Abschied?

Re: Abschied?

Postby omega on 04 Mar 2017, 21:01

Hallo, wollte mich einfach mal melden. Mir selbst geht es zurzeit nicht so gut, wie vielleicht einige gelesen haben, bin ich spontan ss geworden, aber in der 7 SSW operiert worden, wegen einer Eileiterschwangerschaft. Eine Ursache konnte nicht gefunden werden und man nimmt nun an das die Frucht von der GM vermutlich wieder in den EL hochgewandert ist, wie es auch ab und zu bei der IVF passieren kann und aus Mangel der Zeit, sich dort festgesetzt hat.
Habe das Gefühl dass bis jetzt noch alles durch den Wind ist, obwohl ich mir so wünsche wieder zur Normalität zurückzukehren. Ich bin mir einfach nicht mehr sicher ob es an diesen Punkt leichter ist, endlich Abschied zu nehmen oder noch einmal weiterzumachen. Vermutlich werden wir aber im nächsten Jahr noch mal eine IVF wagen, um wenigstens alles versucht zu haben. Vermutlich braucht es Zeit um darüber hinwegzukommen, das man zwar endlich ss aber dennoch nicht ss ist. Unendlich traurig natürlich auch, weil sich vieles in der Zwischenzeit auch zerschlagen hat, wie die Geschichte mit dem PK, nach 4, 5 Jahren Wartezeit haben wir einfach beschlossen unsere Kraft nicht mehr dort hinein zu investieren und auf etwas zu hoffen das wohl nicht eintrifft. In meinen Job kann ich nicht wirklich arbeiten, da es mir schwer fällt mit Kindern umzugehen. Habe mir eine Auszeit genommen um mir klar zu werden was ich überhaupt will und dann die Entscheidung endgültig fällen.
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Re: Abschied?

Postby Siri on 04 Mar 2017, 21:04

Es tut mir auch so unendlich leid, was Du durchgemachen hast - lass Dir viel Zeit und Raum, um damit fertigzuwerden. Nach meiner 2. IVF war ich schwanger gewesen, kann man so sagen - mit Blutungen und zu niedrigen HCG-Werten. Wegen Verdacht auf Eileiterschwangerschaft musst ich dann schließlich auch in Krankenhaus mit BS und Ausschabung, auch wenn sie nichts gefunden haben. Die Angst war fürchterlich. Was noch fürchterlicher war, dass nach der OP der HCG-Wert weiterhin angestiegen war und es zwei Wochen danach zu schlimmen Bauchkrämpfen und starken Blutungen kam und erst danach endlich der Wert fiel. Vermutlich war erst das der Abgang gewesen, und irgendetwas war bei der OP nicht richtig gelaufen. Aber irgendwas sagen konnte mir damals nie einer etwas. Bis fast zwei Monate nach der OP hielten noch mehr oder weniger starke Blutungen an, und ebenso lange dauerte es, bis der HCG-Wert wieder unten war. In der Zeit konnte ich gar nicht richtig traurig sein, sondern war immer nur entsetzt, was sich so abspielte. Außerdem hing ich die ganze Zeit mit einem halben Bein im Krankenhaus und mit meinen Nerven fast am Ende. Es tut nur manchmal weh, wenn ich den Sohn einer Nachbarin sehe, der um die gleiche Zeit geboren wurde - wenn der eigentliche Entbindungstermin gewesen wäre, wenn diese Schwangerschaft geglückt wäre. Dann denke ich immer, soweit könnte mein Kind auch sein. Ich wünsche Dir viel Kraft, und komme erstmal wieder zu Dir.
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Re: Abschied?

