Mann will keine KB...

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Postby Windchen210 on 22 Apr 2017, 01:49

Hallo zusammen, ich hoffe, dass ich hier vielleicht noch einen guten Tip von jemandem bekommen, dem es auch so ging. Der Grund, dass wir in einem Kinderwunschzentrum in Behandlung sind, ist hauptsächlich auf meiner Seite zu finden. Mein AMH Wert liegt nur bei 0.2. Mein Partner hat leicht eingeschränkte Morphologie, aber das sei wohl nicht so wild. Man hat uns IUI geraten. Ich hab nun 2x mit Clomifen Eizellen zum Wachstum bringen können und wir hatten Verkehr zum Optimalen Zeitpunkt. Erfolglos. Also habe ich dann mit Puregon stimuliert, was dann leider abgebrochen werden musste, da ich 5 oder 6 Follikel hatte, die reif waren. Also zu viele. Jetzt aber mein Partner sagte mir einen Tag vor der letzten US, an der der Termin für die IUI festgelegt werden sollte, dass er Probleme hätte, ein Kind, das auf künstlichem Weg gezeugt ist, als seines anzuerkennen und deshalb diese Behandlung ablehnt. Alle Versuche, ihm auszureden, dass eine IUI (und noch nicht mal eine IVF) eine künstl. Befruchtung darstellen, waren erfolglos. Mein Kinderwunsch ist sicher größer als seiner, aber hat jemand eine Idee, wie ich ihn überzeugen kann? Bin 38, wenn ich die Beziehung zu ihm beende, kann ich wohl auch gleich meine Zukunftspläne mitbegraben...Bitte helft mir, bin echt verzweifelt
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Re: Mann will keine KB...

Postby Nala on 22 Apr 2017, 01:51

Was versteht ihr beide denn unter dem Begriff "künstliche Befruchtung"? Bei deinem Partner scheinen die Vorstellungen darüber ziemlich abstrakt zu sein. Denn selbst bei einer ICSI ist es euer leibliches Kind, außer ihr nehmt Spendersamen. Also das würde ich als erstes mal klären! Da Männer meistens Fakten brauchen, kannst du ihm entsprechendes Infomaterial zukommen lassen. Oder du lässt ihn hier den Theorieteil über die Behandlungsmethoden lesen. Einige Männer haben ein Problem mit der Behandlung, weil diese für die Partnerin eine große körperliche und seelische Belastung darstellt. Frage ihn doch, warum er ein Kind, was durch IUI entstanden ist, nicht als sein eigenes anerkennen kann. Nur weil er nicht GV durfte? Das mit dem Überreden ist immer so eine Sache. Du musst dich fragen, ob du ein Kind mit ihm möchtest oder irgendwie ein Kind. Das ist schon ein Unterschied. Oder ist dein Partner generell zögerlich beim Thema Nachwuchs? Dann solltet ihr prüfen, ob eure Zukunftspläne zueinander passen. Oder zumindest überlegen, warum bei dir der KiWu größer ist, als bei ihm. Vielleicht hast du diese Sachen aber alle schon durchgesprochen. Dann schreib' noch mal kurz was dazu. Liebe Grüße
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Re: Mann will keine KB...

