Samenspende

Samenspende

Postby Nala on 25 Feb 2017, 01:11

Ich würde mich gerne mit euch aus positiver Sicht über Samenspende austauschen. Wir haben vom Urologen zweimal ein Spermiogramm machen lassen, letztes Jahr und dieses Jahr. Eins in der Ki-Wu-Praxis und dann hatten wir noch die Probe im Sommer von der erfolglosen ICSI. Es ist sehr sehr schlecht. Im Arztbrief vom Urologen vom letzten und diesen Jahr steht unter Spermiendichte 0,5 Mio/ml. Leider haben wir dieses Jahr erfahren, dass nicht wirklich 500 000 Spermien vorhanden sind, sondern dass einfach ihre kleinste Einheit ist, die sie messen. So konnten wir auch nicht vergleichen, ob es sich wenigstens minimal verbessert hat. Wir haben am Freitag einen Termin in der Andrologie an der Uni-Klinik. Wahrscheinlich werden wir eine ICSI mit einer TESE probiere. Mein Mann ist zwar bei einem Arzt in TCM-Behandlung, das Organsystem der Niere steht für die Zeugungskraft, Lebenskraft. Die zwei Urologen haben auch nie viel gesagt, mein Mann musste eher die Therapievorschläge machen. Das Spermiogramm empfinde ich irgendwie als Hohn. Steht kaum was drauf, viele Felder sind nicht ausgefüllt und es wurde nicht nach Bakterien und Co. untersucht. Eine erfahrene Frauenärztin meinte zwar, dass wir keine weiteren Untersuchungen bräuchten. Aber bevor ich den Weg gehe mich evtl. auf Fremdspermien einlasse, möchte ich doch das Gefühl haben, dass wir die Möglichkeiten die wir hatten ausgeschöpft haben. Ich überlege z.B. ob Globuli und Co. noch nötig sind wegen entgiften etc. Aber an sich müsste da durch die TCM schon aufgeräumt sein. Ich mache auch TCM und bin beim selben Arzt. Auf der einen Seite denke ich schon, dass er weiß, was er macht, auf der anderen Seite habe ich den Eindruck, dass er zuwenig Erfahrung hat. Habt ihr eine Idee, Anregungen bezüglich Urologen, Andrologen, erfahrene Heilpraktiker, Samenspende etc? Ich bin echt nicht scharf darauf, Spermien eines anderen Mannes mir einsetzen zu lassen. Aber irgendwie komm ich anscheinend nicht drum herum und will einen Weg finden damit ich mich mit dieser Möglichkeit anfreunden kann. Kennt ihr aus eigener Erfahrung oder vom Hörensagen gute oder neutrale Erfahrung von Familien mit Kindern von Samenspendern? Wie kann ich meinen Mann unterstützen? Gibt es eine Formel wie er wieder optimistisch wird? Er ist nicht betrübt, aber für ihn ist quasi klar, dass es mit seinem Samen nichts wird. Was Spendersamen angeht ist er viel offenener als ich. Er meinte mal, dass ist doch irgendwie wie Patchworkfamilie. Liebe Grüße
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Re: Samenspende

Postby sofi_e on 25 Feb 2017, 01:14

Das kenne ich auch gut. Damals, als das alles so auf den Tisch kam, hatte ich ein langes Gespräch mit meinem Mann und konnte mich dann nach und nach wieder beruhigen. Das Spermiogramm meines Mannes ist ähnlich. Da steht allerdings drauf, dass die Dichte unter 0,1 Mio pro ml sind, die Spermein müssen aber einzeln ausgezählt werden. Eine TESE will mein Mann nicht, was ich gut verstehen kann, aber das ist ja nun auch nicht wirklich nötig wenn Spermien da sind. Was ich nicht verstehe, warum ihr nun meint eine ICSI würde nicht klappen. Genau für Probleme, wie diese, wurde die ICSI doch erfunden. Wir haben uns auch schon mit dem Thema Samenspende befasst, aber ich bin da ziemlich unlocker. Das kann ich mir nicht gut vorstellen, das macht mich eher beklommen. Nie ein Kind auszutragen wäre für mich aber auch eine schlimme Sache. Was ich und unsere Beziehung besser verkraften das weiß ich jetzt auch noch nicht. Wir stehen nun vor der zweiten ICSI und werden vorher auch noch ein bißchen Unterstützung in Anspruch nehmen und es dann einfach wagen. Ich bin da zwar auch noch nicht so klar, aber tut auch mal gut mit jemandem zu reden, der was Ähnliches hat.
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Re: Samenspende