Postby Maria Waldfogel on 04 Mar 2017, 21:08

Ich glaub schon nach 8 IUI und 5 ICSI (die katastrophal gelaufen sind), haben wir uns zum aufhören entschieden. Gestern waren wir noch bei der Genetikerin, die ein paar Zweizeller von uns untersucht hat (über die Zweizeller hinaus haben wir nämlich noch nix produzieren können) und die sahen genetisch wüst aus... Nun ist die unausweichliche Situation gekommen, in der wir - mit sehr ausgeprägtem Kinderwunsch - Abschied nehmen müssen. Irgendwie hab ich das in den letzten beiden Jahren schon geahnt, aber jetzt ist eben auch der letzte Funken Hoffnung weg. Ich will mir immer noch nicht so recht vorstellen, dass ich kein Leben mit Familie leben darf. Na ja, wie die meisten eben berichten, es gibt bessere Tage und schlechtere, die besseren werden so langsam mehr, die schlechten weniger. Trotzdem tut es mir sehr weh, dass ich mich von meinem Lebensentwurf verabschieden muss. Wir denken aber auch über Eizellspende in Kiew nach…Ich wünsch euch schonmal ein schönes Wochenende.
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Re: Abschied?

Postby eva2Abel on 04 Mar 2017, 21:19

Wie kann ich euch verstehen…Heute ruft meine Schwester mich an und erzählt dass sie wieder schwanger ist. Natürlich top geplant und gleich hat es geklappt. Die ganze Familie ist überglücklich und ich versinke in Trauer und Wut. Es ist so gemein und ungerecht. Ich kriege mich gar nicht auf die Reihe und habe Angst, weil ich denke: das wird mich mein ganzes Leben begleiten. Das ist nicht nur jetzt eine schlimme Phase, sondern es wird immer wieder so sein. Freundinnen werden schwanger und in spätestens 10 Jahren werden die ersten Freunde Großeltern bzw. es gibt schon welche, die es sind. Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass uns das Größte im Leben versagt bleibt, bei uns der Stammbaum aufhört und ich habe vor allem Angst, dass ich verbittert werde. Manchmal wünsche ich mir lieber Krank zu sein, dann könnte man zum Arzt gehen, sich gesund ernähren usw. usw. Irgendwas tun, aber mit dieser Endgültigkeit fertig zu werden überfordert mich.
Mittlerweile komme ich auch mit meinem Mann an Grenzen. Er hat damit gar kein Problem und bei Zeiten auch keine Lust mehr darüber zu reden, aber ich habe so viele Gefühle dass ich manchmal denke, ich platze, wenn ich nicht mit ihm darüber reden kann. Obwohl ich auch weiß, dass er mir den Schmerz nicht nehmen kann. Außerdem hat mich gestern noch eine Freundin angerufen, die sich wohl diese Woche von ihrem Freund trennt. Auch sie sind ungewollt kinderlos und dieses Thema hat doch beide gestreckt. Ist hier jemand, der mit der Kinderlosigkeit schon abgeschlossen hat und wirklich glücklich ist?
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Re: Abschied?

Postby kühn on 04 Mar 2017, 21:30

Mir geht’s jetzt zwar ähnlich. Wir waren bereits über 8 Jahre ungewollt kinderlos und machten dann doch noch einen Termin. Wirklich mit Erfolg gerechnet haben wir nicht, aber ich wollte das Ganze nicht mit dem Gefühl abschließen nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben. Bis zu diesem Zeitpunkt sind wir nie bis zu einer richtigen Behandlung vorgedrungen weil mein Mann chronisch krank ist und einige Praxen damit Probleme hatten. Die letzten ca. 3 Jahre dieser Zeit habe ich eigentlich glücklich verlebt, wir haben viel Zeit für uns gehabt, sind weit gereist etc. Mein Job war ganz ok, wir hatten genug Geld und Haus. Ich denke ich hatte mich arrangiert und bis auf diese Verkündungen irgendwelcher neuer Schwangerschaften lief auch alles gut. Aber letztendlich glaube ich dass der Umgang mit Schwangeren und Bebies immer ein Knackpunkt geblieben wäre. Meine Schwägerin, die mich von Anfang an sehr in ihre SS integriert hat und sehr vorsichtig im Umgang mit mir war, hat es mir sehr leicht gemacht und bei ihr war es dann auch kein Problem.
Übrigens hat meine Schwester dann ihre 2. SS verkündet, als ich gerade meinen Ersttermin in der Praxis hatte... damals war ich das erste und letzte Mal auf Psyche krank geschrieben so sehr hat mich das niedergestreckt. Also ich glaube dass Du wieder richtig glücklich werden kannst, aber natürlich werden solche Zeiten immer wieder kommen in denen Du sehr traurig bist. Und was die Gespräche angeht, sag Deinem Mann einfach dass Du es loswerden musst auch wenn er es nicht mehr hören mag. Alles Gute für Dich!
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Re: Abschied?