Postby sofi_e on 22 Apr 2017, 01:56

Also, ich kann total gut verstehen, schließlich geht es um eine existenzielle Frage, hinter der beide Partner stehen müssen und es ist nunmal keine Selbstverständlickeit, sich einer IUI, ICSI oder IVF zu unterziehen. Bei uns war es genau umgekehrt, mein Mann war der Behandlung gegenüber aufgeschlossen, ich wollte anfangs keine künstliche Befruchtung, egal in welcher Form. Ich hatte das Gefühl, dass es vom moralisch ehischen Standpunkt her vielleicht nicht richtig ist, in solche Vorgänge einzugreifen und dass man vielleicht akzeptieren muss, wenn man eben keine Kinder bekommen kann. Nachdem ich einige Gespräche mit unserem Arzt und meinem Mann geführt hatte, hat sich meine Haltung geändert, aber es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich klar positionieren konnte. Von daher kann ich deinen Mann ganz gut verstehen. Das Thema unerfüllter Kinderwunsch ist sehr heikel und wirft glaube ich bei jedem betroffenen andere Bedenken und Ängste auf, darüber muss man meiner Meinung nach viel nachdenken, sich informieren und reden... Bei meinem Mann und mir ist das ein ständiger Prozess, das erfordert halt die Bereitschaft sich miteinander, dem Thema und eben auch mit sich selbst auseinanderzusetzen. Ich hatte am Anfang ziemlich damit zu kämpfen, dass mein Körper seine Grundlegende funktion nicht erfüllen will, ich fühlte mich als Frau total unzulänglich, das hat ganz schön an mir genagt und ich konnte dieses Gefühl erst nach längerer Zeit ablegen, mein Mann hat dazu viel beigetragen, aber auch die Tatsache, dass ich mir selbst nochmal neu grundlegende Gedanken über meine Lebensplanung und meinen Kinderwunsch gemacht habe. Ich würde an deiner Stelle noch nicht aufgeben, sondern versuchen, mit deinem Mann über seine Bedenken zu reden, ohne Vorwürfe oder Druck. Gib ihm nicht das Gefühl verplichtet zu sein, ein Kind mit dir zu zeugen, egal auf welchem Weg, sondern versucht, eine gemeinsame Lösung zu finden, die beide gut finden. Weitere Untersuchungen und Eingriffe würde ich erst machen lassen, wenn ihr sicher seid, dass ihr am selben Strang zieht. Viel Glück
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Re: Mann will keine KB...

Postby Fuchs on 22 Apr 2017, 01:59

Ich war in einer ähnlichen Situation wie Du. Ähnliches Alter, noch niedrigerer AMH-Wert und ein Mann, der nicht gerade begeistert in die KiWu-Klinik mitkam. Allerdings weniger, weil er IVF generell ablehnt, sondern weil er negiert hat, dass wir ein medizinisches Problem haben. Ähnlich wie meine Ärzte war er noch ewig der Meinung, ich müsste einfach mal den Kopf abschalten! Da mein Mann dazu neigt, auf stur zu schalten, wenn ich Druck mache, habe ich wie eine Wilde recherchiert. In entspannten Situationen, zum Beispiel beim Spazierengehen, habe ich ihm dann die Ergebnisse meiner Recherchen vorgetragen. Auch gern medzinisch gefärbte Geschichten von Paaren, die lange probiert hatten und dann durch IVF relativ schnell schwanger wurden. Dann stand bei uns dann voll im Zeichen der IVF. Aber erst ab der ersten ICSI fing mein Mann an, richtig Ehrgeiz und Interesse zu entwickeln. Bei Männern tickt halt keine biologische Uhr, da habe ich mich oft allein und verloren gefühlt. Vor allem angesichts meiner scheinbar besonders wild tickenden Uhr. Aber ich denke, dass sich ein freundliches Dranbleiben lohnt. Steter Tropfen höhlt den Stein! Hast Du Deinen Mann schon mal zum Arzt mitgenommen? Als mein Mann von der Ärztin den AMH-Wert erklärt bekam, also von einem Experten, hat sich seine Haltung zum "Kopf abschalten" radikal geändert. Vielleicht würde das bei Deinem Mann auch etwas nützen? Alles Gute für Dich!
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Re: Mann will keine KB...

