Abschied?

Re: Abschied?

Postby Fuchs on 04 Mar 2017, 22:32

Es klingt sehr beruhigend wenn ich höre, das auch andere ohne Eigenkapital es geschafft haben einen Wohnung oder ein Haus zu kaufen. Unsere Freunde haben und hatten teilweise so viel Eigenkapital, das sie fast keinen Kredit gebraucht haben. Aber das schaffen mein Mann und ich schon. Wir haben uns ja auch ein gebrauchtes Haus gekauft und es liegt auf dem Land (aber auch nur 10 Minuten von hier entfernt). Hier in der Stadt hätte wir uns auch nichts leisten können. Da hätten wir für den Preis wahrscheinlich nur für das Grundstück bekommen. Ich habe mir damals ein Buch über die KIWU gekauft. Damals stand daneben ein Buch mit so einen Titel wie "Abschied vom KIWU" oder so. Da habe ich gedacht, na soweit wird es wohl nicht kommen... Mal was anderes in einem anderen Forum haben wir uns mal die Frage gestellt. "Warum will ich eigentlich ein Kind?". Die Antworten waren total unterschiedlich und jede konnte man nachvollziehen. Momentan geht es mir ganz gut. Aber klar, es erwischt einem immer mal wieder mit der Traurigkeit.
Fuchs
 
Posts: 233
Joined: 16 Jun 2016, 19:29

Re: Abschied?

Postby Agnes.frankes on 10 Aug 2017, 21:31

Ich glaub schon nach 8 IUI und 5 ICSI (die katastrophal gelaufen sind), haben wir uns zum aufhören entschieden. Gestern waren wir noch bei der Genetikerin, die ein paar Zweizeller von uns untersucht hat (über die Zweizeller hinaus haben wir nämlich noch nix produzieren können) und die sahen genetisch wüst aus... Nun ist die unausweichliche Situation gekommen, in der wir - mit sehr ausgeprägtem Kinderwunsch - Abschied nehmen müssen. Irgendwie hab ich das in den letzten beiden Jahren schon geahnt, aber jetzt ist eben auch der letzte Funken Hoffnung weg. Ich will mir immer noch nicht so recht vorstellen, dass ich kein Leben mit Familie leben darf. Na ja, wie die meisten eben berichten, es gibt bessere Tage und schlechtere, die besseren werden so langsam mehr, die schlechten weniger. Trotzdem tut es mir sehr weh, dass ich mich von meinem Lebensentwurf verabschieden muss. Wir denken aber auch über Eizellspende in Kiew nach…Ich wünsch euch schonmal ein schönes Wochenende.
Last edited by Agnes.frankes on 15 Nov 2017, 23:55, edited 1 time in total.
Agnes.frankes
 
Posts: 389
Joined: 13 Feb 2016, 14:35

Re: Abschied?

Postby Louisa1998 on 08 Nov 2017, 02:43

Bei meinem Mann war es nach dem letzten Versuch so, dass er plötzlich noch Versuche im Ausland machen wollte, obwohl wir letztes Jahr abgemacht hatten, das nicht zu tun. Er wollte alles ausschöpfen, obwohl es ihm sonst immer egal war, wie die ganze Sache ausgeht. Ich weiß nicht, ob das bei ihm so eine Phase war, aber jetzt hat er sich wieder beruhigt und bittet mich nur, irgendwann den letzten Kryo-Versuch durchzuziehen und die Eisbärchen nicht zu verwerfen. Es ist bei uns also zurzeit eher umgekehrt, er könnte noch, aber ich nicht mehr.
Natürlich sind die Sachen, die man ohne Kinder machen kann, kein wirklicher Trost. Aber ich versuche es zu genießen, wir haben zum Glück auch immer unsere Reisen gemacht die letzten Jahre, ich habe nebenbei eine Weiterbildung gemacht, habe also das andere Leben nie ganz weggeschlossen. Ich weiß nur, früher konnte ich auch gut ohne den Gedanken Kinder gut leben und deswegen wird es irgendwann auch wieder gut gehen - es ist aber vorher erstmal Zeit zu trauern und loszulassen und braucht wohl einfach seine Zeit. Habt ihr über Adoption nachgedacht? Wäre das ein Weg für Euch? Wir beide wollen es aber nicht. Eine schöne neue Woche wünsche ich Dir.
Louisa1998
 
Posts: 265
Joined: 13 Feb 2016, 15:34

Re: Abschied?

