Angst dass ich kinderlos bleibe...

Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby naDin on 18 Jun 2018, 02:21

Ich war zwei Jahre jünger als Du, als sich mir diese Frage auch stellte. Ich hab mich dann für meinen Job entschieden. Der Kinderwunsch war da. Ernsthaft hab ich überlegt, einfach von irgendeinem Anonym schwanger zu werden, spätestens wenn ich auf die 40 zugehe. Dazu kam es aber nicht mehr. Mein Wunsch erfüllte sich dann auf andere Weise. Indem ich jemanden kennenlernte (als ich es eigentlich gar nicht mehr wollte....), der seinerseits einen absoluten Kinderwunsch hatte. Vor allem mit mir. Als ich trotz Pille schwanger wurde, meinte mein Frauenarzt, es hätte wohl so sein sollen. Stimmt irgendwie. Mittlerweile bin ich allein mit zwei Kindern, aber es ist schön. Meine Kinder möchte ich nie mehr missen. Dass ich noch geheiratet habe und noch ein Kind bekam, war schon eine eigene Geschichte. Aber ein Kind hätte ich auch allein trotz meines damaligen Jobs durchgebracht. Da war ich mir ziemlich sicher, daher hab ich es auch behalten, obwohl ich meinen mittlerweile EX Mann da erst kurz kannte. Jetzt habe ich zwei Kinder, einen Hund, und wenig Geld, bin aber glücklicher als ich es mit keinen Kindern, keinem Hund und viel Geld je war.
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby eva2Abel on 19 Jun 2018, 02:17

Ich kenne alle diese Gefühle... Das schlimmste war für mich die Wut - im Gegensatz zu Dir bin ich mit dem gleichen Mann seit Jahrzehnten zusammen, wir haben uns nur zu lange Zeit gelassen, es wirklich anzugehen, die Kinderzeugung. Für mich war es immer selbstverständlich, ein Kind zu bekommen, wenn ich eines möchte. Es sind so viele Frauen in meinem Freundes- und Kolleginnen-Kreis, bis Mitte 40 auf natürlichem Weg schwanger geworden. Und dann klappte es nicht und die Wut war da. Auf mich, auf meinen Mann, auf die Welt an sich.
Für mich war die Vorstellung, ein Kind zu adoptieren, leichter als die Vorstellung, ein genetisch fremdes Kind zu gebären. Ich weiss nicht warum, bis zu dieser Entscheidung waren mir Gene sowas von egal. Und plötzlich guckte ich in jeden Kinderwagen um zu sehen, ob die Babys den Müttern ähnlich sehen. Es hat sehr lange gedauert, zu akzeptieren, dass ich diesen gemeinsamen Ursprung mit meinem Kind nie haben werde. Und irgendwann in diesem Prozess musste ich auch akzeptieren, dass diese Wut sinnlos ist, sie ist destruktiv. Wie gesagt, ich kenne total viele Frauen, die sehr spät normal Mutter geworden sind. Du weisst nicht, ob es vorher geklappt hätte, weil Du geschrieben hast, Du hast Deine letzten fruchtbaren Jahre verpasst. In der Kiwu Klinik, in der ich war, waren so viele junge Frauen, es hat mich richtig erschüttert.
Wenn Du Dir nur ein Leben mit Kindern vorstellen kannst, wirst Du es haben - durch eine Eizellspende, mit Adoptivkindern oder mit Pflegekindern. Die Vergangenheit kannst Du nicht ändern, nur die Zukunft. Dein Kind wird zu Dir kommen, nur der Weg wird mühsamer gewesen sein, als er es normalerweise ist.
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby majorka4 on 20 Jun 2018, 02:52

