Eizellen und Chemotherapie

Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby majorka4 on 10 Jun 2018, 01:41

Es gibt Frauen, die nach solchen Behandlungen schwanger werden, hängt natürlich auch davon ab, wie alt du bist. Da deine Behandlung ja auch schon viele Jahre her ist, dürfte keine unmittelbare Schädigung mehr vorliegen. Vielleicht hat der fehlende Eisprung gar nichts damit zu tun, denn hier im Forum gibt es einige mit dem Problem, ohne vorherige Krebsbehandlung. Man sollte vielleicht versuchen, den Eisprung durch Medikamente auszulösen. Vielleicht kann der Doc hier was dazu sagen. Der Weg ins Kiwuzentrum ist doch schonmal der richtige, die können der Sache noch ganz anders auf den Grund gehen. Die normalen Hausgynäkologen greifen ganz gerne zu Clomifen als Follikelstimulation, wahrscheinlich weil es nicht so teuer ist. Bei mir hat es nur dazu geführt, dass ich keinen Zervixschleim mehr hatte, der ja für die Einnistung keine unwesentliche Rolle spielt. Ich habe mich übrigens auch erst mit 37 in eine echte Kiwuklinik begeben, nachdem ich mit 35 schonmal eine schlechte Erfahrung gemacht hatte (s. Profil). Ich kann dir aus meiner jetzigen Erfahrung (mittlerweile 38 1/2J) nur raten auch vor ernsteren reproduktionsmedizinischen Maßnahmen (wie IVF oder ICSI) nicht zu lange zurückzuschrecken, die Zeit vergeht so schnell!
Lass dich nicht entmutigen, hört sich immer alles viel schlimmer an als es ist!
Ich wünsche dir jedenfalls, dass du erfolgreich mit der Behandlung bist!
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby Pika4u on 19 Jun 2018, 00:53

Ich hatte eine andere Chemo als du. Mein Zyklus wurde für 2 Jahre unterbrochen - damals zur Sicherheit. Danach setzte meine Mens nach ca. 2 Monaten ganz normal ein.
Laut Temp. kurven und Hormonspiegel sind meine Werte alle i.O., nur Ss bin ich leider noch nicht geworden. Aus meinem Anhang kannst du entnehmen, dass wir ein paar stim. Zyklen versucht haben und nun im Herbst eine IVF planen.
Dass die Qualität der Eizellen im Eimer sein könnte, diese Befürchtung habe ich auch und es ängstigt mich, dass es sich bestätigen könnte, aber erst nach der IVF kann man evtl. dafür eine Vermutungen laut werden lassen ob es so sein sollte... Das es normal ist, auch Zyklen ohne Eisprung zu haben, weiß ich, aber es sollte nicht jeder Zyklus so sein. Das wäre sicher ein Problem für den Endokrinologen (Schilddrüse ect.). Und - ja - zu deiner Freude, ich kenne mehr als 5 Frauen über Freunde und auch persönlich, die nach einer Chemo schwanger wurden. Und ich hoffe ganz doll, dass wir beide da auch dazu gehören. Würde mich interessieren, wie sie deine Situation einschätzen, bzw. was dir so empfohlen wird. Leider kann ich zu deiner konkreten Chemo nicht antworten, aber vielleicht helfen dir meine kleinen Bemerkungen auch ein wenig.
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby yourAngel on 22 Jun 2018, 02:35

Ich würde es auch so machen, ich meine, meine Eizellen einfrieren lassen, wenn es die einzige Chance wäre. Weil ich es egoistisch finden würde, wenn ich meinem Wunsch ein Kind zu haben nachgebe und damit riskiere, dass es entweder schwer krank, behindert auf die Welt kommt, oder vielleicht im Mutterleib stirbt. Das möchte ich nicht! Dabei würde ich nicht nur an mich denken, sondern eben auch an das Kind und somit ist es vielleicht besser es jetzt gehen zu lassen. Wobei ich jetzt damit nicht sagen möchte, dass die TE egoistisch wäre, wenn sie so handeln täte. Ich meine jetzt für mich ganz persönlich, würde es nicht verkraften. Das sagt mir jetzt mein Gefühl. Natürlich ist es vielleicht was ganz anderes, wenn man plötzlich davor steht…ist schon klar. Aber wichtig sind ja wie gesagt noch Meinungen anderer Ärzte. Es käme sicherlich auch darauf an, um wieviel Prozent es sich handeln würde, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieses oder jenes passiert. Das spielt auch eine Rolle.
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby Engeline on 09 Jul 2018, 21:13