Postby Siri on 15 Nov 2017, 23:54

Wir haben dasselbe Problem und haben uns nämlich zu einem zweiten TESE-Versuch entschlossen. Die Schwierigkeiten, als Paar in der Krisensituation, die das hier ist, miteinander gut zu reden, kenne ich gut und würde Euch auch empfehlen, Euch auch professionell beraten zu lassen. Wir haben schon in früheren Zeiten einmal eine Krise mit Hilfe von Gesprächen bei Pro Familia sehr gut lösen können und waren hinterher froh, den Schritt gewagt und nicht getrennt zu haben. Jetzt sind wir bei einer angeleiteten Selbsthilfegruppe mit dabei, und auch hier finden wir wieder, dass das sehr viel bringt, weil so auch einmal neue Fragen und Anstöße hereingebracht werden, auf die man als Paar untereinander nicht immer kommt.
Um die ganze Situation besser zu bewältigen, hat mir bisher am besten der Gedanke weitergeholfen, dass ich einerseits, falls es nichts wird mit dem eigenen Kind, meine Trauer darüber nicht verdrängen muss, sondern das ganz normal ist, und dass diese Trauer auch wohl etwas bleibendes sein kann, auch wenn sie sich mit der Zeit dann natürlich abschwächt. Zugleich finde ich auch, dass man durchaus auch Stolz darauf sein kann, wenn man eine solche Lebenskrise bewältigt. Um mich besser auf Überlegungen für Alternativen zum eigenen Kind einzulassen hat mir außerdem geholfen mir bewusst zu machen, dass es jetzt um etwas wirklich Neues und Anderes geht. Genauso kann ein anderer Weg natürlich dann auch sein, keine Familie zu gründen und sein Leben als Paar neu zu gestalten. Aber auch hier scheint mir das Wichtigste dann zu sein, dass man das nicht als Ersatz für das eigene Kind ansieht und außerdem weiter dazu steht, dass Trauer über den Verlust sein darf (oder sogar sein soll).
Siri
 
Posts: 350
Joined: 06 Feb 2016, 19:25

Re: Abschied?

Postby Maria Waldfogel on 05 Dec 2017, 00:08

Es tut mir auch so unendlich leid, was Du durchgemachen hast - lass Dir viel Zeit und Raum, um damit fertigzuwerden. Nach meiner 2. IVF war ich schwanger gewesen, kann man so sagen - mit Blutungen und zu niedrigen HCG-Werten. Wegen Verdacht auf Eileiterschwangerschaft musst ich dann schließlich auch in Krankenhaus mit BS und Ausschabung, auch wenn sie nichts gefunden haben. Die Angst war fürchterlich. Was noch fürchterlicher war, dass nach der OP der HCG-Wert weiterhin angestiegen war und es zwei Wochen danach zu schlimmen Bauchkrämpfen und starken Blutungen kam und erst danach endlich der Wert fiel. Vermutlich war erst das der Abgang gewesen, und irgendetwas war bei der OP nicht richtig gelaufen. Aber irgendwas sagen konnte mir damals nie einer etwas. Bis fast zwei Monate nach der OP hielten noch mehr oder weniger starke Blutungen an, und ebenso lange dauerte es, bis der HCG-Wert wieder unten war. In der Zeit konnte ich gar nicht richtig traurig sein, sondern war immer nur entsetzt, was sich so abspielte. Außerdem hing ich die ganze Zeit mit einem halben Bein im Krankenhaus und mit meinen Nerven fast am Ende. Es tut nur manchmal weh, wenn ich den Sohn einer Nachbarin sehe, der um die gleiche Zeit geboren wurde - wenn der eigentliche Entbindungstermin gewesen wäre, wenn diese Schwangerschaft geglückt wäre. Dann denke ich immer, soweit könnte mein Kind auch sein. Ich wünsche Dir viel Kraft, und komme erstmal wieder zu Dir.
Maria Waldfogel
 
Posts: 279
Joined: 14 Mar 2016, 16:22

Re: Abschied?

