Antikörper gegen Sperma?

Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby sofi_e on 15 Nov 2016, 21:37

Ich habe ebenfalls diesen Antikörper. Ansonsten keinerlei medizinische Diagnose. Der vor ca. 4 Jahren gemessene AK-Wert war um ein Wesentliches höher, als der angegebene Normwert. Allerdings gilt für den AK Wert wie bei allem anderen: er ist nicht konstant! Drei Jahre später habe ich ihn nochmals messen lassen. Er war zwar immer noch höher als der Normwert, jedoch um ein Vielfaches gesunken. Ich möchte mich jedoch gar nicht so lange dabei aufhalten. In einem Speziallabor für endokrinologische Untersuchungen bei unerfülltem Kinderwunsch wurde uns versichert, dass der Antikörper alleine nie der Grund für die Kinderlosigkeit ist. Spermienantikörper werden nach Exposition gegenüber spermatischen Antigenen im Genitaltrakt der Frau gebildet. Lokale Spermienantikörper setzen die Beweglichkeit der Spermien herab und behindern die Interaktion zwischen Spermium und Eizelle. Jedoch stellen die Antikörper aber nur bei wenigen Frauen ein tatsächlich die Fruchtbarkeit minderndes Problem dar. Auch fruchtbare Frauen bilden Spermienantikörper, die aber von zugleich produzierten antiidotypischen Antikörpern weitgehend neutralisiert werden.
Der Nachweis der Antikörper im Serum aus dem Blut ist von fraglicher Relevanz, da daraus nicht die eigentlich für die Fruchtbarkeit relevante Antikörperwirkung im weiblichen Genitaltrakt vorhergesagt werden kann und das Auftreten dieser nicht mit einer Verschlechterung der Befruchtungsrate oder einer erhöhten Fehlgeburtsrate einhergeht. Ebenso ist auch keine direkte Therapie dieser zu hohen Werte möglich, sowohl die Therapie mit Cortisonpräparaten als auch Methoden der assistierten Reproduktion (Spermieneinspritzung in die Gebärmutter als auch künstliche Befruchtung) haben keinen direkten Einfluss auf die Spermienantikörper.
Der Spermatozoen-AK ist ein recht unspezifischer parameter, wenn es um die Ursachen der Kinderlosigkeit geht. Die Bedeutung wird immer noch diskutiert, in expertenkreisen geht man mittlerweile davon aus, dass die Bedeutung nur sehr gering ist. Immerhin haben viele Frauen mit stark erhöhten Werten spontan ein Kind bekommen.
Also nochmal: lass dich nicht verunsichern! Der Antikörperwert ist nur eine Momentaufnahme und macht dich schon gar nicht zur Schuldigen.
Liebe Grüße
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Pika4u on 15 Nov 2016, 22:21

Vielen Dank für Deine ausführliche und nette Antwort. Natürlich kann ich von Dir keine verbindliche Antwort erwarten. Ich meinte auch damit die Meinungen der Ärzte, mit denen Du gesprochen hast. Denn nur die können es definitiv wissen. Und wenn Du mir sagst, dass die gemeint haben, dass man dennoch schwanger werden kann, dann reicht mir das vollkommen. Dein Beitrag fand ich sehr hilfreich und haben mir sehr geholfen.
Ob ich die Antikörper vor der Geburt meiner Tochter hatte und bei der letzten Schwangerschaft, weiß ich nicht. Daher ist das leider kein Beweis, dass es dennoch geht. Wie gesagt, dieser Wert wurde noch von keinem Frauenarzt berücksichtigt. Ich weiß es also nicht. Ich habe ja jetzt einen neuen Frauenarzt, und der scheint diesen Wert wohl als relevant zu betrachten, da er diesen sonst nicht gemessen hätte. Ich will aber auch nicht dauernd nachfragen. Und mit einem anderen, der davon Ahnung hat, das müssten ja auch wieder Gynäkologen sein, habe ich noch nicht gesprochen. Andere Ärzte, die ich gefragt habe, können mit dem Wert nichts anfangen. Und es ist in der Tat so, dass man im Internet nur wenig darüber findet, hauptsächlich über den Wert bei Männern.
Also, nochmals vielen Dank für die schnelle und nette Antwort.
Viele Grüße
Pika4u
 
