Borderline-Tumor

Re: Borderline-Tumor

Postby yourAngel on 27 Aug 2016, 23:22

Mit knapp 25 Jahren war ich zum ersten Mal wegen einem Borderline Tumor im KH. Seit damals sind 15 Jahre vergangen. Damals wurde mir nur der Tumor mit einem Teil des Eierstocks entfernt. Schon vor diesem Zeitpunkt hatte ich immer Probleme mit regelmäßigen Zyklen, mit 1 schon die erste große Zyste etc.
Nach 12 Jahren hatte ich das Glück einen Sohn zu bekommen mit einem echt tollen Vater. Nach nun wieder 2 Jahren mußte ich mich aufgrund des Zufallsbefundes beim Gyn zwecks Zyste, einer Bauchspiegelung unterziehen, Befund eine 3,5 cm große Zyste mit einem Borderline Tumor innerhalb. Da wir das Thema Kinderwunsch (auch wenn wir schon fast 39 sind) noch nicht abgeschlossen haben, wurde vor der Bauchspiegelung besprochen, Eierstock erhaltend zu operieren.
So wurde auch verfahren, Tumor mit großem Teil Eierstock entfernt, Rest verblieben und auch eine schon vorab Probe vom Bauchfell war ohne Befund.
Dummerweise nach dem Befund Borderline 2 Tage später, muß ich nun nach nur 3 Wochen wieder ins KH und bekomme per Bauchspiegelung zur Risikominimierung, den restl. Eierstock und Eileiter entfernt, möglicherweise auch den Blinddarm und soll eben auch noch Tests bzw. Proben entnommen bekommen um alles Restliche abzusichern. Mein Doc und auch mein Gynäkologe raten mir aber, direkt nach Erfüllung eines Kinderwunsches Nr. 2 die Total OP machen zu lassen. Bin zuversichtlich, hab super Blutwerte, keinen Tumormarker. Kann mir evtl. einer mit nun wirklich aussagekräftigen Infos weiterhelfen. Lt. dem Prof könnte es natürlich auch sein, daß gesunde Organe bei einer Total OP entfernt werden....
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Re: Borderline-Tumor

Postby Windchen210 on 27 Aug 2016, 23:25

Hallo,
tut mir leid für die Diagnose und verständlich, dass du verunsichert bist wie du weiter vorgehen sollst. Ich hab selbst keine Erfahrung damit, aber ich möchte dir ganz dringend empfehlen, dir eine zweite bzw. dritte Meinung eines Spezialisten einzuholen. Ich bin selber Mediziner und es hat nichts damit zu tun, das man seinem Arzt nicht vertraut! Aber Dir steht eine wichtige Entscheidung bevor und ich würde mir den pathohistologischen Befund der Zyste aushändigen lassen und wirklich nochmal wen fragen, der sich speziell damit auskennt. Ich wünsch Dir alles Gute und drücke Dir fest die Daumen!
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Re: Borderline-Tumor

Postby trixis on 27 Aug 2016, 23:36

Ich kann leider nicht mit eigenen Erfahrungen aufwarten. Habe ein wenig gelesen, was Borderline-Tumor ist...Ich denke, du solltest dir den Eierstock auf jeden Fall entfernen lassen. Wenn du schwanger bist wird in dem Bereich erhöhtes Zellwachstum angeregt und wenn sich da wirklich ein bösartiger Tumor entwickeln würde (was zwar nicht gesagt ist, aber es kann ja so sein), dann bringst du auf jeden Fall mal dich in Gefahr - vielleicht auch dein ungeborenes Kind. Und mit einem Eierstock kann man eben auch noch schwanger werden. Ich habe sogar mal gelesen, dass die Wahrscheinlichkeit nicht halbiert wird, weil der verbleibene Eierstock dann mehr arbeitet... Such mal ein bisschen auf diese Info.
Wenn du es ganz bald machen lässt, dann kannst du in einer absehbaren Zeit mit dem Hibbeln anfangen - wenn du erst mal so anfängst, könnte was passieren, was dich zurückwirft - dann musst du die Pause später einlegen, ist evtl langwieriger… Und: besteht nicht die Gefahr, dass auch GM und der zweite Eierstock mit betroffen sein könnten? Das sind alles Überlegungen von mir. Ohne wirkliches Wissen. Aber vielleicht sind das Denkanstöße, die du auch mal bei deinem FA genauer erläutern könntest?
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Re: Borderline-Tumor

