mir außerdem geholfen mir bewusst zu machen, dass es jetzt um etwas wirklich Neues und Anderes geht. Genauso kann ein anderer Weg natürlich dann auch sein, keine Familie zu gründen und sein Leben als Paar neu zu gestalten. Aber auch hier scheint mir das Wichtigste dann zu sein, dass man das nicht als Ersatz für das eigene Kind ansieht und außerdem weiter dazu steht, dass Trauer über den Verlust sein darf (oder sogar sein soll).
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Re: Abschied?

Postby Maria Waldfogel on 05 Dec 2017, 00:08

Es tut mir auch so unendlich leid, was Du durchgemachen hast - lass Dir viel Zeit und Raum, um damit fertigzuwerden. Nach meiner 2. IVF war ich schwanger gewesen, kann man so sagen - mit Blutungen und zu niedrigen HCG-Werten. Wegen Verdacht auf Eileiterschwangerschaft musst ich dann schließlich auch in Krankenhaus mit BS und Ausschabung, auch wenn sie nichts gefunden haben. Die Angst war fürchterlich. Was noch fürchterlicher war, dass nach der OP der HCG-Wert weiterhin angestiegen war und es zwei Wochen danach zu schlimmen Bauchkrämpfen und starken Blutungen kam und erst danach endlich der Wert fiel. Vermutlich war erst das der Abgang gewesen, und irgendetwas war bei der OP nicht richtig gelaufen. Aber irgendwas sagen konnte mir damals nie einer etwas. Bis fast zwei Monate nach der OP hielten noch mehr oder weniger starke Blutungen an, und ebenso lange dauerte es, bis der HCG-Wert wieder unten war. In der Zeit konnte ich gar nicht richtig traurig sein, sondern war immer nur entsetzt, was sich so abspielte. Außerdem hing ich die ganze Zeit mit einem halben Bein im Krankenhaus und mit meinen Nerven fast am Ende. Es tut nur manchmal weh, wenn ich den Sohn einer Nachbarin sehe, der um die gleiche Zeit geboren wurde - wenn der eigentliche Entbindungstermin gewesen wäre, wenn diese Schwangerschaft geglückt wäre. Dann denke ich immer, soweit könnte mein Kind auch sein. Ich wünsche Dir viel Kraft, und komme erstmal wieder zu Dir.
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Re: Abschied?

Postby tilda on 08 Dec 2017, 23:59

Mir selbst geht es zurzeit nicht so gut, wie vielleicht einige gelesen haben, bin ich spontan ss geworden, aber in der 7 SSW operiert worden, wegen einer Eileiterschwangerschaft. Eine Ursache konnte nicht gefunden werden und man nimmt nun an das die Frucht von der GM vermutlich wieder in den EL hochgewandert ist, wie es auch ab und zu bei der IVF passieren kann und aus Mangel der Zeit, sich dort festgesetzt hat.
Habe das Gefühl dass bis jetzt noch alles durch den Wind ist, obwohl ich mir so wünsche wieder zur Normalität zurückzukehren. Ich bin mir einfach nicht mehr sicher ob es an diesen Punkt leichter ist, endlich Abschied zu nehmen oder noch einmal weiterzumachen. Vermutlich werden wir aber im nächsten Jahr noch mal eine IVF wagen, um wenigstens alles versucht zu haben. Vermutlich braucht es Zeit um darüber hinwegzukommen, das man zwar endlich ss aber dennoch nicht ss ist. Unendlich traurig natürlich auch, weil sich vieles in der Zwischenzeit auch zerschlagen hat, wie die Geschichte mit dem PK, nach 4, 5 Jahren Wartezeit haben wir einfach beschlossen unsere Kraft nicht mehr dort hinein zu investieren und auf etwas zu hoffen das wohl nicht eintrifft. In meinen Job kann ich nicht wirklich arbeiten, da es mir schwer fällt mit Kindern umzugehen. Habe mir eine Auszeit genommen um mir klar zu werden was ich überhaupt will und dann die Entscheidung endgültig fällen.
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Re: Abschied?

Postby Ruth on 21 Dec 2017, 01:51

Wie kann ich euch verstehen…Heute ruft meine Schwester mich an und erzählt dass sie wieder schwanger ist. Natürlich top geplant und gleich hat es geklappt. Die ganze Familie ist überglücklich und ich versinke in Trauer und Wut. Es ist so gemein und ungerecht. Ich kriege mich gar nicht auf die Reihe und habe Angst, weil ich denke: das wird mich mein ganzes Leben begleiten. Das ist nicht nur jetzt eine schlimme Phase, sondern es wird immer wieder so sein. Freundinnen werden schwanger und in spätestens 10 Jahren werden die ersten Freunde Großeltern bzw. es gibt schon welche, die es sind. Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass uns das Größte im Leben versagt bleibt, bei uns der Stammbaum aufhört und ich habe vor allem Angst, dass ich verbittert werde. Manchmal wünsche ich mir lieber krank zu sein, dann könnte man zum Arzt gehen, sich gesund ernähren usw. usw. Irgendwas tun, aber mit dieser Endgültigkeit fertig zu werden überfordert mich.
Mittlerweile komme ich auch mit meinem Mann an Grenzen. Er hat damit gar kein Problem und bei Zeiten auch keine Lust mehr darüber zu reden, aber ich habe so viele Gefühle dass ich manchmal denke, ich platze, wenn ich nicht mit ihm darüber reden kann. Obwohl ich auch weiß, dass er mir den Schmerz nicht nehmen kann. Außerdem hat mich gestern noch eine Freundin angerufen, die sich wohl diese Woche von ihrem Freund trennt. Auch sie sind ungewollt kinderlos und dieses Thema hat doch beide gestreckt. Ist hier jemand, der mit der Kinderlosigkeit schon abgeschlossen hat und wirklich glücklich ist?
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Re: Abschied?

