Angst dass ich kinderlos bleibe...

Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby Ruth on 10 Sep 2018, 23:26

Mich selbst beschäftigt gerade mal wieder sehr massiv der Gedanke an Familie und meine biologische Uhr. Viele um mich herum bekommen das erste oder sogar schon das zweite Kind. Ich bekomme nicht mal eine richtige Beziehung hin (bin 32). Langsam habe ich aber das Gefühl, dass mir die Zeit davon läuft und ich überlege mir, wie es wohl wäre, wenn ich mich damit abfinden muss, keine Kinder mehr zu bekommen.
Ich weiss, 32 ist noch einigermaßen im Rahmen und man muss noch keine Panik bekommen, aber da ich mir eben schon mit den Partnerschaften schwer tue, bin ich da gerade wenig optimistisch. Wer ist in meinem Alter oder älter und kennt diese Gedanken. Wie geht ihr damit um?
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby sofi_e on 14 Sep 2018, 22:10

Ich weiß, es ist wirklich manchmal echt nicht Gur und zum davon laufen. Zumal man oft dass Gefühl hat das nur die schwanger werden, die es absolut oder kaum verdient haben. Das ist wirklich hart, leider aber einfach nicht zu ändern. Nichts und niemand wartet darauf, dass Du Dich umbringst! Deine Kinderlosigkeit hat auch nichts damit zu tun das Dich irgendwer nicht mag! Es ist die Schuld von niemandem, hör auf nach dem Warum zu fragen. Das macht Dich nur unglücklicher und bringt Dich keinen Millimeter weiter. Nimm´s einfach so hin, wie es ist und kämpfe weiter, mit allen Mitteln die Dir zur Verfügung stehen. Leider gibt´s keine andere Möglichkeit. Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren. Ich für mich habe einfach in den letzten Jahren entschieden, dass es einfach keinen Gott gibt und wenn kann er mich mal gepflegt hinten rum heben. Mit dem christlichen Glauben ist das immer ganz einfach. Passiert irgendwas schönes, dann war´s sein Wille. Passiert was schlimmes, sind seine Wege unergründlich... Vergiss den Typ und glaub an Dich und Deine Kraft, ich glaub da hast Du mehr davon! Ich drück Dich mal ganz fest, und drücke Dir ganz doll die Daumen, dass Du Dir künftig keine Schwangerschaftsbeschwerden und sonstige Geschichten anhören musst...
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby majorka4 on 17 Sep 2018, 00:40

Ich glaube deine Gedanken kennt hier jeder. Am Ende dreht sich in der Zeit des Kinderwunsches ja eigentlich alles um diese Frage: Mache ich das vielleicht alles umsonst? Und natürlich machen es einem die "bei uns hat es sofort im ersten Zyklus" geklappt Paare nicht gerade leichter..Ich kenne das nur zu gut. Wir haben seit über 4 Jahren Kinderwunsch, 2 erfolglose Inseminationen - unsere jüngeren Geschwister sind in dieser Zeit Eltern geworden, so gut wie alle Freunde und wir sind weit und breit in unserem Bekanntenkreis die einzigen, die nicht auf Knopfdruck schwanger zu werden scheinen. Mit dieser Ungerechtigkeit umzugehen, ist jeden Tag wieder eine Herausforderung, weil immer die mit dem größten Kindersegen beschenkt zu werden scheinen, die man eh nicht besonders gut leiden kann. Natürlich wird man da neidisch und muss erstmal für sich einen Weg finden, damit umzugehen.

Über den Zusammenhang von MS und dem Spermiogramm kann ich dir natürlich nichts sagen - aber es gibt soch sooo viele Möglichkeiten für euch. Du bist erst 24 und ihr habt alle Chancen, über IVF/ICSI schwanger zu werden.

Ich glaube was man am meisten lernt in dieser Zeit ist Geduld. Hätte ich vorher nie für möglich gehalten :-)
Last edited by majorka4 on 26 Sep 2018, 03:37, edited 1 time in total.
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby Siri on 20 Sep 2018, 23:29

Mir ist ähnliches passiert. Ich hatte auch vorzeitige Wehen, die mir keiner erklären kann und habe mein bisher einziges Kind in der 23. Schwangerschaftswoch verloren. Mein Sohn ist per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen und hat drei Tage gelebt. Er hat gekämpft, aber nachdem er Hirnbluten bekommen hat, gab es keine Hoffnung mehr, dass er es noch schaffen kann. Das ist jetzt schon 5 Jahre her, aber der Schmerz ist immer noch sehr frisch. Leider hat es bei uns noch nicht wieder geklappt. Ich glaube, das einzige, was hilft ist immer wieder darüber reden. Ich lese dieses Forum auch schon sehr lange und bin immer wieder betroffen, wievielen Frauen es ähnlich oder noch schlimmer ergeht als mir. Mach nicht den gleichen Fehler wie ich und fresse alles in dich hinein. Lass es raus. Ich glaube hier bist du gut aufgehoben. Und nicht den Mut verlieren. Mir geht es zu Zeit auch sehr schlecht mit diesen Gedanken. Den Kopf mal auszuschalten wäre ganz nett. Meiner besten Freundin geht es so wie dir. Sie ist jetzt zum dritten Mal schwanger und hat auch vorher beide Kinder bis zur 14. Woche verloren. So wenig ich auch damit umgehen kann, dass sie es geschafft hat und ich nicht, so hoffe ich doch, dass es diesmal alles klappt. Das wird es bei dir auch. Immer nur nach vorne schauen.
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby omega on 24 Sep 2018, 01:29

