Antikörper gegen Sperma?

Antikörper gegen Sperma?

Postby Pika4u on 15 Nov 2016, 18:58

Hallo zusammen,
Ich bin in tiefen Schock und sehr traurig! Wir üben mit meinem Mann über ein Jahr, um ein Kind zu bekommen, jetzt sind wir in einer Kinderwunschklinik in Behandlung. Alle Untersuchungen haben bisher ergeben, dass wir beide kerngesund sind und auch mit meinem Zyklus ist alles in Ordnung. Soweit, so gut. Allerdings hat man jetzt festgestellt, dass mein Schleim die Spermien meines Mannes radikal tötet, also bildet Antikörper gegen Spermien!
Weiß jemand, woher so etwas kommt? Gibt es homöopathische Mittel, die unseren KiWu unterstützen könnten? Eine Insemination soll angeblich mit hoher Wahrscheinlichkeit Erfolg bringen, ich habe aber schon 3 erfolglose hinter mir. Jetzt soll auch noch eine Bauchspiegelung gemacht werden, um völlige Klarheit über alles zu haben und auch eine Endometriose wirklich ausschließen zu können. Auf IVF und ICSI habe ich eigentlich keine große Lust wegen der ganzen Hormonbehandlung und der Eingriffe. Und wenn die Versicherung wegen meines Alters nicht zahlen will, übernehmen wir das selbst. Momentan fühle ich mich wie ein Versuchskaninchen, ständig Untersuchungen, Blutabnahmen und dann noch eine kleine OP...so habe ich mir das nicht vorgestellt.
Wer hat so etwas erfolgreich hinter sich gebracht und ist schwanger geworden? Nach wie vielen Versuchen? Momentan zweifle ich stark daran, dass es noch klappen könnte... Was könnte ich zur Entspannung tun? Ich fühle mich so saft und kraftlos, ungewöhnlicherweise hatte ich schon 3 Erkältungen dieses Jahr und eine kleine Gürtelrose, das ist doch nicht normal. Andauernd krank...
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Agnes.frankes on 15 Nov 2016, 19:04

Wurde die Antikörper im Zervix festgestellt oder im Blut? Ich habe ebenfalls dieses Problem, allerdings wurde dieser bei mir lediglich im Blut untersucht und diagnostiziert. Die Bedeutung der Antikörper ist medizinisch umstritten. Außerdem gilt, wie auch bei den Hormonwerten: nichts ist konstant! Vor drei Jahren lag mein AK-Wert bei 146 (als normal gilt ein Wert bis 75). Vor einem Monat habe ich den Wert nochmals testen lassen, rein aus Neugierde. Und siehe da: er ist mit 100 statt 75 zwar immer noch über dem Normbereich, aber er hat sich verändert, und zwar zum Positiven. Was die Bauchspiegelung betrifft: sie wurde bei mir auch gemacht, um festzustellen, ob die Eileiter durchgängig sind. Ob du die Hormonbehandlung anschließt, ist allein deine Entscheidung. Sie wird meines Wissens ohnehin nur bei einer Endometriose empfohlen. Was ich dir jedoch raten möchte: lass dich nicht von deinem Kinderwunsch-Arzt operieren. Diese Menschen haben, aus nachvollziehbaren Gründen, immer auch ein Eigeninteresse an bestimmten Diagnosen. Da wird eine kaum sichtbare Versprengung von Gebährmutterschleimhaut schon mal als handfeste Endometriose diagnostiziert, die man dann selbstverständlich gleich mittels Downregulierung behandeln muss, um am besten im Anschluss gleich die IVF etc. durchzuführen. Also, besser eine unabhängige Meinung einholen und einen Operateur wählen, der Interesse an deiner Gesundheit hat und nicht an deinem Geldbeutel. Hör einfach auf deinen Bauch und entscheide dich, wenn du dich bereit dafür fühlst.
Ich wünsche dir alles Liebe!
Agnes.frankes
 
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Bibolina on 15 Nov 2016, 19:07

Genau das gleiche wurde bei mir auch letzten Sommer bei einer Blutuntersuchung festgestellt. Wie hoch ist denn bei dir der Wert? Bei mir waren es 250. Ich hab mir wahnsinnig viele Gedanken gemacht. Ich habe aber inzwischen 4 Ärzte dazu befragt und alle waren sich einig, dass dieser Wert keine Aussagekraft hat und zu vernachlässigen ist, eigentlich wäre es gar nicht mehr üblich ihn aus dem Blut zu bestimmen. Wenn überhaupt sei ein Postkoitaltest sinnvoll um zu sehen, ob die Spermien den Weg in die Gebärmutter schaffen oder schon im Gebärmutterhals abgetötet werden. Ich denke, du solltest mal deinen Arzt um einen solchen Test bitten, falls er ihn nicht durchführt dann geh in ein Kiwu-Zentrum, das ist dort Standard.
Sollte dieser Test positiv ausfallen, sprich die Spermien werden bereits vor Erreichen der Gebämutterhöhle abgetötet, dann gibt es die Möglichkeit es mit Hilfe von Inseminationen zu versuchen, da somit die hinderliche Barriere umgangen wird. Ich würde mir an Deiner Stelle erst noch mal eine 2. und evtl. 3. Meinung dazu einholen.
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Pika4u on 15 Nov 2016, 19:13