Postby Bibolina on 04 Mar 2017, 21:36

Ich stecke in einer ähnlichen Situation wie du. Ich habe zwar drei ICSI gemacht, aber die haben schon ausgereicht um meinen Körper und meine Psyche kaputt zu machen. Nach der 3. ICSI haben wir beschlossen erstmal Pause zu machen. Diese Pause dauert jetzt schon über drei Jahre. Für meinen Mann ist unsere kinderlose Situation ok. Er kann damit leben. Klar wünscht er sich auch immer noch ein Kind, aber, wie gesagt, er kann mit der Vorstellung leben. Momentan versuche ich mich mit der Situation abzufinden, nie Kinder haben zu dürfen. An manchen Tagen ist es ok, an anderen wiederum denke ich, dass ich es nicht durchhalten werde, z.B in Situationen wenn mir jemand von seiner Ss erzählt oder wenn ich Schwangere sehe. Inzwischen geht es soweit, dass ich fast täglich Angst habe, dass unsere Bekannten bald Nachwuchs bekommt und
ich dann immer das Baby höre. Ich weiß nicht was ich dann tun würde. Andererseits bei dem Gedanken an einen weiteren Versuch wird es mir ganz anders. Natürlich möchte ich immer noch ein Kind, allerdings wird es mit dem Alter ja auch immer schwieriger und inzwischen bin ich fast 35, aber der Gedanke dies nochmal mit zu machen und am Ende steht dann wieder ein negativ, das würde ich nicht noch einmal durchstehen. Momentan mache ich verschiedene Ausbildungen, muss viel lernen und das lenkt ein bisschen ab. Aber der Gedanke kommt immer wieder. Mit unserer Ehe, das geht immer wieder auf und ab. Aber da denke ich das ist normal, wenn man seit fast 18 Jahren zusammen ist
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Re: Abschied?

Postby trixis on 04 Mar 2017, 21:40

Hallo, nach 3 IUI`s, 1 ICSI und 2 Kryos habe ich die künstliche KIWU erstmal an den Nagel gehängt. Am Ende meiner 1. ICSI war Schwägerin Nummer 1 mit dem 2. Kind schwangere und vier Wochen später Schwägerin Nummer 2 mit erstem Kind schwanger. 4 Monate später folgte die beste Freundin mit dem zweiten Kind und die Nachbarin (mit ICSI). Jetzt ist meine Verwandte durch ICSI schwanger geworden und zwei Freundinnen werden nach dem Hausbau die Pille absetzen. Kinder an allen Ecken und Enden und in der Arbeit permanent die Frage und wann ist es bei Euch soweit? Wir haben uns ein neues Ziel geschaffen. Wir haben uns ein Haus gekauft. Klar ist man traurig, wenn es mal wieder einer geschafft hat. Aber man kann nicht permanent den Leuten die schwanger sind oder kleine Kinder haben, aus dem Weg gehen.
Bisher habe ich mich auch so wenig wie möglich mit Kindern und Babys beschäftigt. Somit kann ich auch so wenig wie möglich vermissen. Das ist meine Art mich mit diesem Problem auseinanderzusetzen.
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Re: Abschied?