Ich finde dieses Thema sehr interessant, weil ich heute gerade mit meiner Freundin darüber gesprochen habe, ob ich irgendwann mal Kinder haben möchte. Meine Freundin hat parallel vor kurzem Panik gehabt, schwanger von einem ONS zu sein, was aber nicht der Fall war. Auch bei mir pflasterten eher verkorkste Beziehungen meinen Weg als die wirklichen Beziehungskracher. Darunter war eigentlich nur ein Mann, mit dem ich mir Kinder hätte vorstellen können. Diese Beziehung endete aber unglücklich. Momentan habe ich keinen akuten Wunsch danach, ein Kind zu bekommen. Mir fehlt natürlich auch der Mann dazu, aber ich meine, mit knapp 30 Jahren habe ich noch ein wenig Zeit für alles. Ich mag Kinder sehr gerne und komme gut mit ihnen zurecht. Noch dazu kommt, dass ich seit einem guten halben Jahr einen anderen Job habe, in dem noch einiges auf mich wartet. Auch habe ich viele Pläne, würde gerne eine Fortbildung machen und reisen. Mit Kind würden solche Dinge erstmal etwas in den Hintergrund rücken. Noch dazu kommt, dass keine richtige Beziehung in Sicht ist. Von daher mache ich mir da erstmal keinen Druck und warte ab, was das Leben noch so bringen wird. Eines steht fest, es war und wird nicht langweilig werden, egal ob mit Beziehung oder ohne! Liebe Grüße
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby Engeline on 22 Jun 2018, 02:22

Ich weiß, es ist wirklich manchmal echt nicht gut und zum davon laufen. Zumal man oft, dass Gefühl hat das nur die schwanger werden, die es absolut oder kaum verdient haben. Das ist wirklich hart, leider aber einfach nicht zu ändern. Nichts und niemand wartet darauf, dass Du Dich umbringst! Deine Kinderlosigkeit hat auch nichts damit zu tun das Dich irgendwer nicht mag! Es ist die Schuld von niemandem, hör auf nach dem Warum zu fragen. Das macht Dich nur unglücklicher und bringt Dich keinen Millimeter weiter. Nimm es einfach so hin, wie es ist und kämpfe weiter, mit allen Mitteln die Dir zur Verfügung stehen. Leider gibt´s keine andere Möglichkeit. Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.
Ich für mich habe einfach in den letzten Jahren entschieden, dass es einfach keinen Gott gibt und wenn kann er mich mal gepflegt hinten rum heben. Mit dem christlichen Glauben ist das immer ganz einfach. Passiert irgendwas schönes, dann war´s sein Wille. Passiert was schlimmes, sind seine Wege unergründlich... Vergiss den Typ und glaub an Dich und Deine Kraft, ich glaub da hast Du mehr davon! Ich drück Dich mal ganz fest, und drücke Dir ganz doll die Daumen, dass Du Dir künftig keine Schwangerschaftsbeschwerden und sonstige Geschichten anhören musst...
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby majorka4 on 07 Jul 2018, 19:48

Hallo,
ich weiß seit knapp 14 Tagen, dass wir aufgrund sehr , sehr schlechten Spermas meines Mannes auf natürlichem Weg kein Kind bekommen werden können. In meiner Gefühlskurve war zwischen Wut (warum wir...), Trauer und Angst alles dabei. Ich habe Angst vor diesem ICSI Prozedere, den Spritzen und davor, dass es nicht klappen wird - der Gedanke kinderlos zu bleiben, ist für mich unerträglich. Wir haben sehr, sehr viel über unsere Ängste, Schuldgefühle (bei meinem Mann) gesprochen.
In medizinischer Sicht hilft mir (33 Jahre) der Gedanke daran, dass mein Anti-Müller-Hormon (Eizellreserve, die Aufschluss darüber gibt, wann die Wechseljahre eintreten) sehr gut ist. Aber eine totale Sicherheit für die ICSI ist das natürlich nicht... Wichtig ist wohl, irgendwie den Kopf frei zu bekommen und sich nicht verrückt machen zu lassen - wie so viele hier schreiben. Aber das ist für mich gerade leichter gesagt als getan. Ich wünsche Dir und Deinem Mann alles erdenklich Gute für Euer Wunder!
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby Pika4u on 09 Jul 2018, 21:56