Das schlimmste war für mich die Wut - im Gegensatz zu Dir bin ich mit dem gleichen Mann seit Jahrzehnten zusammen, wir haben uns nur zu lange Zeit gelassen, es wirklich anzugehen, die Kinderzeugung. Für mich war es immer selbstverständlich, ein Kind zu bekommen, wenn ich eines möchte. Es sind so viele Frauen in meinem Freundes- und Kolleginnen-Kreis, bis Mitte 40 auf natürlichem Weg schwanger geworden. Und dann klappte es nicht und die Wut war da. Auf mich, auf meinen Mann, auf die Welt an sich. Für mich war die Vorstellung, ein Kind zu adoptieren, leichter als die Vorstellung, ein genetisch fremdes Kind zu gebären. Ich weiss nicht warum, bis zu dieser Entscheidung waren mir Gene sowas von egal. Und plötzlich guckte ich in jeden Kinderwagen um zu sehen, ob die Babys den Müttern ähnlich sehen. Es hat sehr lange gedauert, zu akzeptieren, dass ich diesen gemeinsamen Ursprung mit meinem Kind nie haben werde. Und irgendwann in diesem Prozess musste ich auch akzeptieren, dass diese Wut sinnlos ist, sie ist destruktiv. Wie gesagt, ich kenne total viele Frauen, die sehr spät normal Mutter geworden sind. Du weisst nicht, ob es vorher geklappt hätte, weil Du geschrieben hast, Du hast Deine letzten fruchtbaren Jahre verpasst. In der Kiwu Klinik, in der ich war, waren so viele junge Frauen, es hat mich richtig erschüttert.
Wenn Du Dir nur ein Leben mit Kindern vorstellen kannst, wirst Du es haben - durch eine Eizellspende, mit Adoptivkindern oder mit Pflegekindern. Die Vergangenheit kannst Du nicht ändern, nur die Zukunft. Dein Kind wird zu Dir kommen, nur der Weg wird mühsamer gewesen sein, als er es normalerweise ist.
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby Maria Waldfogel on 26 Sep 2018, 03:35

Ich glaube auch, dass im Forum deine Gefühle kennen. Auch ich. Nach meiner FG ist meine beste Freundin ein wenig später schwanger gewesen. Bei ihr hat es direkt im 1. ÜZ geklappt. Meine Kollegin bekommt auch ihr Baby zwei Wochen nach meiner Ausschabung. Jeden Tag darf ich mir ihren Bauch ansehen und die Geschichten, wie schön es ist, dass das Baby bald kommt. Es ist furchtbar, schmerzhaft und der Neid nagt an mir. Gleichzeitig möchte ich wirklich niemandem wünschen, dass der Kinderwunsch so wie bei mir einfach nicht in Erfüllung gehen will. Und als es dann doch geklappt hat, habe ich den Krümel wieder verloren. Die Angst, kinderlos zu bleiben, kenne ich auch. Es schwankt immer mal wieder zwischen Hoffen und Bangen und ist super anstrengend.
Insgesamt hat es mir sehr geholfen, verschiedene Pläne durchzuspielen, wie mein Leben aussehen könnte - mit Kindern oder eben ohne, wenn es nicht sein soll. Trotzdem bleibt gerade bei den immer wiederkehrenden negativen Tests die Verzweiflung. Seid ihr schon in einer KIWU? Selbst wenn Du noch nicht 25 bist, könntet ihr euch schon beraten lassen und euch einen Arzt eEures Vertrauens suchen. Vielleicht bringt das wieder Hoffnung, wir haben uns nach dem Erstgespräch sehr entlastet gefühlt. Ich wünsche dir alles gute
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby notyours on 15 Oct 2020, 21:35

Ich kenne diese Gefühle sehr gut! Es tut mir leid für dich! Vor dem Bluttest nach meinem 1. ICSI habe ich negativ getestet und auch schon leichte Blutungen trotz Progestan bekommen. Für mich war klar, es ist negativ. Ich war 3 Tagen in tiefer Depression. Der Bluttest ergab dann einen HCG von 5. Der Arzt in der KWK meinte, keine intakte SS, aber wir müssen es trotzdem beobachten. Also zum Blutabgegeben. Es stieg auch an. Hoffnung keimte auf. Der dritte Wert von 30 HCG war aber dann bereits 5 Tage später und daher war dann auch klar, dass das nichts mehr gibt. Insgesamt hat es dann 2 Wochen gedauert, bis wieder eine Blutung einsetzte und das HCG raus war. Wir hatten bei der ICSI einen Transfer an PU+3. Als positives Fazit aus dem Frühabort, haben wir mitgenommen, dass die Einnistung scheinbar nicht das Problem war, sondern die beiden ausgewählten Krümel sich nicht weiterentwickelt hatten. Also riet man uns bei der zweiten ICSI zu einem Blastozystentransfer.
Da muss dann aber auch kryokonserviert werden, wenn überzählige Blastos vorliegen. Diese Kosten mussten wir leider selber tragen. Da die Chancen aber auch erhöht sein sollen und man ja die Eizellen, die sich nicht weiterentwickeln (also auch nicht lebensfähig wären) aussortieren kann (klingt hart, aber es ist so), haben wir uns für den Blastotransfer entschieden. Von den 6 in die verlängerte Kultur gegebenen Eizellen haben es ganze 5 zur Blasto geschafft. Wir konnten bereits 8 Stück einfrieren lassen. Dazu haben sich die 3 überzähligen Blastos gesellt und zwei Blastos haben wir bzw. ich zurückgenommen. Beide Blastos haben es geschafft und ich bin jetzt in der 13.SSW!
Es klappt selten im ersten Versuch. Ich weiß, dass es heute vielleicht noch nicht so aussieht, aber wenn du dann das positive Ergebnis bekommst, dann weißt du, wieso du das alles durchstehst. Liebe Grüße und viel Glück
notyours
 
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