Postby tilda on 27 Aug 2016, 23:49

Mit nur einem Eierstock ist eine Schwangerschaft noch sehr gut möglich. Der verbliebene Eierstock übernimmt die Funktion des fehlenden vollständig, weiterhin wird es in jedem Zyklus zu einem Eisprung kommen, wenn dies auch zuvor so war. Von daher spricht nichts gegen ein medizinisch korrektes und bei Borderline Tumor empfohlenes Vorgehen bei Kinderwunsch mit sorgfältiger Abklärung auf Absiedlungen im Bauchraum. Das Zurücklassen des betroffenen Eierstocks wäre ein Kunstfehler. Bei Kinderwunsch kann man den zweiten Eierstock erhalten, was auch schon mit einem erhöhten Rezidivrisiko verbunden ist.
Eine Wartezeit bis zur Realisierung des Kinderwunsches nach durchgeführter Abklärung und abgeschlossener Wundheilung ist nicht erforderich.
Viele Grüße
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Re: Borderline-Tumor

Postby Maria Waldfogel on 11 Dec 2016, 00:27

Hallo,
ich bin 35 Jahre und habe vor 3 Wochen erfahren, dass ich einen Borderline-Tumor habe.
Nächste Woche Donnerstag habe ich meine OP. Zur Vorgeschichte: ich habe schon immer mit Zysten am Eierstock zu tun (seit dem 16. Lebensjahr), hatte bereits 5 Bauchspiegelungen. In meiner 3. Schwangerschaft letztes Jahr wurde erneut eine Zyste entdeckt. Zum Schluss 12cm groß. Daher gleich nach der Entbindung (2 Monate später) die nächste OP um die Zyste (zu der Zeit 12x12cm) zu entfernen. Bei der Nachuntersuchung wurde ich mit dem Tumor konfrontiert.
Da ich bereits 3 Kinder habe und durch meine Dammschnitte auch Probleme mit meiner Regel hatte (Dammschnitte offen durch Entzündung) und die ständigen OPs am Unterleib, stehe ich der Entfernung offen gegenüber und bin darüber nicht traurig. Es sollen beide Eierstöcke, die Gebärmutter und das Bauchnetz entfernt werden. Es wurde 2 Mal kontrolliert und ein Karzinom ist ausgeschlossen. Dennoch habe ich Angst und Bedenken, was danach auf mich zukommt. Ich habe schon vieles gelesen, weiß auch, dass jeder Körper anders reagiert, würde mich trotzdem über Erfahrungen freuen. Wie habt Ihr die OP verkraftet (den Bauchschnitt)? Ich möchte keine Hormone nehmen, da meine Oma dadurch an Darmkrebs erkrankt ist. Wenn überhaupt, pflanzliche Mittel. Hat jemand von Euch damit Erfahrungen? Was ist zu empfehlen? Muss ich diese sofort einnehmen? Wie lange ward Ihr im Krankenhaus? Muss man damit rechnen, dass dieser Tumor an anderen Stellen wiederkommt? Also muss man jetzt ständig in Angst leben? Meine Ärztin meinte, nach der OP sollte es auch wieder gut sein. Wie lange dauern die Wechseljahreserscheinungen in der Regel an? Ich hoffe es sind nicht zu viele Fragen und es gibt Betroffene, die mir helfen können.
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Re: Borderline-Tumor

Postby Nala on 27 Sep 2017, 22:40

Das tut mir leid für dich. Ich weiss jetzt nicht, wie alt du bist und wie ihr finanziell aufgestellt seid. Aber wenn es machbar wäre, würde ich mich für das Eizell-Freezing entscheiden und dann erstmal abwarten, ob sich da wirklich ein Tumor an dem verbliebenen Eierstock bildet. Gibt es denn eine medikamentöse Möglichkeit, den Zellen entgegenzuwirken? Sollte sich kein Tumor bilden, kann man auch mit einem Eierstock gut schwanger werden. Sollte er aufgrund eines sich doch bildenden Tumors entfernt werden, würde ich das Risiko der KB in Kauf nehmen. Aber wenn da schon Zellen gefunden wurden, würde ich meinen Kinderwunsch begraben…
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Re: Borderline-Tumor