Postby naDin on 22 Apr 2017, 02:01

Meine Situation ist zwar eine andere, aber auch bei mir hat es lange gedauert, mich an den Gedanken einer künstlichen Befruchtung zu gewöhnen. Fast ein Jahr lag zwischen unseren ersten Gesprächen und dem ersten Behandlungsplan. Mir kam das alles so unnatürlich vor, ich fand alles so abschreckend medizinisch und all diese Begriffe und Themen, die alle so neu und unbekannt waren...Ein anderer Aspekt der auch noch dazukommt: man muss sich plötzlich eingestehen, auf Hilfe angewiesen zu sein und das auch noch in so einem intimen Bereich. Aber auch hier: mit der Zeit gewöhnt man sich an die Abläufe etc., alles wird vertrauter, sich damit auseinanderzusetzen wird irgendwie normal (hätte mir jemand vor zwei, drei Jahren gesagt, dass ich mich mit meinem Mann mal über meine GMS unterhalte als würde es um den Winterreifenwechsel gehen). Also vielleicht hilft, wie schon oben vorgeschlagen, mehr Information und vielleicht auch etwas Zeit (auch wenns schwer fällt). Und natürlich solltest du dir sicher sein, auch mit diesem Mann Kinder zu wollen. Viel Glück!
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Re: Mann will keine KB...

Postby trixis on 22 Apr 2017, 02:04

Was stört deinen Mann genau? Dass das Kind nicht auf natürlichem Weg entstehen würde? Dass ihr Geld und Zeit investieren musst? Ist er womöglich um deine Gesundheit besorgt? Ist er informiert, was genau bei einer IVF/ICSI passiert? Nicht dass er denkt, es wird Spendersamen verwendet. Mein Freund dachte am Anfang nämlich auch so. Bei uns war es so: er wollte zuerst keine medizinische Hilfe. Ich habe ihm Zeit gelassen aber die Einstellung änderte sich nicht wirklich. Dann hat er mir zuliebe eine ICSI gemacht, die mit einer Fehlgeburt endete. Dann gab es noch eine negative ICSI und dann die Aussage, er will nicht mehr. Ich habe ihn dann verlassen, weil es mir immer klar war, dass ich für keinen Mann der Welt auf meinen Kinderwunsch verzichten konnte. Es gab auch andere Gründe bei unserer Trennung, aber dies war am schwerwiegendsten. Ich habe mich dann erkündigt, um auf alternativem Weg Mutter zu werden. Spricht, Samenspende. Es muss nicht die anonyme Samenbank sein. Es gibt auch genug Männer, die ebenfalls eine Vaterschaft anstreben und keine Frau haben.
Am Endeffekt ist es anders ausgegangen. Mein Ex-Freund ist zurückgekommen und hat sich bereit erklärt, uneingeschränkt viele künstliche Befruchtungen zu machen. Wir wollten im Juni die dritte ICSI starten. Im März bin ich dann von ihm spontan schwanger geworden. Ich bin jetzt in der 33. Woche. Mir ist es bewusst, dass wir viel Glück hatten. Aber wichtig war es für mich, dass er seine Bereitschaft erklärt hatte. Auch wenn es hart klingt, viel Zeit hast du in der Tat nicht mehr. Du kannst ihm nicht ein paar Jahre Zeit lassen und dann weiter sehen, denn es könnte für dich zu spät sein. Und eine Garantie, dass er seine Meinung ändert, hast du nicht. Ich würde mich an deiner Stelle fragen: was ist mir wichtiger? Wenn es zu einer Entscheidung kommen sollte, möchte ich lieber kinderlos mit diesem Mann alt werden? Oder ist es mir wichtiger, Mutter zu werden, zur Not auch allein? Es gibt Mittel und Wege, auch allein den Kinderwunsch zu realisieren, auch in Deutschland. Und dies muss nicht bedeuten, dass dein Kind keinen Vater hätte. Ich würde an deiner Stelle aber erstmal mit deinem Freund Klartext reden und eine sofortige Entscheidung fördern.
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Re: Mann will keine KB...