Postby Nala on 25 Feb 2017, 01:16

Vielen Dank für deine Antwort. Im Sommer meinte der Laborarzt am Telefon, wenn die Spermienqualität so bleibt, wird das in Zukunft auch nichts. Danke ich war bedient. Die Mitteilung, dass es nicht zu einer Befruchtung kam hätte mir gelangt. Anscheinend muss doch gewisse Qualität vorhanden sein. Mein Mann musste sogar zwei Proben abgeben. Der KiWu-Arzt meinte, dass ein zweiter Versuch nur mit einer TESE Sinn machen würde. Mein Mann möchte auf keinen Fall wieder in so eine Situation kommen. Das hat mich eben beim Spermiogramm so stutzig und auch ärgerlich gemacht. Und ein Arzt aus der Praxis hat sogar die Fachbezeichung Androloge. Was ist das für Fachärzte bzw. Fachpraxen. Manchmal komme ich mir mehr vom Fach vor. Ich bin heute etwas bießig, aber in dieser Richtung schiebe ich schon Frust, da ich mich allein gelassen fühle. Und man ja eigentlich das Gefühl vermittelt bekommt, mit ICSI geht alles, dafür haben wir es doch erfunden. Aber anscheinend doch nicht für alle, für uns. Sorry, dass du den Frust abbekommst.
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Re: Samenspende

Postby sofi_e on 25 Feb 2017, 01:22

Wenn die Befruchtung nicht klappt, dann ist das schon eine wackelige Sache. Mir haben die Ärzte erklärt, dass das schon mal passieren kann und man dann eben noch mal versucht. Aber so eine Nachricht ist schon ein ziemlicher Hammer…Ich habe mir abgeschminkt, dass bei der Spermienqualität, die mein Mann hat, naturheilkundliche Maßnahmen wirken und wir einfach auf ICSI hoffen. Wenn das nicht klappt, dann stehen wir genauso vor dem Punkt - wie soll es weitergehen? Davor habe ich auch ganz schön Angst. Allein deshalb habe ich schon mal über Samenspende nachgedacht...Ich kann mir vorstellen wie alleine du dich jetzt fühlst. Wenn der Standard nicht so funktioniert, wenn die Ärzte keine Pläne mehr anbieten, das ist schon echt blöd. Diese Telefon Hiobsbotschaften hatten wir auch und ich war dann immer völlig fertig. Tut mir echt leid, dass ich deine Situation nicht gleich erkannt und verstanden habe. Selbst unter Gleichgesinnten kann man sich noch anders fühlen als alle andern. Ich weiß nicht was in so einer Situation hilfreich ist, aber ich möchte dir trotzdem sagen dass ich mit dir fühle. Und ich euch Mut und Klarheit für eure Entscheidungen wünsche.
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Re: Samenspende

Postby Nala on 25 Feb 2017, 01:25

Ja mir ist auch aufgefallen, dass hier im Forum Samenspende kaum ein Thema ist. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich noch mehr Frauen melden. Mir würde es auch reichen, wenn ich höre bei meiner Freundin war es relativ unproblematisch und später auch als sie es ihrem Kind gesagt haben. Oder ich würde meinem Kind nichts sagen. Dass Kind hat leichter auf die Nachricht reagiert als wir erwartet haben. Und es auch in der Öffentlichkeit ja nicht jeder über dieses Tabu und wegen dem nachvollziehbarer Intimität des Themas mit seinen Freunden und Bekannten redet. Von daher bin ich auch sehr gespannt ob sie hier bezüglich Antworten noch etwas an Austausch tut.
Ich denke auch, dass es wichtig ist, dass ich mir klar werde, ob es eine wirkliche Option für mich ist oder nicht. Egal ob es mit einem Ja oder Nein ausgeht. Es wird gut und für uns sein. Und ich bin mir sicher, dass unserer Beziehung nicht am Kinderwunsch zerbricht. Dafür hat er uns schon zum Glück fest aneinander geschweißt. Ja und ich wäre einfach wirklich unwahrscheinlich gern schwanger, würde total gern stillen wollen und meinem Mann als Vater erleben wollen. Er ist bestimmt ein guter Vater, wenn das Leben ihn lässt. Das Leben wird zeigen, ob wir es mit unserem eigenen Kind oder Pflegekind erleben dürfen.
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Re: Samenspende