Postby Nala on 27 Oct 2017, 00:59

Hallo, ich hatte auch Endometriose und als ich 18 war, wurde eine Bauchspiegelung gemacht, weil mein Arzt nicht mehr weiter wusste. Die Herde wurden verödet, mit hohen Hormongaben wurden die Wechseljahre simuliert und danach habe ich nie wieder ein Hormonpräparat angerührt (welches den Ausschlag für die Endometriose gab). Acht Jahre später hat es dann doch mit dem Kinderwunsch geklappt und ich war schwanger. Allerdings gab es von männlicher Seite auch einige Einschränkungen, die Ärzte gaben uns eine Chance von 1:50 Mio überhaupt jemals Kinder zu bekommen (künstliche Befruchtung etc. war nicht möglich). Jetzt, nach nur ca. 6 Monaten ohne Verhütung, ist Nr. 2 auf dem Weg und wird im August erwartet, also nur Mut! Einen Borderline Tumor hatte ich allerdings nicht. Dazu kann ich dir leider nichts sagen. Aber es gibt sicherlich eine Chance
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Re: Borderline-Tumor

Postby Pika4u on 08 Dec 2017, 23:32

Ich tendiere auch eher dazu, den Kinderwunsch zu begraben... Aber was wird in ein paar Jahren sein? Das weiß keiner... Ich bin 34 und finanziell wäre das schon machbar. Allerdings hab ich Angst, dass sich die Hormontherapie negativ auswirken könnte. Meine einzigste Hoffnung momentan ist die Zweitmeinung von dem Spezialisten aus Berlin. Wenn es irgendeine Chance gäbe zumindest einen Teil des Eierstocks zu erhalten, das wäre mein größter Wunsch! Aber weiß, wozu das alles gut ist... vielleicht soll es alles nicht sein mit einem zweiten Kind.
Immerhin hab ich einen wundervollen Sohn! Und ich glaub, wenn ich noch kein Kind hätte, würde ich es einfach ignorieren und baldmöglichst versuchen, schwanger zu werden. Aber jetzt habe ich eine Verantwortung gegenüber meinem Kind und möchte das Risiko eingehen...
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Re: Borderline-Tumor

Postby Louisa1998 on 08 Jan 2018, 00:16

Dass Du Angst hast, ist sicher normal. Die OP als solche ist wirklich kein allzu schlimmer Eingriff, aber all die Gedanken, die damit einhergehen. Und die besorgten Gesichter der Ärzte. Und dann die Frage: Wie soll ich mich entscheiden? Was ist richtig? Was, wenn ich doch Krebs bekomme? Oder ist es alles gar nicht notwendig, weil mir nichts passieren wird? Ich wünschte mir nach der OP immer, in die Zukunft schauen zu können, wie im Film. Um mich in 5 Jahren zu sehen, wie es mir geht, ob ich gesund bin.
Vor eineinhalb Jahren wollte mich der Chefarzt beim Nachsorgetermin mal wieder zu einer Total-OP überreden, aber ich blieb standhaft. Seither war ich nicht mehr dort. Ich denke, ich werde dem Chefarzt eine Geburtsanzeige meines Sohnes schicken. So ein befriedigendes Erlebnis wünsche ich Dir auch eines Tages.
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Re: Borderline-Tumor

Postby Louisa1998 on 06 Feb 2018, 17:50

Ich (jetzt 40) hatte mit 21 einen Borderline Tumor, der mit dem betroffenem Eierstock entnommen wurde. Damals hat mir keiner zu einer Total OP geraten. Erst als ich mit 23 am anderen Eierstock wieder einen Borderline Tumor hatte und ich in der Klinik operiert wurde, kam das Thema Total OP auf den Tisch. Mein Eierstock konnte auch erhaltend operiert werden, wobei wirklich nur noch ganz wenig Restgewebe übrig blieb. Die Ärzte rieten mir damals dazu, sofort meinen Kinderwunsch zu verwirklichen und danach eine Total Op vornehmen zu lassen. Ich bin damals dann schnell schwanger geworden und habe seitdem (8 Jahre) keinerlei Probleme mehr. Ich kann allen betroffenen Frauen auch nur dazu raten lieber abzuwarten und erst dann eine Total Op machen zu lassen, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt. Ich möchte Euch auch dazu raten euch lieber in einer großen Klinik behandeln zu lassen, man fühlt sich dabei vielleicht manchmal wie eine Nummer aber diese Leute sehen Borderline Tumore einfach häufiger. Für die Seele sind dann Andere zuständig...Viele Liebe Grüße und Euch alles Gute!
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