Eizellen und Chemotherapie

Eizellen und Chemotherapie

Postby Agnes.frankes on 17 Sep 2016, 22:50

Hallo ihr Lieben,
Ich habe die Diagnose Brustkrebs mit bösartigem Invasiven Tumor gestern erhalten(( Nun geht es los am 16.10 mit ct vom Bauch etc., dann stell ich mich im Brustzentrum der Uniklinik vor. Da ich 30 bin und wir mitten in der Kinderplanung waren, bin ich am Überlegen meine Eizellen einfrieren zu lassen bevor Bestrahlung oder Chemo beginnt. Hat jemand damit Erfahrungen? Und was mich zum Beispiel sehr stark beschäftigt hat, ist die Frage, ob ich nach der Chemotherapie noch Kinder bekommen kann oder nicht. Ich meine ihr kennt das sicher alle, diese Risiken und Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Ich denke, dass die Krebsart da nicht so sehr große Unterschiede macht, wenn man sich das Risiko für den Körper anschaut. Da ja alle sich schnell teilenden Zellen im Körper angegriffen werden, hatte ich mir Gedanken gemacht, ob ich danach überhaupt in der Lage bin, noch Kinder zu bekommen. Die Ärzte sind sich da einig (die im Krankenhaus, die die Diagnose gestellt haben und meine Frauenärztin), dass meine Chancen sehr gut stehen. Gerade wegen meinem Alter. Aber was ist, wenn sie sich irren? Viele in meinem Umfeld verstehen diese Sorge nicht richtig, denn ihnen geht es darum, dass ich wieder gesund werde, aber ich mache mir darüber weniger Gedanken. Also in Hinsicht auf meine Zukunnft habe ich überhaupt keine Zweifel, dass ich wieder gesund werde. Über etwas anderes will ich auch nicht nachdenken, auch wenn die Angst unterschwellig natürlich immer vorhanden ist.
Es gibt Varianten, bei denen ich meine Eizellen hätte einfrieren lassen können und so weiter, aber für mich gab es keine Zeit mehr, mich solch einer längeren Prozedur zu unterziehen. Die Ärzte mussten bei mir sofort mit der Chemo anfangen nachdem die Diagnose sicher war. Jetzt kann ich nur darauf hoffen, dass meine Jugend und Vitalität ihr übriges tun und ich noch fruchtbar bin, wenn die Therapie fertig ist.
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby Bibolina on 17 Sep 2016, 23:06

Hallo,
ich habe meine Diagnose mit 38 bekommen. Nicht mehr ganz so jung, aber ich hatte auch keine Kinder und war zu dem Zeitpunkt mit dem Thema auch noch nicht durch. Es musste auch schnell gehen bei mir, also blieb mir und meinem Partner auch nur wenig Zeit. In der Uniklinik, in der ich operiert wurde fand dann ein Gespräch über die Möglichkeiten statt. Es scheiterte sowohl an der Zeit als auch am Geld, denn das Einfrieren von Eizellen ist sehr kostspielig und muss selbst bezahlt werden. Also habe ich die Therapie hinter mich gebracht und mir aber dann auch nicht ständig den Kopf darüber zerbrochen, sondern mich darüber gefreut, dass ich es überstanden hatte. Mir wurde gesagt, nach der Chemo sollten sowieso 2 Jahre vergehen, ehe überhaupt wieder daran zu denken sei. Nach ca. 2 Jahren habe ich mit meiner Frauenärztin darüber gesprochen. Sie riet mir, einen Test zu machen, in dem festgestellt würde, wie es um das sog. Anti-Müller-Hormon bestellt sei. Es gibt Auskunft darüber, ob eine Fruchtbarkeit überhaupt noch gegeben ist. Das war bei mir der Fall. Und was soll ich sagen: Ich habe erfahren, dass ich schwanger bin.
Ich will damit sagen: Bloß nicht verrückt machen lassen und positiv nach vorne schauen. Ich weiß wirklich nur zu gut, dass das nicht immer einfach ist. Aber es bringt auch nichts, sich völlig kirre machen zu lassen und unter Druck zu setzen. Ich habe keine Ahnung, ob das jetzt für Dich hilfreich war oder nicht. Es sind halt einfach meine Erfahrungen in dieser Hinsicht. Letztendlich musst Du selbst entscheiden, welcher Weg für Dich der richtige ist.
Ich wünsch Dir alles Gute!
Bibolina
 
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby Engeline on 17 Sep 2016, 23:08

Ich kenne eine Frau die mit 20 Jahren Lymphknotenkrebs hatte und Metastasen an Leber, Lunge und sogar am Herzen. Die Ärzte versicherten ihr, dass sie nie Kinder haben wird. Sie ist jetzt 40 und hat einen gesunden absoluten gesunden 5 jährigen Sohn...und vor 18 Jahren waren die Chemos noch nicht so gut wie heute! Werde gesund, erhole dich
LG und alles Gute
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby eva2Abel on 17 Sep 2016, 23:13

Du hast eine schwere Situation, weil du so jung bist. Du hast aber auch eine sehr positive Einstellung. Deine Sorge ums Kinderkriegen kann ich sehr gut verstehen und ich hätte Dir gewünscht, dass Du eine Eizellentnahme hättest machen können. Dann wärest Du sicher beruhigt gewesen. Ich möchte Dir aber trotzdem Mut machen, dass sich Dein Körper wieder ganz erholen kann und das Kinderkriegen nach der Behandlung möglich sein wird. Wenn das alles nicht so gut verlaufen sollte wie erhofft, denke bitte auch einmal daran wie wertvoll dein eigenes Leben ist! Auch wenn Deine Lebensplanung einmal anders war (betrifft uns wohl alle ein wenig) kannst Du evtl. darüber nachdenken später ein Kind zu adoptieren oder Dein Leben mit Anderem erfüllend gestalten.
Ich wünsche Dir, dass Du nach Deiner Behandlung die freie Wahl hast!
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby Fuchs on 17 Sep 2016, 23:18