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Agnes.frankes on 18 Sep 2017, 20:07

Wo hast du diese Untersuchung machen lassen? Ich habe vielleicht keine Ahnung, wie es dir
jetzt geht. Ich habe über 6 Jahre lang an Bauchschmerzen gelitten. Mein Frauenarzt meinte ich hätte eine Eileiterentzündung. Ca. 4 Jahre lang habe ich fast dauernd Antibiotika genommen. Dann meinte er irgendwann mal, dass ist jetzt chronisch, da müsse ich damit leben! Ich wollte fast nicht mehr. Das Leben ohne Kinder hatte echt keinen Sinn mehr. Teilweise konnte ich sitzen noch stehen vor Schmerzen. Untersuchungen hab ich viele gemacht, ohne Ergebnis. Irgendwann bin ich endlich auf die Idee gekommen, den Frauenarzt zu wechseln. Siehe da, die neue Ärztin hat mich gleich zur Bauchspiegelung geschickt und da war alles klar. Endometriose, natürlich schon ziemlich schlimm. Alles Mögliche miteinander verwachsen...Ich habe mir dann Vorwürfe gemacht, nicht eher schon etwas unternommen zu haben. Wichtig aber ist jetzt nur für dich, dass dich diese ganze Sache nicht verbittert. Ich habe ziemlich hart daran gearbeitet und manchmal kommt schon noch die Wut in mir hoch. Passiert aber eher selten. Versuch jetzt nicht zu sehr mit dem Schicksal zu hadern und nach vorne zu schauen. Ich weiß, dass es nicht einfach ist und schon seine Zeit brauchen wird. Alles Gute
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby sofi_e on 10 Oct 2017, 20:59

Ich würde auf jeden Fall noch mal ein Spermiogramm in einer Kiwu-Klinik machen lassen. Zum einen sind Urologen da nicht gut geschult, zum anderen kommt es beim Spermiogramm nicht nur auf die Anzahl sondern vor allem auch auf die Morphologie und die Beweglichkeit an. Wenn man nur nach der Anzahl geht, dann müsste es bei uns schon 20 mal geklappt haben, denn er hat auch unwahrscheinlich viele. Die beiden anderen Faktoren lassen aber eben zu wünschen übrig. In der Kiwu wird das Sperma ausgewertet und dann nach einer Waschung noch mal ausgewertet.
Der Postkoitaltest beweist, dass die Spermien nicht lange genug in deinem Gebärmutterhals überleben können um in die Gebärmutter und die Eileiter aufsteigen zu können bzw. aufgrund von Antikörpern oder zu zähem Zervixschleim außer Gefecht gesetzt werden. Dieses Hindernis kann man mit Hilfe von Inseminationen umgehen, da hierbei die Spermien (und zwar auch nur die gut beweglichen) direkt in die Gebärmutter gespritzt werden. Wenn du gesetzlich versichert bist, dann zahlt deine Kasse 50 %. Viele Grüße
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby kühn on 08 Nov 2017, 01:08