So recht glauben kann ich nicht daran. Ich glaube auch nicht an Vorhersehung und sowas, ich gehe immer davon aus, dass alles was passiert Zufall ist. Manch einer hat nie Pech, andere ständig. Ich weiß nicht, woran sich sowas fest macht. Dass man etwas erahnen kann, was später passiert oder nicht passiert, das glaube ich nicht. Und wenn man meint, dass man das könnte, ist es für mich nur Pessimismus. Also wenn es etwas Negatives ist. Wie z.B. der unerfüllte Kiwu.
Ich konnte z.B. auch nie ahnen, dass ich meine Kinder zu Grabe tragen muss. Hätte ich im Leben nicht dran gedacht. Nicht einmal, dass ich jemals Zwillinge erwarten würde. Habe ich nicht mit gerechnet, mich auch nie damit beschäftigt. Nach so einem Erlebnis ist man negativ eingestellt, hat Angst, dass wieder etwas in der Art passiert. Manchmal wollte man den Kopf in den Sand stecken und es nicht nochmal versuchen. Aber für mich fand ichs dann doch den falschen Weg.
Und es ist doch bei jedem anders. Es gibt’s so Lebensläufe, wie der, der dir erzählt wurde, ich kenne da andere Beispiele. Eine hatte sicher mindestens 8 Fehlgeburten und ist nun ganz überraschend doch noch Mama geworden. Eine andere ist nach einer Eileiterschwangerschaft und einer FG auch wieder schwanger geworden und ist jetzt Mama. Wenn mans nicht wieder versucht, kann man das Glück auch nicht haben. Man muss nach vorne schauen und darf sich nicht von Geschichten anderer aus der Bahn werfen lassen. Denn es hat mit dem eigenen Leben nichts zu tun.
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby Engeline on 11 Jul 2018, 23:34

Leider weiss ich nicht, was dir helfen kann, denn mir geht’s genauso. Ich habe den besten Mann auf Erden abbekommen und das auch schon mit 18 Jahren. Ich habe mir auch überlegt wie meine drei oder vier Kinder denn heißen, wie mein Häuschen aussieht, das eine Katze und ein Hund im Vorgarten rumhüpft usw. Ich hab im Alter von 25 Jahren die Pille abgestetzt und war mir ganz sicher schwanger werden kann. War aber leider nicht so. Es kam eine Diagnose nach der anderen, eine niederschmetternder als die andere. Nun bin ich 32 und immer noch kinderlos. Und haben eine riesen Angst, dass es so bleiben wird. Denn es gibt für mich keine Alternative...Ich wünsche mir so sehr ein Kind. Aber eins hab ich gelernt in meinen 8 Jahren KIWU. Es bringt nichts, wütend zu sein. Egal ob auf Ex-Freunde, Ärtze oder gar den eigenen Körper. Es bringt Dich kein Stück weiter. Es gibt keinen Schuldigen. So einfach das auch wäre...es bleibt uns nichts weiter, als weiter zu hoffen und zu warten...so ätzend wie es nun mal ist.
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby yourAngel on 12 Jul 2018, 18:39

Ich kann das gut verstehen, denn bei mir war es ähnlich. Mir haben 3 FAs fast 10 Jahre lang gesagt, ich könnte höchstwahrscheinlich keine Kinder bekommen. Da ich einen sehr unregelmäßigen Zyklus habe und meine Eierstöcke die meiste Zeit schlafen. Hinzu kam eine Hormonstörung und eine genetische Veränderung, die bei einer SS ggf. zu Missbildungen oder Fehlgeburt führen könnte. Ich habe lange Zeit Hormone, auch homöopathisch genommen. Und irgendwann, nach fast 10 Kilo mehr auf den Rippen, habe ich gesagt es ist Schluss damit. Im Oktober 2016 habe ich alles abgesetzt und mir einfach gesagt, dann muss ich halt ohne Kinder leben. Auch wenn es mir sehr schwergefallen ist.
Mein Partner und ich wollten uns dann im Frühjahr 2017 einen kleinen Hund zulegen. Was soll ich sagen? Im Februar 2017 bin ich dann wieder zum FA zur Kontrolle - Regelblutung war immer noch nicht in Sicht, nach 6 Monaten - und da war ich bereits in der 10. Woche schwanger. Wie du siehst, es ist nicht immer einfach mit dem Gedanken Kinderlos zu bleiben zu leben. Aber wenn du dich davon ein bisschen frei machen kannst und einfach locker lässt, dann kommt das Kind von ganz alleine. Oder zu sprichst mal mit deinem FA über einen Fruchtbarkeit Test. Übrigens, es muss auch nicht unbedingt an die liegen, denn es kann auch an deinem Partner liegen. Bedenke das in allem was du tust und unternimmst. Ich wünsche dir viel Glück und eine baldige SS. LG
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby eva2Abel on 18 Jul 2018, 02:34