Postby eva2Abel on 06 Feb 2018, 17:49

Ich bin 30 und mein Mann 37. Vor 5 Jahren setzte ich die Pille ab. Als ich nach einigen Monaten nicht SS war bin ich zum Gyn. Dort wurden einige Untersuchungen gemacht, dann Clomi Zyklen. Als es immer noch nicht klappt, wurden wir zu Kiwu Praxis überwiesen. Im Januar war Erstgespräch. Dann folgten 2 IUI. Anschließend IVF. Bei der ersten IVF hatte es geklappt. Leider nur mir einer schweren ÜS fast 5 Wochen KH Aufenthalt, 3x Punktion insgesamt 17 Liter Wasser. Danach verlief die SS super. Bis zum 20. Januar Blasensprung, sofort in KH, unseren Sohn ging es noch gut. Man sagte uns dass ich bis zum Schluss der SS im KH bleiben müsste. Eine Woche später, hatte ich unseren Linus still geboren. Und mein Leben ging am Seidenen Faden. Ich feiere jetzt 2x meinen Geburtstag. Seitdem war nichts mehr, wie es einmal war. Danach machen wir noch 2x IVF. Leider negativ. Mein Mann wollte keinen weiteren Versuch, da ich bei der letzten IVF wieder eine ÜS hatte und wieder im KH lag und punktiert werden musste. Das ist jetzt 3 Jahre her. Ich freue mich auf einen regen Austausch! Liebe Grüße
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Re: Abschied?

Postby Nala on 10 Feb 2018, 20:47

Ich habe zwar drei ICSI gemacht, aber die haben schon ausgereicht um meinen Körper und meine Psyche kaputt zu machen. Nach der 3. ICSI haben wir beschlossen erstmal Pause zu machen. Diese Pause dauert jetzt schon über drei Jahre. Für meinen Mann ist unsere kinderlose Situation ok. Er kann damit leben. Klar wünscht er sich auch immer noch ein Kind, aber, wie gesagt, er kann mit der Vorstellung leben. Momentan versuche ich mich mit der Situation abzufinden, nie Kinder haben zu dürfen. An manchen Tagen ist es ok, an anderen wiederum denke ich, dass ich es nicht durchhalten werde, z.B in Situationen wenn mir jemand von seiner Ss erzählt oder wenn ich Schwangere sehe. Inzwischen geht es soweit, dass ich fast täglich Angst habe, dass unsere Bekannten bald Nachwuchs bekommt und
ich dann immer das Baby höre. Ich weiß nicht was ich dann tun würde. Andererseits bei dem Gedanken an einen weiteren Versuch wird es mir ganz anders. Natürlich möchte ich immer noch ein Kind, allerdings wird es mit dem Alter ja auch immer schwieriger und inzwischen bin ich fast 35, aber der Gedanke dies nochmal mit zu machen und am Ende steht dann wieder ein negativ, das würde ich nicht noch einmal durchstehen. Momentan mache ich verschiedene Ausbildungen, muss viel lernen und das lenkt ein bisschen ab. Aber der Gedanke kommt immer wieder. Mit unserer Ehe, das geht immer wieder auf und ab. Aber da denke ich das ist normal, wenn man seit fast 18 Jahren zusammen ist
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Re: Abschied?

Postby naDin on 18 Feb 2018, 02:31

Über Adoption haben wir nachgedacht, konnten uns aber bisher nicht dafür entscheiden. Ich weiß, dass das jetzt total blöd klingt und viele denken, ich habe einen Knall. Aber irgendwie möchte ich gerne selbst ein Kind bekommen. Es in mir tragen und spüren. Kannst Du das verstehen? Natürlich ist mir klar, dass es ein riesiges Geschenk wäre, ein Kind adoptieren zu dürfen. Aber ich bin einfach nicht soweit, es annehmen zu können. Im Moment denke ich viel zu sehr daran, was hat das Kind während der Schwangerschaft erlitten, hat die Mutter Alkohol, Medikamente, Drogen während der Schwangerschaft genommen. Was, wenn sie das Kind zurückhaben will? Natürlich weiß ich, dass man wenn eine Frau ein Kind zur Adoption frei gibt und man diejenige Auserwählte ist, die es bekommen soll, an so etwas gar nicht denken darf, aber ich mache mir nun mal diese Gedanken. Ich denke mein Problem beim Abschiednehmen ist, dass ich ganz tief in mir drin weiß, dass es irgendwann klappt. Irgendwann habe ich ein Kind. Aber: vielleicht wünsche ich es mir nur so sehr? Mein Gefühl täuscht mich? Langsam muss ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass es vielleicht doch niemals klappen wird. Und das tut weh!
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