Postby tilda on 08 Dec 2017, 23:59

Mir selbst geht es zurzeit nicht so gut, wie vielleicht einige gelesen haben, bin ich spontan ss geworden, aber in der 7 SSW operiert worden, wegen einer Eileiterschwangerschaft. Eine Ursache konnte nicht gefunden werden und man nimmt nun an das die Frucht von der GM vermutlich wieder in den EL hochgewandert ist, wie es auch ab und zu bei der IVF passieren kann und aus Mangel der Zeit, sich dort festgesetzt hat.
Habe das Gefühl dass bis jetzt noch alles durch den Wind ist, obwohl ich mir so wünsche wieder zur Normalität zurückzukehren. Ich bin mir einfach nicht mehr sicher ob es an diesen Punkt leichter ist, endlich Abschied zu nehmen oder noch einmal weiterzumachen. Vermutlich werden wir aber im nächsten Jahr noch mal eine IVF wagen, um wenigstens alles versucht zu haben. Vermutlich braucht es Zeit um darüber hinwegzukommen, das man zwar endlich ss aber dennoch nicht ss ist. Unendlich traurig natürlich auch, weil sich vieles in der Zwischenzeit auch zerschlagen hat, wie die Geschichte mit dem PK, nach 4, 5 Jahren Wartezeit haben wir einfach beschlossen unsere Kraft nicht mehr dort hinein zu investieren und auf etwas zu hoffen das wohl nicht eintrifft. In meinen Job kann ich nicht wirklich arbeiten, da es mir schwer fällt mit Kindern umzugehen. Habe mir eine Auszeit genommen um mir klar zu werden was ich überhaupt will und dann die Entscheidung endgültig fällen.
tilda
 
Posts: 409
Joined: 25 Feb 2016, 21:18

Re: Abschied?

Postby Ruth on 21 Dec 2017, 01:51

Wie kann ich euch verstehen…Heute ruft meine Schwester mich an und erzählt dass sie wieder schwanger ist. Natürlich top geplant und gleich hat es geklappt. Die ganze Familie ist überglücklich und ich versinke in Trauer und Wut. Es ist so gemein und ungerecht. Ich kriege mich gar nicht auf die Reihe und habe Angst, weil ich denke: das wird mich mein ganzes Leben begleiten. Das ist nicht nur jetzt eine schlimme Phase, sondern es wird immer wieder so sein. Freundinnen werden schwanger und in spätestens 10 Jahren werden die ersten Freunde Großeltern bzw. es gibt schon welche, die es sind. Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass uns das Größte im Leben versagt bleibt, bei uns der Stammbaum aufhört und ich habe vor allem Angst, dass ich verbittert werde. Manchmal wünsche ich mir lieber krank zu sein, dann könnte man zum Arzt gehen, sich gesund ernähren usw. usw. Irgendwas tun, aber mit dieser Endgültigkeit fertig zu werden überfordert mich.
Mittlerweile komme ich auch mit meinem Mann an Grenzen. Er hat damit gar kein Problem und bei Zeiten auch keine Lust mehr darüber zu reden, aber ich habe so viele Gefühle dass ich manchmal denke, ich platze, wenn ich nicht mit ihm darüber reden kann. Obwohl ich auch weiß, dass er mir den Schmerz nicht nehmen kann. Außerdem hat mich gestern noch eine Freundin angerufen, die sich wohl diese Woche von ihrem Freund trennt. Auch sie sind ungewollt kinderlos und dieses Thema hat doch beide gestreckt. Ist hier jemand, der mit der Kinderlosigkeit schon abgeschlossen hat und wirklich glücklich ist?
Ruth
 
Posts: 324
Joined: 10 Feb 2016, 20:37

Previous

Return to Insemination



cron