Wurde die Antikörper im Zervix festgestellt oder im Blut? Ich habe ebenfalls dieses Problem, allerdings wurde dieser bei mir lediglich im Blut untersucht und diagnostiziert. Die Bedeutung der Antikörper ist medizinisch umstritten. Außerdem gilt, wie auch bei den Hormonwerten: nichts ist konstant! Vor drei Jahren lag mein AK-Wert bei 146 (als normal gilt ein Wert bis 75). Vor einem Monat habe ich den Wert nochmals testen lassen, rein aus Neugierde. Und siehe da: er ist mit 100 statt 75 zwar immer noch über dem Normbereich, aber er hat sich verändert, und zwar zum Positiven. Was die Bauchspiegelung betrifft: sie wurde bei mir auch gemacht, um festzustellen, ob die Eileiter durchgängig sind. Ob du die Hormonbehandlung anschließt, ist allein deine Entscheidung. Sie wird meines Wissens ohnehin nur bei einer Endometriose empfohlen. Was ich dir jedoch raten möchte: lass dich nicht von deinem Kinderwunsch-Arzt operieren. Diese Menschen haben, aus nachvollziehbaren Gründen, immer auch ein Eigeninteresse an bestimmten Diagnosen. Da wird eine kaum sichtbare Versprengung von Gebährmutterschleimhaut schon mal als handfeste Endometriose diagnostiziert, die man dann selbstverständlich gleich mittels Downregulierung behandeln muss, um am besten im Anschluss gleich die IVF etc. durchzuführen. Also, besser eine unabhängige Meinung einholen und einen Operateur wählen, der Interesse an deiner Gesundheit hat und nicht an deinem Geldbeutel. Hör einfach auf deinen Bauch und entscheide dich, wenn du dich bereit dafür fühlst. Ich wünsche dir alles Liebe!
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Agnes.frankes on 10 Nov 2017, 22:37

Also, mein Mann und ich haben seit 4 Jahren einen Kinderwunsch. 4 Jahre schlafen wir nun schon miteinander ohne Verhütung. Es ist leider nie was passiert. Endlich haben wir den Schritt gewagt und sind in eine Kinderwunschklinik gegangen. Dort hat man mit einem Test (Postkoitaltest) festgestellt, dass mein Zervixschleim die Schwimmer von meinem Mann abtötet. Ich hab es mit eigenen Augen gesehen unterm Mikroskop. Es wimmelte nur so von Spermis...dann kam mein Schleim dazu und nach ein paar Sekunden waren alle wie erstarrt bzw. zappelten vor sich her, ohne sich auch nur einen Millimeter vom Fleck bewegen zu können
Das einzige was uns in diesem Fall helfen könnte, ist eine Insemination. Diese haben wir gemacht. Mir wurden letzte Woche die Spermien von meinem Mann mittels Mini-Schlauch direkt in die Gebärmutter gespritzt...somit wurde mein Schleim (der nur am Muttermund sitzt) umgangen und nur so können wir auch eine reale Chance haben endlich ein Baby zu bekommen. Woher kommt dieser aggressive ZS? Arbeitet selbst da mein Immunsystem Hochleistung und stößt alles ab, was nicht dahin gehört? Oder gibt es sowas einfach bei manchen Frauen? Hat das nix mit Allergien? Finde das nämlich alles sehr interessant...wenn es nämlich mit einer Insemination klappt, dann haben wir 4 Jahre umsonst am Baby gebastelt...denn dann ist wirklich mein Zervixschleim an allem Schuld...Liebe Grüße
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Windchen210 on 05 Dec 2017, 00:16

Ich drücke Dir ganz doll die Daumen, dass Eurer Kinderwunsch in Erfüllung geht. Ich weiß wie Du dich fühlst, denn ich habe 4 Inseminationen gebraucht, bis es bei mir geklappt hat und das war gewiss keine einfache Zeit, aber es lohnt sich. Viel Glück Euch beiden! Bei uns war das Problem, dass mein Mann wohl nicht genügend Spermien hatte, wobei ich immer gesagt habe dass mir doch einer reichen würde. Im Nachhinein lag es wohl auch bei mir, weil ich soviel unentdeckte NMU's hatte. Mein Körper war wohl, denke ich, selbst nicht bereit schwanger zu werden, mit all den Problemen. Aber mit Hilfe hat es nach 4 Versuchen geklappt. Man braucht Geduld und muss negative Versuche wegstecken. Aber es klappt, man muss nur dran glauben. Ich drück Dir beide Daumen.
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby kühn on 16 Dec 2017, 03:06