Postby Fuchs on 25 Feb 2017, 01:28

Ich habe Erfahrungen mit diesem Thema. Wir haben sehr lange versucht ein Kind zu bekommen. 5 Jahre, 6 Jahre, keine Ahnung... Genau vor einem Jahr ist mein Mann zum Arzt und die Diagnose war niederschmetternd. Nichts, gar nichts vorhanden, nicht ein einziges Spermium. Zitat des Urologen, warten sie mal drei Monate und dann kommen sie wieder. Der Schmerz, die Enttäuschung, die Vorwürfe und nicht zuletzt die riesige Hoffungslosigkeit machten sich breit. Mein Kontrollwahn hat mich sofort einen Termin in einer Kinderwunschpraxis machen lassen, jetzt wird alles besser, alles wird gut. En weiteres Spermiogramm, ein sehr einfühlsamer Arzt, der uns eigentlich bei dieser Diagnose sofort einen Gentest vorgeschlagen hat (danke an dieser Stelle an den Arzt, denn so hatten wir schnell die grausame Gewissheit). Die Gewissheit niemals ein Kind mit meinem Mann haben zu können, den ich so sehr liebe. Es ist ein Gendefekt, der so dokumentiert noch nie vorgekommen ist. Dann die Entscheidung für den Spendersamen. Es ist schwierig, noch immer. Hält man doch an diesem Bild von der romantischen Zeugung eines Kindes fest. Zwischenzeitlich sind wir eine 1 IUI, die eine Not IVF wurde und 2 IUI ´s weiter und es hat noch immer nicht funktioniert. Es liegt wohl auch an den Eizellen und somit machen wir uns im März auf den Weg zur heterologen ICSI und Hoffen auf unser Glück.
Es ist nicht einfach und eigentlich ist es das erste Mal, dass ich die Gedanken so aufgeschreiben habe. Ich wünsche Dir und deinem Mann viel Glück bei der Entscheidung. Sie ist nicht leicht aber eigentlich ist es doch nur biologisch interessant wer der Erzeuger ist. Es geht um die Liebe, die wir unserem Kind im Leben entgegenbringen. Liebe Grüße
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Re: Samenspende

Postby naDin on 25 Feb 2017, 01:34

Das ist wirklich eine nicht einfache Situation, und ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich habe keine Erfahrungen mit dem Thema, zumindest nicht direkt, aber doch ein paar Gedanken dazu. Ich denke mittlerweile nicht mehr, dass es nur biologisch interessant ist, wer der Erzeuger ist. Meine Mutter hatte mit meinem Vater nur eine sehr kurze Beziehung und bewusst habe ich ihn erst mit 15 Jahren kennengelernt. Auf diese Weise hatte ich nie einen sozialen oder emotionalen Vater, erst ab 6 Jahren, als mein Stiefvater in unsere Familie kam. Weil ich innerlich doch verletzt war über diese Abwesenheit. Aber das ist eine Illusion. Das Fleisch, der Körper, die Physiognomie, das Gesicht, die Gene, die Talente und die Schwächen, die mit den Genen verbunden sind - all das macht unsere Persönlichkeit ebenso einzigartig wie die Prägung der Umwelt. Sie ist sehr wichtig. Aber: die soziale und emotionale Bindung an einen Menschen, der Dich aufwachsen sieht und mit erzieht, ist ebenso stark, wenn nicht sogar emotional stärker. Zu meinem Stiefvater habe ich definitiv eine viel stärkere emotionale Beziehung als zu meinem leiblichen Vater - und meinen Stiefvater habe ich erst sehr spät mit 6 Jahren bekommen. Ich weiß nicht, was ich meinem Kind erzählen würde, wenn es biologisch einen anderen Vater hätte.
Meine Bekannt hat nach erfolglosen künstlichen Befruchtungsversuchen mit ihrem Mann ein kleines Töchter in Babyalter zur Pflege genommen und nun adoptiert. Sie kann seitdem nicht mehr verstehen, warum sie sich all die Jahre so gequält hat mit der künstlichen Befruchtung und hätte sogar nun gern ein zweites Kind - eine leidenschaftliche, liebevolle Mutter. Eine andere Bekanntin war im Ausland in der Ukraine wegen Eizellspende – auch erfolgreich und sie liebt ihre Tochter über alles, obwohl biologisch gehört sie zu einer anderen Frau. Es war von Anfang an integriert in die neue Familie - später wird die Kleine sicher mehr fragen, dann wird mehr erzählt. So einen ähnlichen Weg würde ich wohl versuchen zu gehen. Und nochwas: Ich finde es unglaublich liebevoll von Deinem Mann, dass er für eine Samenspende offen ist! Alles Liebe
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Re: Samenspende