Danke für eure Antworten! Mir wurde Zervixschleim abgenommen und dann mit dem Sperma zusammengebracht, Ergebnis: nur noch 6% bewegten sich noch ganz schwach (von vorher über 50 % gut beweglichen). Vor allem die Behandlung der Antikörper ist wohl umstritten, früher wurde mit Cortison behandelt, das hat aber auch nicht zu eindeutigen Ergebnissen geführt, deshalb lässt man es heute völlig. Ich finde auch überhaupt nichts darüber, warum diese Antikörper überhaupt gebildet werden. Mein Partner hatte ein erstes Spermiogramm machen lassen, was wohl nicht besonders gut war, zuwenig lebende und die eingeschränkt beweglich. Also kam er mit Breitband-Antibiotika nach Hause, die wir beide nehmen sollten. Das habe ich abgelehnt, da die Untersuchungen sonst überhaupt nichts ergeben hatten. Er war komplett gesund, also wo soll die Entzündung denn dann sein?
Die Bauchspiegelung macht nicht mein behandelnder Arzt, sondern sein Kollege, der mich nicht kennt, aber der Endometriose Spezialist aus dieser Praxis ist, Dr. Verhoeven. Ok, die gleiche Praxis, aber die schleusen da so viele Patientinnen durch, ich glaube kaum, dass die sich absprechen. Mein Arzt schaut auch immer erst in die Akte, wenn ich vor ihm sitze. Beschwerden habe ich keine, bis auf die 2 Tage Bauchschmerzen während der stärksten Regelblutung, die habe ich aber schon, seitdem ich meine Regel bekomme, und irgendwelche Entzündungen oder andere OPs hatte ich auch nicht, deswegen erwarte ich eigentlich, dass der Operateur reinschaut und nix findet...
Für mich kommen erst einmal die IUI in Frage, IVF und ICSI stelle ich erst einmal völlig zurück, das scheint mir eine Hammerbehandlung zu sein, Schritt für Schritt und so sanft wie möglich, um den Körper nicht zuviel zu belasten. Wenn ich dann nochmal 4-5 ungültige Versuche habe, kann ich immer noch drüber nachdenken...Ich wünsche Euch alles Liebe!
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Engeline on 15 Nov 2016, 19:21

Ich würde auf jeden Fall noch mal ein Spermiogramm in einer Kiwu-Klinik machen lassen. Zum einen sind Urologen da nicht gut geschult, zum anderen kommt es beim Spermiogramm nicht nur auf die Anzahl sondern vor allem auch auf die Morphologie und die Beweglichkeit an. Wenn man nur nach der Anzahl geht, dann müsste es bei uns schon 20 mal geklappt haben, denn er hat auch unwahrscheinlich viele. Die beiden anderen faktoren lassen aber eben zu wünschen übrig. In der Kiwu wird das Sperma ausgewertet und dann nach einer Waschung noch mal ausgewertet.
Der Postkoitaltest beweist, dass die Spermien nicht lange genug in deinem Gebärmutterhals überleben können um in die Gebärmutter und die Eileiter aufsteigen zu können bzw. aufgrund von Antikörpern oder zu zähem Zervixschleim außer Gefecht gesetzt werden. Dieses Hindernis kann man mit Hilfe von Inseminationen umgehen, da hierbei die Spermien (und zwar auch nur die gut beweglichen) direkt in die Gebärmutter gespritzt werden. Wenn du gesetzlich versichert bist, dann zahlt deine Kasse 50 %.
Viele Grüße
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby eva2Abel on 15 Nov 2016, 19:28

Ich will Dich nicht entmutigen, ich erzähle Dir nur wie es bei meiner Kollegin war und weiß auch nicht, ob Du das gleiche meinst. Sie hatte eine Allergie gegen Spermien. D.h. die Schwimmer kamen nicht in ihrer Gebärmutter an (und somit nicht an das Ei), weil es eine jedesmal eine Abwehrreaktion gab. Ihr blieb dann nur noch die künstliche Befruchtung über, dafür hat sie aber heute einen wunderhübschen kleinen Jungen.
Also, lass Dich anständig beraten.
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Pika4u on 15 Nov 2016, 19:32

