auche das Rat!

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Postby Bibolina on 08 Jun 2016, 21:42

Hallo ihr Lieben,
ich bin teilweise sehr erschrocken darüber, wie es den meisten Adoptierten geht. Ich vertrete jedoch auch die gleiche Meinung, wie viele von Euch, nämlich, dass diese Inkognitoadoption vieles verkompliziert und erst recht alles erschwert.
Unsere Tochter ist jetzt gerade mal 9 Monate alt und wir haben sie seit dem ersten Tag an bei uns. Die leibliche Mutter hat uns vor der Geburt kennen gelernt. Allerdings meldet sie sich jetzt nicht mehr. Sie wollte nur sehen zu welchen Leuten ihr Kind kommen wird und erklärte sich noch einverstanden damit, dass falls unsere kleine Maus sie einmal kennen lernen möchte, sie dazu bereit ist und ihr auch vieles erklären möchte. Wir haben uns fest vorgenommen immer für unsere Tochter da zu sein und immer helfend und unterstützend zur Seite zu stehen.
Mein Mann und ich haben Angst, dass es unserer Tochter schlecht geht und wir ihr nicht helfen können. Gibt es etwas, was ihr Euch von Euren Adoptiveltern gewünscht hättet oder wie wurde Euch die Tatsache, dass ihr adoptiert wurdet erklärt?
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Re: auche das Rat!

Postby Assue on 08 Jun 2016, 21:58

Du hast die besten Voraussetzungen eine wunderbare Adoptivmutter zu sein. Viel erfolg mit der Kleinen.
Dein Text erklärt sich von alleine und guck dorthin ... und du siehst des Rätsels Lösung. Viele Mütter machne sich keinen Gedanken denken, es wäre irgendwie nur "ihr" Eigentum und das wars. Eingeschlossen in diesem System des Hasses und der Eigensinnigkeit.
Du aber fragst uns so, dass mir die Tränen vor Rührung kommen. Du kannst nicht viel Falsch machen. Sei einfach du selbst und respektiere das dein Kind eine echte Mutter hat und später das recht hat zu suchen und auch moralisch so eine Art Reunion ab 18 zu machen. Das muss aber net so kommen, das war nur so ein Gedanke.
Ich glaube von meinem Gefühl dem tiefsten und so das du eine wunderbare verständnisvolle Mama abgeben wirst, die sich immer um die Seele des Kindes kümmern wird und es auch super macht. Diese Idee hier hin zu kommen und uns zu fragen und um Lebensrat zu fragen, ist sehr gut.
Gib dem Kind deine Ganze Liebe. Gib ihn von Anfang an das Gefühl, einmalig zu sein und das er erwünscht ist. Kläre ihn früh auf damit er das Gefühl, hat er ist richtig in der Welt.
Du machst das schon )
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Re: auche das Rat!

Postby Engeline on 08 Jun 2016, 22:01

Genau diese Offenheit ist es, die mir bei meinen Eltern gefehlt hat. Ich glaube, euch wird die ganze Sache noch viel zu schaffen machen. Denn selbst wenn eure Kleine es akzeptiert und verstanden hat, gibt es immer noch Reaktionen aus dem Umfeld (Schule, Freundeskreis). Da könnte es passieren, dass sie einige Enttäuschungen hinnehmen muss, weil sich Freunde abwenden oder sie verbal angegriffen wird. Sie wird es nicht verstehen. Menschen können sehr grausam sein. Und wenn ich mir zum Beispiel die Reaktionen anschaue, als ich das Thema Adoption in 2 anderen Foren angesprochen habe, kann ich einfach nur den Kopf schütteln.
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Re: auche das Rat!

Postby eva2Abel on 08 Jun 2016, 22:04

Also ich möchte Dir gerne von den sehr positiven Aspekten der Adoption berichten. Sei einfach ganz normal Mutter, das ist was ein Kind brauch. Das schönste und größte was es gibt: eine liebende Mutter bzw. Eltern mit einer tollen Kindheit, dann ist normalerweise alles andere nicht ganz so wichtig, ausser der Drang des Herkunftswissen natürlich. Seit einfach nur da für das Kind und zeigt Ihm Eure Liebe. Das ist das gesündeste und schönste, was ein Mensch bekommen kann. Ich habe mich vorhin vorgestellt, wie bedeutend Adoptiveltern sind. Bei vielen ist sicherlich das Gefühl nicht gewollt zu sein ein Problem. Damit habe ich leider keine emotionalen Erfahrungen, da ich von Anfang an über den Stand der Frauen in den 60er Jahren mir im Klaren war und von daher ne Menge Verständnis für die H-Mutter hatte.
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Re: auche das Rat!