Hallo, ich habe fast ein Jahr lang eine sehr heftige Chemotherapie bekommen. Als ich damals die Ärzte auf das Kinderkriegen angesprochen habe, sagten sie mir, dass die Chemo darauf keine Auswirkungen habe. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann lass dir Eierstockgewebe entnehmen und einfrieren. Und in der Zeit in der du Chemo bekommst, lass dir die Eierstöcke still legen. Ich hab dafür Zoladex bekommen. Damit werden die Eierstöcke ruhig gestellt und sie produzieren keine Eier. Leider habe ich noch Bestrahlung im Beckenbereich bekommen und damit wurden meine Eierstöcke zerstört. Dass man Eierstockgewebe entnehmen kann, hat mir damals niemand gesagt. LG
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby Windchen210 on 12 Jul 2018, 21:31

Eigene Erfahrung habe ich Gott sei Dank nicht damit. Aber durch unseren langen und harten KIWU-Weg habe ich halt einiges mitbekommen. Deine Freundin könnte wirklich versuchen vor der Chemo Eizellen einfrieren zu lassen. Dazu müsste sie sich wie bei einer IVF/ICSI Hormone spritzen. So sollen einige Eizellen heranreifen. Dies geht aber nur in Zusammenarbeit mit einem IVF-Zentrum. Deine Freundin sollte sich schleunigst an so eine Klinik in ihrer Nähe wenn und sich beraten lassen. Das einzigste doofe an der Sache wird sein, dass sie die Kosten selbst tragen muss. Sollte dies wirklich der Fall sein... sollte sie zumindestens versuchen die Medis im Ausland zu kaufen. Wir bestellen z.B. in Frankreich unsere Medis für die ICSI. Sind trotz Porto um einiges günstiger zu Deutschland. Ggf. sollte sie sich Gedanken machen eine Klinik im Ausland auf zu suchen. Da sind solche Behandlungen als Selbstzahler auch günstiger. Wenn sie/ihr nicht weit von der Tschechischen Grenze wohnen würde... wäre ein Abstecher dahin sinnvoll. Sollte keine Möglichkeit bestehen Eizellen zu retten würde es ja auch noch die Chance der Eizellenspende im Ausland geben. Ich wünsche deiner Freundin ganz viel Kraft für die kommende schwere Zeit.
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby Engeline on 25 Jul 2018, 01:27

Ich würde es auch so machen, ich meine, meine Eizellen einfrieren lassen, wenn es die einzige Chance wäre. Weil ich es egositisch finden würde, wenn ich meinem Wunsch ein Kind zu haben nachgebe und damit riskiere, dass es entweder schwer krank, behindert auf die Welt kommt, oder vielleicht im Mutterleib stirbt. Das möchte ich nicht! Dabei würde ich nicht nur an mich denken, sondern eben auch an das Kind und somit ist es vielleicht besser es jetzt gehen zu lassen. Wobei ich jetzt damit nicht sagen möchte, dass die TE egoistisch wäre, wenn sie so handeln täte. Ich meine jetzt für mich ganz persönlich, würde es nicht verkraften. Das sagt mir jetzt mein Gefühl. Natürlich ist es vielleicht was ganz anderes, wenn man plötzlich davor steht…ist schon klar. Aber wichtig sind ja wie gesagt noch Meinungen anderer Ärzte. Es käme sicherlich auch darauf an, um wieviel Prozent es sich handeln würde, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieses oder jenes passiert. Das spielt auch eine Rolle.
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby Ruth on 19 Sep 2018, 00:12