Postby Windchen210 on 25 Feb 2017, 01:35

Eine TESE ist eine operative Gewinnung von Spermien aus dem Hoden, sofern welche da sind. Oftmals kann man einige wenige finden, die für eine ICSI genutzt werden können. Häufig sind die Spermien aber noch in einem unausgereiften Zustand. Aber das muss wirklich von Mann zu Mann individuell entschieden werden. Eine heterologe ICSI ist eine ICSI mit Spendersamen. Wer hätte gedacht, dass all diese medizinischen Begriffe irgendwann zu meinem Vokabular gehören würden, viele liebe Grüße
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Re: Samenspende

Postby Nala on 25 Feb 2017, 01:41

Vielen Dank für deinen offenen Beitrag. Ja es geht um die Liebe zu unsern Kindern, egal welchen Weg wir gehen. Ich bin mir noch nicht in klaren welchen wir gehen werden. Es ist auch nicht schlimm, dass ich den Weg noch nicht konkret kenne. Über Pflegekind denke ich ab und auch mal nach und taste mich langsam auch zu diesem Thema vor. Es ist schön, dein Bericht von deiner Bekannten zu lesen. Das macht Mut. Ich fand es heute gut zu lesen, dass es auch Literatur zum Thema Aufklärung Samenspende für Kinder gibt. Ja, so wie du es beschrieben hast, kann ich es mir auch vorstellen, damit es dann nicht der Hammer ist, wenn das Kind dann mit 18 Jahren oder so erfährt, wie es entstanden ist. Und ich denke ich würde mich dabei auch besser fühlen, denn ich glaube, dass ich doch das Gefühl hätte ein Geheimnis vor meinem Kind zu haben. Zwar kein schlimmes, aber denn noch eins. Aber gut, soweit sind wir noch nicht, wie es dann genau mit der Aufklärung ausschauen soll, kann ich immer noch für mich klären. Aber es ist schon gut sich jetzt darüber Gedanken zu machen, da der Gedanke und die Angst: Wie sage ich es mal meinen Kind? etc. bremsen kann. Wir haben über die Jahre, nicht nur in diesem Bereich, viel gearbeitet, manchmal bewusst und vielleicht mit etwas mehr Kraft und andere Male wieder ehr leise und langsam.
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Re: Samenspende

Postby trixis on 25 Feb 2017, 01:45

Ich möchte auch unsere Erfahrungen berichten: Mein Mann und ich haben im Sommer 2015 geheiratet und uns war klar, dass wir nun mit der Verhütung aufhören und mit der Familienplanung beginnen wollen. 1 Jahr ist ins Land gegangen und da nichts passierte, haben wir uns so langsam unsere Gedanken gemacht. Zunächst bin ich zum Arzt, der meinte es wäre alles o.k. Also haben wir einen Termin beim Urologen gemacht, um ein Spermiogramm zu veranlassen. Das erste war negativ. Nach einigen Wochen also ein zweites, welches auch negativ war! Damit hat uns der Arzt an eine Kinderwunsch-Klinik verwiesen. Dort wurde ein erneutes Spermiogramm gemacht, welches keine anderen Ergebnisse brachte. Daraufhin wurde eine These bei mienem Mann durchgeführt, welche die letze Hoffnung für uns sein sollte. Am gleichen Tag haben wir noch das Ergebniss bekommen. Es war wieder negativ! Das heißt, wir können in keinem Fall gemeinsame Kinder bekommen. Vermutlich liegt es an einem viel zu spät erkannten und behandelten Hodenhochstandes meines Mannes. Jetzt ist alles zerstört und er kann keine Spermien produzieren.
Nach langem Überlegen und abwägen haben wir uns für eine private Samenspende entschieden. Wir haben lange gesucht und haben einen sehr netten Samenspender gefunden. Der erste Versuch hat auch gleich geklappt. Leider aber nur 4 Wochen, dann hatte ich einen Schwangerschaftsabgang. Ich hatte zuvor aber auch eine heftige Magen-Darm Erkrankung. Bei dem nächsten Eisprung haben wir es gleich wieder versucht. Und nun bin ich wieder in der 4. Woche schwanger und hoffe, dass es diesmal auch so bleibt! Morgen habe ich einen Termin beim Frauenarzt, bin schon ganz gespannt, was der sagt und ich hoffe, man kann schon etwas auf dem Ultraschall sehen. Es war ein wirklich harter Weg für uns und wir haben so manche Höhen und Tiefen erlebt. Aber es gibt immer einen Ausweg. Auch wenn man es nicht immer so sieht!
Vielleicht konnte ich einigen ein wenig Hoffnung oder Mut machen, den Traum von einem Kind nicht aufzugeben! Liebe Grüße
trixis
 
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