Ich war zwei Jahre jünger als Du, als sich mir diese Frage auch stellte. Ich hab mich dann für meinen Job entschieden. Der Kinderwunsch war da. Ernsthaft hab ich überlegt, einfach von irgendeinem Anonym schwanger zu werden, spätestens wenn ich auf die 40 zugehe. Dazu kam es aber nicht mehr. Mein Wunsch erfüllte sich dann auf andere Weise. Indem ich jemanden kennenlernte (als ich es eigentlich gar nicht mehr wollte....), der seinerseits einen absoluten Kinderwunsch hatte. Vor allem mit mir. Als ich trotz Pille schwanger wurde, meinte mein Frauenarzt, es hätte wohl so sein sollen. Stimmt irgendwie. Mittlerweile bin ich allein mit zwei Kindern, aber es ist schön. Meine Kinder möchte ich nie mehr missen.
Dass ich noch geheiratet habe und noch ein Kind bekam, war schon eine eigene Geschichte. Aber ein Kind hätte ich auch allein trotz meines damaligen Jobs durchgebracht. Da war ich mir ziemlich sicher, daher hab ich es auch behalten, obwohl ich meinen mittlerweile exmann da erst kurz kannte. Jetzt habe ich zwei Kinder, einen Hund, und wenig Geld, bin aber glücklicher als ich es mit keinen Kindern, keinem Hund und viel Geld je war.
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Re: Angst dass ich kinderlos bleibe...

Postby Maria Waldfogel on 18 Jul 2018, 22:37

Ich kenne alle diese Gefühle... Das schlimmste war für mich die Wut - im Gegensatz zu Dir bin ich mit dem gleichen Mann seit Jahrzehnten zusammen, wir haben uns nur zu lange Zeit gelassen, es wirklich anzugehen, die Kinderzeugung. Für mich war es immer selbstverständlich, ein Kind zu bekommen, wenn ich eines möchte. Es sind so viele Frauen in meinem Freundes- und Kolleginnen-Kreis, bis Mitte 40 auf natürlichem Weg schwanger geworden. Und dann klappte es nicht und die Wut war da. Auf mich, auf meinen Mann, auf die Welt an sich. Für mich war die Vorstellung, ein Kind zu adoptieren, leichter als die Vorstellung, ein genetisch fremdes Kind zu gebären. Ich weiss nicht warum, bis zu dieser Entscheidung waren mir Gene sowas von egal. Und plötzlich guckte ich in jeden Kinderwagen um zu sehen, ob die Babys den Müttern ähnlich sehen. Es hat sehr lange gedauert, zu akzeptieren, dass ich diesen gemeinsamen Ursprung mit meinem Kind nie haben werde. Und irgendwann in diesem Prozess musste ich auch akzeptieren, dass diese Wut sinnlos ist, sie ist destruktiv. Wie gesagt, ich kenne total viele Frauen, die sehr spät normal Mutter geworden sind. Du weisst nicht, ob es vorher geklappt hätte, weil Du geschrieben hast, Du hast Deine letzten fruchtbaren Jahre verpasst. In der Kiwu Klinik, in der ich war, waren so viele junge Frauen, es hat mich richtig erschüttert. Wenn Du Dir nur ein Leben mit Kindern vorstellen kannst, wirst Du es haben - durch eine Eizellspende, mit Adoptivkindern oder mit Pflegekindern. Die Vergangenheit kannst Du nicht ändern, nur die Zukunft. Dein Kind wird zu Dir kommen, nur der Weg wird mühsamer gewesen sein, als er es normalerweise ist.
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