Hallo!
Eine Eizellenentnahme zieht sich meist etwas hin, weil man soweit ich weiss erstmal Hormone bekommt, damit mehrere heranreifen. Diese Zeit wollen die meisten Onkologen einem nicht geben. Und die meisten unbefruchteten Eizellen sterben beim Einfrieren ab. Ich hatte M.Hodgkin (mit 30), Stadium 2a, und ich habe begleitend Zoladex bekommen. Damit wird man in künstliche Wechseljahre versetzt. Ist noch keine gängige Methode, aber bei mir war sie wirksam. 2 Monate nach der letzten Chemo bekam ich meine Periode wieder. Sprich Deinen Onkologen oder auch Gynäkologen am besten darauf an. Ich wünsch Dir alles Gute! Du schaffst das sicher!
LG
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby kühn on 17 Sep 2016, 23:23

Es kommt darauf an, welche Chemo Du bekommst. Ich hatte TAC und ich habe alle Haare verloren. Hatte genau 14 Tage nach der ersten Gabe angefangen der Haarausfall. Das war dienstags, am Sonntag hatte mein Mann mir dann alle Haare abrasiert, da das auf der Kopfhaut weh tat. Die Haare stecken ja tot in der Kopfhaut. Ja, der Moment tut weh wenn man sich das erste Mal ohne Haare sieht, der Krebs aus dem Spiegel schaut. Aaaaber man sieht dann auch wie hübsch man ist, das Gesicht ist dann der Mittelpunkt. Und die Haare kommen ja wieder.
Viel Erfolg!
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby Lisa_vogt on 17 Sep 2016, 23:32

Hallo, dein Thema ist sehr aktuell für mich! Ich habe vor 2 Wochen erfahren, dass ich schwanger bin. Eigentlich ein kleines Wunder, weil ich vor 3 Jahren eine sehr starke Chemotherapie beendet habe. Mir hatte man bei Therapiebeginn bereits gesagt, dass ich mit großer Sicherheit unfruchtbar bleiben werde.
Und nun hat es doch geklappt und eigentlich freue ich mich riesig darüber. Ich darf das Kind nur leider nicht behalten, so hat mein Onkologe mir gesagt. Ich muss immernoch regelmäßig zu Untersuchungen und die Gefahr wäre einfach zu groß für Mutter und Kind. Ich bin sehr traurig darüber, weil es doch ein kleines Wunder ist. Die medizinische Indikation für den Schwangerschaftsabbruch habe ich bereits. Nächste Woche habe ich Vorgespräch in einer speziellen Klinik, die den Abbruch durchführen wird. Ich bin sehr traurig dass ich dieses Kind nicht behalten darf.
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby Louisa1998 on 17 Sep 2016, 23:37

Es tut mir sehr leid, dass Du in dieser schweren Situation bist. Ich bin mir nicht sicher, ob man Dir direkt eine Spirale legen kann. Grundsätzlich brauchst Du da aber keine Vollnarkose dafür, sie wird normalerweise ohne eingelegt. Grundsätzlich kann man auch nach einer Chemotherapie ein gesundes Kind bekommen. Es hängt von der Art der Therapie und vielen weiteren Faktoren ab. Es hört sich in Deinem Fall so an, als wäre die Therapie noch nicht abgeschlossen. Dann waere eine Schwangerschaft natürlich sehr schwierig, da Du währendessen keine Therapie machen kannst.
Hast Du Eizellen vor der Therapie einfrieren lassen? Damit könntest Du ja in jedem Fall nach Abschluss der Behandlung versuchen, schwanger zu werden.
Alles Gute
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby majorka4 on 17 Sep 2016, 23:41

Das tut mir leid für dich... Meine Freundin von mir ist auch nach einer Chemo ungeplant schwanger geworden. Sie hat das ziemlich spät gemerkt und hat auch gleich einen Termin für einen Abbruch bekommen. Noch bevor sie zu dem Termin gehen konnte, bekam sie Blutungen und einen spontanen Abort - sie musste nur noch ausgeschabt werden. Was die Spirale angeht, frag doch einfach mal nach...
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby Maria Waldfogel on 17 Sep 2016, 23:45

Ich würde es auch so machen, ich meine, meine Eizellen einfrieren lassen, wenn es die einzige Chance wäre. Weil ich es egositisch finden würde, wenn ich meinem Wunsch ein Kind zu haben nachgebe und damit riskiere, dass es entweder schwer krank, behindert auf die Welt kommt, oder vielleicht im Mutterleib stirbt. Das möchte ich nicht! Dabei würde ich nicht nur an mich denken, sondern eben auch an das Kind und somit ist es vielleicht besser es jetzt gehen zu lassen. Wobei ich jetzt damit nicht sagen möchte, dass die TE egoistisch wäre, wenn sie so handeln täte. Ich meine jetzt für mich ganz persönlich, würde es nicht verkraften. Das sagt mir jetzt mein Gefühl. Natürlich ist es vielleicht was ganz anderes, wenn man plötzlich davor steht…ist schon klar. Aber wichtig sind ja wie gesagt noch Meinungen anderer Ärzte. Es käme sicherlich auch darauf an, um wieviel Prozent es sich handeln würde, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieses oder jenes passiert. Das spielt auch eine Rolle.
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