Postby kühn on 08 Jun 2016, 22:06

Ich würde aus meinen Erfahrungen heraus als Adoptierte dazu raten, dem Kind ein positives Bild seiner Mutter zu reden, wenn Ihr ihm erzählt, dass es adoptiert ist. Sprecht nicht nur über das Faktum der Adoption, sondern auch über die Vorgeschichte des Kindes.
Dass Ihr die Mutter kennengelernt habt, sie so und so heißt, sie die kleine sehr lieb gehabt hat, aber nicht selbst für sie sorgen konnte und deshalb, aus Liebe, Leute gesucht haben, die ihre Tochter aufziehen können.
Ein positives Bild der leiblichen Mutter beugt Ängsten und Identitätskonflikten beim Kind vor. Versucht die Mutter auch immer präsent zu halten - sprecht auch immer über sie, wenn Euer Kind Euch später nach den Umständen der Adoption fragt. (Durch diese Sachen entsteht nicht das Gefühl, Euer Kind sei vom Himmel gefallen oder vom Storch gebracht worden - das würde Eurer Tochter eine Lücke in ihrer Biographie (von der Zeugung bis zur Adoption) entstehen lassen, die sehr bedrückend sein kann.
Versucht auch so viel wie möglich über die Mutter herauszufinden: Beruf, Alter, hat sie noch mehr Kinder, wer ist der Vater, Krankheiten in der Familie, Aussehen (prägt Euch Ihr Bild ein oder verlangt nach einem Foto), Herkunftsgegend, wie sah es dort aus, Umstände der Geburt, etc. Schreibt Euch das alles auf! Wenn Eure Tochter in 20 oder 30 Jahren fragt ist Euer Gedächtnis vielleicht getrübt und sie ist Euch dankbar und empfindet es als eine Art Respekt vor ihrer Herkunft, wenn Ihr sorgfältig Notizen gemacht habt!
Ich hoffe, ich konnte Dir helfen. Ich glaube auch, dass Du/Ihr auf dem richtigen Weg seid! Alles Gute!
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Re: auche das Rat!

Postby Lisa_vogt on 08 Jun 2016, 22:10

Ich bin adoptierte mutter. Ich rate es euch genau, wie viele vor mir wirklich offen mit dem Thema umzugehen und euren Kind es wirklich rechtzeitig sagt, damit es es nicht durch dritte ungewollt als erstes erfährt, denn das wäre sehr bitter für eure kleine. Diese habe ich am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Meine Erfahrungen aus zweierlei Sicht durchlesen. Ein Patentrezept gibt es natürlich nicht. Aber ich bin fest der Meinung, dass ihr auf den richtigen Weg seid. Fragen, welches das Kind später mal hat, immer wahrheitsgemäß beantworten, damit es zu keinen fatalen Vertrauensverlust kommt.
Meine Eltern und auch wir haben nie schlecht über die Eltern gesprochen. Meine Adoeltern und auch wir haben damals kaum etwas über die Vergangenheit der Kinder erfahren. Deshalb konnten wir auf Fragen der Herkunft nur ganz wenige antworten geben. Dadurch das du die h-Mutter kennengelernt hast dürfte es für euch einfacher sein auf solche fragen zu antworten.
Behandelt euer Kind sehr liebevoll und so als wenn es euer ist, aber nicht als Eigentum, dann wird es euch die liebe auch zurückgeben und mit der Vergangenheit gut umgehen können.
Ich wünsche euch alles gute
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Re: auche das Rat!

Postby Ruth on 28 Aug 2017, 20:41

Du hast die besten Voraussetzungen eine wunderbare Adoptivmutter zu sein. Viele Mütter machen sich keinen Gedanken denken, es wäre irgendwie nur ihr Eigentum und das war’s. Eingeschlossen in diesem System des Hasses und der Eigensinnigkeit. Du aber fragst uns so, dass mir die Tränen vor Rührung kommen. Du kannst nicht viel falsch machen. Sei einfach du selbst und respektiere das dein Kind eine echte Mutter hat und später das recht hat zu suchen und auch moralisch so eine Art Reunion ab 18 zu machen. Das muss aber nicht so kommen, das war nur so ein Gedanke. Ich glaube von meinem Gefühl dem tiefsten und so das du eine wunderbare verständnisvolle Mama abgeben wirst, die sich immer um die Seele des Kindes kümmern wird und es auch super macht. Diese Idee hier hin zu kommen und uns zu fragen und um Lebensrat zu fragen, ist sehr gut. Gib dem Kind deine Ganze Liebe. Gib ihn von Anfang an das Gefühl, einmalig zu sein und das er erwünscht ist. Kläre ihn früh auf damit er das Gefühl, hat er ist richtig in der Welt. Du machst das schon
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Re: auche das Rat!

Postby Nala on 14 Sep 2017, 00:34

Genau diese Offenheit ist es, die mir bei meinen Eltern gefehlt hat. Ich glaube, euch wird die ganze Sache noch viel zu schaffen machen. Denn selbst wenn eure Kleine es akzeptiert und verstanden hat, gibt es immer noch Reaktionen aus dem Umfeld (Schule, Freundeskreis). Da könnte es passieren, dass sie einige Enttäuschungen hinnehmen muss, weil sich Freunde abwenden oder sie verbal angegriffen wird. Sie wird es nicht verstehen. Menschen können sehr grausam sein. Und wenn ich mir zum Beispiel die Reaktionen anschaue, als ich das Thema Adoption in 2 anderen Foren angesprochen habe, kann ich einfach nur den Kopf schütteln.
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Re: auche das Rat!

Postby Lisa_vogt on 08 Oct 2017, 18:08

Genau diese Offenheit ist es, die mir bei meinen Eltern gefehlt hat. Ich glaube, euch wird die ganze Sache noch viel zu schaffen machen. Denn selbst wenn eure Kleine es akzeptiert und verstanden hat, gibt es immer noch Reaktionen aus dem Umfeld (Schule, Freundeskreis). Da könnte es passieren, dass sie einige Enttäuschungen hinnehmen muss, weil sich Freunde abwenden oder sie verbal angegriffen wird. Sie wird es nicht verstehen. Menschen können sehr grausam sein. Und wenn ich mir zum Beispiel die Reaktionen anschaue, als ich das Thema Adoption in 2 anderen Foren angesprochen habe, kann ich einfach nur den Kopf schütteln.
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