Postby Windchen210 on 04 Mar 2017, 21:41

Letztes Jahr konnte ich auch fast keine Babys und schwangere mehr ersehen. Aber das stimmt, man verbittert dabei. Und man sollte doch eigentlich das Leben genießen. Such dir doch ein neues Ziel in deinen Leben. Auf uns wartet bald ein Haus. Wie schon gesagt, bei mir stehen auch noch ein paar Freundinnen in den Startlöchern. Ist dein Mann an einer Adaoption interessiert? Für uns kommt es nicht in Frage. LG
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Re: Abschied?

Postby eva2Abel on 04 Mar 2017, 21:44

Adoption kommt für auch nicht in Frage. Wir haben früher oft darüber gesprochen und uns nie damit arrangieren können. Ich würde vielleicht heute einen Versuch wagen, aber mein Mann ist strikt dagegen. Er sagt, wir haben unser Leben eingerichtet und er will jetzt nicht mit 41 Jahren Vater werden. Er findet das zu alt. Und so 100 % stehe ich auch nicht dahinter. Neue Ziele sind schon da. Damit wird es schon schwieriger, sich lohnende Ziele zu stecken. Ich bilde mir immer ein, mit einem Kind wäre man aufgeräumt und dann hat man seine Aufgabe für die nächsten Jahre. Obwohl mir eine Freundin immer versichert, dass wäre überhaupt nicht so. Man ist genauso wenig aufgeräumt. Man ist möglicherweise in den ersten Jahren mehr abgelenkt, aber danach geht die Suche nach dem Sinn des Lebens für viele auch wieder los. Was machst du denn beruflich? Bist du da ausgefüllt? Und in welcher Ecke wohnt ihr? Liebe Grüße
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Re: Abschied?

Postby naDin on 04 Mar 2017, 21:49

Ich kann es sehr gut nachempfinden, wie es dir geht. Auch mir ging es im letzten Jahr nicht anders. Nach 10 Jahren KiWu, habe ich letztes Jahr meinen letzten Versuch gestartet und bin fast daran zerbrochen! Ich wollte den allerletzten perfekten Versuch machen und danach einfach mit dem KiWu aufhören, aber es lief alles ganz anders. Ich musste den Versuch nach 5 Tagen abbrechen, weil einfach meine Psyche und auch mein Körper dagegen rebelliert haben. Ich habe nur noch gespuckt, konnte nichts mehr essen und vor jeder Spritze bekam ich Panik. Ich hätte den Versuch niemals durchziehen können und hab ihn abgebrochen. Erst war ich erleichtert, aber dann bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Der Gedanke niemals eigene Kinder zu haben, hat mich schier wahnsinnig gemacht. Ich habe alles angezweifelt, mein Leben, meine Ehe, einfach alles. Ich bin in Depressionen versunken und wusste nicht mehr, wie ich da wieder herauskommen sollte. Es hatte einfach alles keinen Sinn mehr. Der Schmerz wird dich immer wieder begleiten und auch ich denke immer wieder an unsere ungeborenen Kinder, aber ich bin für die Erfahrung dankbar. Ich bin dankbar für das ganze letzte Jahr, dankbar dafür dass mir mein Körper meine Grenzen aufgezeigt hat. Heute geht es mir sehr gut. Mein Mann und ich sind sozusagen in Aufbruchstimmung. Wir wissen beide, dass ein neuer Lebensabschnitt für uns beginnt. Wir wissen noch nicht, wohin uns dieser Weg führen wird, aber wir sind neugierig und freuen uns darauf. Das Leben hat immer einen Sinn, egal ob mit oder ohne Kinder. Ob wir den wahren Sinn jemals erkennen werden, das weiß ich nicht. Wir geniessen es jetzt auch mit unseren ganzen Nichten und Neffen und auch mit den Kindern von unseren Freunden. Wir unternehmen sehr viel mit ihnen und freuen uns aber dann auch, wenn wir sie abends wieder abgeben können und unsere Ruhe haben. Das alles wird niemals meine Kinderlosigkeit ersetzen, aber es ist ein guter Anfang damit umzugehen. Ich wünsch dir alles Gute
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