Ich bin 35 und habe dieses Jahr auch eine Chemo gemacht. Ich befand mich in derselben Situation, da ich auch gerne Kinder haben möchte. Deshalb bin ich in ein Beratungszentrum für Fruchtbarkeit gegangen. Die haben mich sehr ausführlich über die Optionen informiert, die einem zur Verfügung stehen, wie z.B. Eizellen einfrieren lassen (befruchtet oder unbefruchtet) und einen Teil des Eierstocks entfernen und später wieder einsetzen lassen. Die Sache mit dem Eierstock steckt noch in den Kinderschuhen. Aber die Eizellen sind auf jeden Fall eine gute Option. Meine Ärzte sagten mit aber auch immer wieder, dass die Chemotherapie die Fruchtbarkeit nicht negativ beeinflussen muss, sie kann. Das ist sehr individuell. Je nach Alter, Art der Chemo etc. Ich würde mich an deiner Stelle auch sehr gut beraten lassen.
Was mir auch geholfen hat, war die Teilnahme an einer Studie zu dem Thema. Von dieser habe ich in der Fruchtbarkeitsklinik erfahren. In der Schweiz entwickeln sie ein online Portal zur besseren Entscheidungsfindung in unserer Situation. Das war super, weil ich mich dann nochmal eingehend mit dem Thema beschäftigen konnte, auch emotional. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby Bibolina on 21 Sep 2018, 01:10

Ich habe im Alter von 13 Jahren eine längere Chemotherapie mit verschiedenen Medikamenten durchlaufen müssen. In den ersten Jahren nach der Therapie hatte ich etwas Probleme dabei meine Monatsblutung regelmäßig zu bekommen und habe manchmal 2 oder 3 Monate überhaupt keine Blutung gehabt. Das hat sich irgendwann gelegt und ich bekam einen regelmäßigen Zyklus. Vor knapp 5 Jahren kam bei meinem Mann und mir der Kinderwunsch auf. Knapp 3 Jahre haben wir versucht auf natürlichem Wege ein Baby zu bekommen. Es klappte leider nicht. Sofort kam mir der Gedanke, dass meine Chemotherapie die Ursache sein könnte. Meine Frauenärztin meinte jedoch nach über 20 Jahren dürfte das Ganze jedoch eigentlich keine Auswirkungen mehr auf meine Fruchtbarkeit haben. Ich überredete schließlich meinen Mann zum Urologen zu gehen und ein Spermiogramm machen zu lassen. Dabei kam heraus, dass unsere Kinderlosigkeit wohl in der Hauptsache an ihm lag und dass wir wohl nur mit Hilfe einer ICSI unseren Kinderwunsch erfüllen könnten. Also sprachen wir in einer Kinderwunschklinik vor. Dort erklärte man mir auch, dass die Chemo wahrscheinlich keine Auswirkungen hatte und führte verschiedene Tests durch.
Bei der ersten und einzigen ICSI-Behandlung wurde ich mit Zwillingen schwanger, die im April 2012 gesund zur Welt kamen. Du solltest wirklich einen Spezialisten aufsuchen, der deine Fragen beantworten kann und dir vielleicht bei der Erfüllung deines Kinderwunsches helfen kann.
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Re: Eizellen und Chemotherapie

Postby kühn on 22 Sep 2018, 01:45

Dein Thema ist sehr aktuell für mich! Ich habe vor 2 Wochen erfahren, dass ich schwanger bin. Eigentlich ein kleines Wunder, weil ich vor 3 Jahren eine sehr starke Chemotherapie beendet habe. Mir hatte man bei Therapiebeginn bereits gesagt, dass ich mit großer Sicherheit unfruchtbar bleiben werde. Und nun hat es doch geklappt und eigentlich freue ich mich riesig darüber. Ich darf das Kind nur leider nicht behalten, so hat mein Onkologe mir gesagt. Ich muss immernoch regelmäßig zu Untersuchungen und die Gefahr wäre einfach zu groß für Mutter und Kind. Ich bin sehr traurig darüber, weil es doch ein kleines Wunder ist. Die medizinische Indikation für den Schwangerschaftsabbruch habe ich bereits. Nächste Woche habe ich Vorgespräch in einer speziellen Klinik, die den Abbruch durchführen wird. Ich bin sehr traurig dass ich dieses Kind nicht behalten darf.
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