Danke für eure Tipps. Nachdem ich im IVF Zentrum komplett durchgecheckt wurde, TVHL (transvaginale Hydrolaparoskopie) mit Narkose, was ich übrigens problemlos vertragen habe, sind tatsächliche die Antikörper im Zervixschleim als Diagnose übrig geblieben. Ansonsten bin ich völlig gesund mit total normalem Hormonzyklus. Die Aussage meines Arztes war, dass man früher langwierig versucht hat, mit Immuntherapien die Antikörper in den Griff zu bekommen, aber ohne signifikanten Erfolg. Es kostet Geld und vor allem Zeit, ohne jegliche Erfolgstherapie. Man ist wieder völlig davon abgekommen, mit Immuntherapien herumzuexperimentieren. Deshalb haben wir uns entschieden, zu inseminieren. Es ist völlig natürlich, weil die Samenspende des Mannes noch aufbereitet wird und dann mit einem Katheter direkt am Muttermundschleim vorbei vor die Eileiter gelegt wird. Also keine Spritzen für Eireifung, Eisprung o.ä. wie bei IVF oder ICSI...
Ich bin zwar noch nicht schwanger, aber wir sind beide voller Hoffnung, dass es so klappen wird! Diese ewigen Untersuchungen und Blutabnahmen gehen mir so sehr auf den Geist, irgendwie ist der Stress pur, dass wir uns entschlossen haben, zu meiner FÄ zurückzugehen. Die kann das mit der Insemination nämlich auch. Mathematisch gesehen ist das aber auch nur ein Wahrscheinlichkeitsspielchen... Alles ist Geldschneiderei. Manche Ärzte stimulieren auch Unsicherheiten, um noch ein bisschen Kasse zu machen. Beispiel: schön, dass ich jetzt per TVHL 100% weiss, dass alles in Ordnung ist mit Eileiter-Druchgängigkeit, keine Endometriose etc. Aber es gab vorher auch keinerlei Indikation dafür! Da habe ich mich mit 90% Wahrscheinlichkeit schon verrückt machen lassen, dass ich 100% Gewissheit bräuchte und habe es zum Glück gut vertragen. Ich bin schon mit dem Bauchgefühl dorthin, dass sowieso alles ok ist...aber man weiss ja nie...schwieriges Thema.
Liebe Grüße
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Pika4u on 15 Nov 2016, 19:37

Ich frage mich die ganze Zeit, warum ich diese Antikörper habe? Wie kommt so was? Wie schon erzählt, habe ich früher immer Probleme mit unregelmäßigem Zyklus gehabt. Zuviele männliche Hormone und deshalb bekam ich auch die Pille verschrieben. Seit Mai nehme ich nun keine Pille mehr - (wenn es passiert, dann passiert es)... Meine Zyklen haben sich auf ca. 35 Tage eingependelt und der Bluttest ergab dass meine Hormone in Ordnung sind, also nicht mehr zu viele männliche Hormone da sind. Jetzt hab ich Antikörper? Jetzt wo ich schwanger werden will? Wie das mit dem Imunwerden funktioniert, weiß ich nicht aber wenn das Impfen mit Blut meines Mannes eine Möglichkeit ist... mal sehen was der Doc dazu sagt.
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby Fuchs on 15 Nov 2016, 19:39

Die IUI ist die Methode der Wahl bei Sperma-Antikörper, da die Spermien mittels Zentrifugation und "Swim up" (sog. Aufbereitung) vom Sperma getrennt werden. Vorteil ist zudem, dass die Spermien durch die Aufbereitung meistens besser beweglich werden und durch das Einbringen mit Katheter in die Gebärmutter der Weg zur EZ kürzer ist. Die Chancen sind also höher als bei normalem GV. Wahrscheinlich werden nicht alle Spermien durch die AK abgetötet, aber die SS wird erschwert. Von einer Desensibilisierung habe ich ehrlich gesagt noch nichts gehört, kenne auch niemanden, der dies macht. Es gibt Therapieversuche mit Cortisonpräparaten, aber auch hierbei ist der Erfolg fraglich.
Liebe Grüße
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Re: Antikörper gegen Sperma?

Postby kühn on 15 Nov 2016, 19:42

Wie lange hattest du es schon probiert, bis sie bei der festgestellt haben, dass du Antikörper gegen die Spermien hast? Wir versuchen seit 2 einhalb Jahren vergeblich ein Kind zu bekommen. Letztes Jahr wurde bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Diese haben sie aber soweit in Griff bekommen. Nun waren wir das erste mal zum Gespräch in einer KiWu-Klinik. Gestern haben sie mir Blut abgenommen, weil die Samen meines Mannes nicht bis nach oben kommen. 90% sind schon in der Gebärmutter abgestorben und 10% waren beweglich, aber zu langsam. Sie schwimmen gerade aus, fangen dann aber irgendwann an, sich zu drehen. Deswegen schaffen sie es nicht bis ans Ziel. Nun vermuten sie Antikörper gegen die Spermien.
Uns wird wahrscheinlich nur eine IUI helfen.
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