Postby Bibolina on 22 Apr 2017, 02:08

Ich denke auch, dass Du am Besten weißt wie Du ihn knacken kannst oder ob es da wenig Chancen gibt. Bei meinem Partner erzeugt Druck gegendruck und mit Ultimaten hätte ich ihn nirgendwohin gebracht... Für mich war auch ein anderer Partner oder HI keine Option... Ich habe über längere Zeit immer wieder in ruhigen Momenten versucht ihm klar zu machen wie wichtig das für mich ist. Ihn aber auch wissen lassen, dass ich seine Bedenken verstehe. Letztendlich muss man ja auch die Argumente des Anderen hören, wenn man selbst gehört werden will. Letztendlich hab ich es so hinbekommen, dass er mitzieht für mich. Ich weiß nicht, ob Dein Partner auch Angst vor dem Sperma abgeben hat... kann ja sein? Aber hauptsächlich erzähle ich das, weil ich es für wichtig halte, eben einen gemeinsamen Weg zu finden. Unsere Beziehung hätte wohl ein Ultimatum nicht gut verkraftet, da wir beide darauf bauen jeweils die Wünsche des anderen auch wichtig zu nehmen. Und Bedenken zerstreut man meiner Meinung nach nicht durch Ultimaten... und so ein Ultimatum sollte man auch wirklich nur stellen, wenn man ganz sicher ist, dass ein Kind wichtiger ist als der Partner. Denn so etwas wird die Partnerschaft verändern. Viel Glück bei der Überzeugungsarbeit! Aber nicht zu schnell aufgeben: Du siehst hier haben es viele auf unterschiedlichen Wegen erlebt und auch geschafft! Liebe grüße
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Re: Mann will keine KB...

Postby kühn on 22 Apr 2017, 02:09

Sag ihm doch die Wahrheit: Die Befruchtung schafft nur die Natur allein: Bei der Insemination bringt man das Sperma nur näher ran, bei der IVF bringt man Eizelle und Sperma ganz nah zusammen, aber die Befruchtungsrate ist ja eher bei 60-80%, weil das die Natur selber machen muss. Sag ihm außerdem, dass du krank bist und auf eine Behandlung bestehst. Wenn du eine infizierte Wunde hättest, würdest du ja auch Antibiotika nehmen und dir nicht den Arm amputieren und auf ein Kind zu verzichten käme für dich einer Amputation gleich. Sag ihm, wenn er es nicht wenigstens versucht, tut er dir sehr weh, weil es dir so wichtig ist. Momentan würde ich ihn eine Woche in Ruhe lassen, nett zu ihm sein... Ein bisschen taktieren gehört vielleicht dazu... Das schaffst du! Viel Erfolg
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Re: Mann will keine KB...

Postby eva2Abel on 22 Apr 2017, 02:13

Künstliche Befruchtung ist für viele Leute eine Glaubensfrage. Man hat kaum objektive Argumente, es fühlt sich nur eben richtig an - oder eben nicht, so wie bei deinem Mann. Falls er Bedenken hat wegen vertauschten Spermien, Kosten, Nebenwirkungen der Hormone etc, dann hast du sicher eine Chance, das mit ihm und einem Arzt zu klären. Falls für ihn aber die Vorstellung einer IVF oder ICSI einfach nicht passt, dann wird es schwierig. Wenn sich das für ihn einfach falsch anfühlt, wird er nie aus Überzeugung seine Meinung ändern. Ich will dir keinesfalls die Hoffnung nehmen, sondern nur zeigen, dass jeder Mensch seine ganz eigenen moralischen Vorstellungen von richtig und falsch hat. Und dass diese Grundsätze bei den meisten Menschen einfach nicht verhandelbar sind. Ich wünsche euch alles gute, und dass ihr offen und ehrlich miteinander reden könnt. Und dass ihr beiden auch an euch als Paar denkt, und nicht nur an ein mögliches weiteres Kind und wie es entsteht.
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Re: Mann will keine KB...

Postby Maria Waldfogel on 22 Apr 2017, 02:14

Mein Mann hat sich auch aus diversen Gründen geweigert. Ich habe das sehr lange akzeptiert, wir haben aber natürlich jeden Monat weiter geübt. Chance bei 0% laut Arzt. Nun stehen wir vor unserer ersten ICSI, es sind viele Jahre vergangen. Für mich war immer klar, dass eine Trennung nicht in Frage kommt, denn wir sind auch kinderlos super glücklich. Mein Mann hat mit mir eine Paartherapie gemacht, so fünf Sitzungen und da haben wir dann ausschließlich über seine Ängste gesprochen wegen der ICSI. Wir haben beide sehr viel geweint und waren uns dann einig, wir gehen den Weg zusammen.
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