Wo hast du diese Untersuchung machen lassen? Ich habe vielleicht keine Ahnung, wie es dir jetzt geht. Ich habe über 6 Jahre lang an Bauchschmerzen gelitten. Mein Frauenarzt meinte ich hätte eine Eileiterentzündung. Ca. 4 Jahre lang habe ich fast dauernd Antibiotika genommen. Dann meinte er irgendwann mal, das ist jetzt chronisch, da müsse ich damit leben! Ich
wollte fast nicht mehr. Das Leben ohne Kinder hatte echt keinen Sinn mehr. Teilweise konnte ich sitzen noch stehen vor Schmerzen. Untersuchungen hab ich viele gemacht, ohne Ergebnis. Irgendwann bin ich endlich auf die Idee gekommen, den Frauenarzt zu wechseln. Siehe da, die neue Ärztin hat mich gleich zur Bauchspiegelung geschickt und da war alles klar. Endometriose, natürlich schon ziemlich schlimm. Alles Mögliche miteinander verwachsen...Ich habe mir dann Vorwürfe gemacht, nicht eher schon etwas unternommen zu haben. Wichtig aber ist jetzt nur für dich, dass dich diese ganze Sache nicht verbittert. Ich habe ziemlich hart daran gearbeitet und manchmal kommt schon noch die Wut in mir hoch. Passiert aber eher selten. Versuch jetzt nicht zu sehr mit dem Schicksal zu hadern und nach vorne zu schauen. Ich weiß, dass es nicht einfach ist und schon seine Zeit brauchen wird. Alles Gute
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Bibolina on 18 Dec 2017, 22:51

Ich würde auf jeden Fall noch mal ein Spermiogramm in einer Kiwu-Klinik machen lassen. Zum einen sind Urologen da nicht gut geschult, zum anderen kommt es beim Spermiogramm nicht nur auf die Anzahl sondern vor allem auch auf die Morphologie und die Beweglichkeit an. Wenn man nur nach der Anzahl geht, dann müsste es bei uns schon 20 mal geklappt haben, denn er hat auch unwahrscheinlich viele. Die beiden anderen Faktoren lassen aber eben zu wünschen übrig. In der Kiwu wird das Sperma ausgewertet und dann nach einer Waschung noch mal ausgewertet. Der Postkoitaltest beweist, dass die Spermien nicht lange genug in deinem Gebärmutterhals überleben können um in die Gebärmutter und die Eileiter aufsteigen zu können bzw. aufgrund von Antikörpern oder zu zähem Zervixschleim außer Gefecht gesetzt werden. Dieses Hindernis kann man mit Hilfe von Inseminationen umgehen, da hierbei die Spermien (und zwar auch nur die gut beweglichen) direkt in die Gebärmutter gespritzt werden. Wenn du gesetzlich versichert bist, dann zahlt deine Kasse 50 %. Viele Grüße
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Pika4u on 13 Jan 2018, 22:57

Ich habe, ehrlich gesagt, keine Ahnung was man da tun kann, mein Arzt hat auch keine. Ich hatte dem Kinderwunsch eigentlich schon abgeschlossen, nach 6 IUI Versuchen, der Arzt meine immer nur weiterprobieren, positiv denken und das wird dann schon. Ich habe mich so
mit meinen Mann zerstritten, wegen der Sache - ich aufgeben, er weitermachen, das ich ausgezogen bin… wollte nur weg und niemanden mehr sehen. Bereits vor 2 Jahren habe ich ihn auf diesen Test angesprochen - er hat aber nur abgewunken - wäre nicht notwendig. Aber nun - passt alles wieder zusammen, die ganzen Nebenerscheinungen der IVF, alles Reaktionen zu
Antikörper gegen Spermien. Und nun frage ich mich, ob ich der Arzt bin, oder er. Manchmal frag ich mich, ob ich so blöd bin, und alle um mich so intelligent, oder warum ich zum Arzt gehe, wenn der die gröbsten Nebenwirkungen des Antikörpers nicht bemerkt (z.B. Langsames Eizellwachstum trotz hoher Dosen von Hormonen etc). Selbst der Immunologe hat gemeint, dass das eigentlich bereits grob fahrlässig wäre, da weiterzumachen, wenn man merkt, dass man den Patienten fast zu Tode spritzen kann, bis die Eierstöcke langsam aber doch das tun, was man damit bezwecken will
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