Adoption als Single

Adoption als Single

Postby Assue on 28 Jun 2016, 14:25

Schon seit Jahren besteht bei mir der Wunsch, ein Kind zu adoptieren. Da ich der Meinung bin, dass dies auch ohne einen Ehepartner zu meistern ist, habe ich mich etwas über die Gesetzeslage schlau gemacht und erfahren, dass es theoretisch moglich ist. Mich wurde jetzt interessieren, wie das ganze in der Praxis aussieht... Hat vielleicht irgendjemand Erfahrungen damit? Bestehen überhaupt reale Chancen, dass ich als Single jemals fur ein Kind ausgewahlt werde?
Zu meiner Person: Ich bin gesund, habe keine leiblichen Kinder und möchte auch keine bekommen, arbeite als Lehrerin am Gymnasium, habe fur ein Kind genugend Lebensraum zu Verfügung, bin nicht alter als 35. In Frage wurde fur mich ein Kind von 0 bis 3 Jahren kommen. Ich ware auch bereit, Kinder mit leichten oder mittelschweren Erkrankungen zu adoptieren.
Vielen Dank fur eventuelle Antworten!
Assue
 
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Re: Adoption als Single

Postby Bibolina on 28 Jun 2016, 14:27

Hallo,
sicherlich ist es nach der Deutschen Gesetzeslage möglich zu adoptieren, wobei immer noch das Problem des Eignungstest besteht, den nicht jeder besteht aber ich denke, dass dies auch etwas an der Willkür der Sozialarbeiterinnen besteht. Dann wäre die Frage, haben Sie ein Kind das zur Adoption freigegeben ist und natuerlich kommt hinzu die lange Wartezeit, das ist eigentlich das Schlimmste was viele Eltern bemängeln... das alles so unendlich lange dauert. Und das Kriterium dass das Jugendamt viel lieber an Ehepaare vermitteln, mit der Begründunjg, was machen Sie wenn Sie krank sind usw. Wir können uns darüber gerne Unterhalten da ich mich mit diesem Thema seit Jahren befasse!
Bibolina
 
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Re: Adoption als Single

Postby yourAngel on 28 Jun 2016, 14:30

Hallo…mir geht es ähnlich wie dir...ich würde gern ein baby adoptieren. bin zwar nicht single, aber mein partner will nichts damit zu tun haben. also werde ich es wohl alleine tun.
als alleinstehende zu adoptieren ist möglich, voraussetzung ist aber, dass man noch keine kinder hat (egal ob eigene od adoptiert) - in manchen fällen muss man sogar mind. 30 jahre alt sein. ansonsten steht der sache nichts im wege außer vllt. die bürokratie in dem land, wo du adoptieren möchtest.
eine bekannte von mir hat ein kleines mädchen (damals 1 jahr alt) aus china adoptiert. Sie ist zwar verheiratet, hat aber auch viele singles kennen gelernt. In china ist es nämlich nicht notwendig, verheiratet zu sein oder so. Die weisenhäuser dort sind scheinbar so extrem überfüllt (vorallem mit mädchen), dass die sich über jeden adoptionswilligen freuen. nachdem sie den ganzen papierkram hinter sich hatten, haben sie gerade mal 8 monate gewartet und sie konnten die kleine mit nach hause nehmen.
wenn du allerdings in deutschland bzw. europa adoptieren möchtest, hast du als single eigentlich so gut wie keine chancen! wenn du nicht grad von haus aus sehr reich bist...
yourAngel
 
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Re: Adoption als Single

Postby Engeline on 28 Jun 2016, 14:33

Ich bin auch alleinerziehend und habe 2 Pflegekinder, da ich eigene Kinder bekommen kann und auch einen eigenen Sohn habe, stand für mich fest das die Pflegekinder bereits älter sein sollten. Ich persönlich finde, dass die Frauen, die selbst keine eigenen Kinder bekommen können, das Recht auf ein möglich kleines Kind haben, ich weiß, dass diese Frauen sich nichts mehr wünschen und dass diese Kinder dort ein gutes Leben haben werden ...Leider sind die Kinde,r die schon etwas älter sind meistens im Nachteil, mein Junge war 5 als das erste Kind zu uns kam, er war bereits 8 und trotzdem waren die Beiden ein Herz und eine Seele. Leider ging der Junge nach 1.5 Jahren wieder zu seiner Mutter zurück! 5Monate später kam der nächste Junge fast 8 und im Mai kam der Grosse13...alle haben viel durch gemacht in ihrem jungen Leben und alle haben mein Leben bereichert. Ich bin stolz auf meine Kinder und gerade wenn man bereits eigene Kinder bekommen durfte ,weiß man wie wichtig auch die älteren Kinder sind, egal in welchem Alter sie brauchen, sie freuen sich alle über eine Mama! Ich wünsche dir ganz viel Erfolg
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Re: Adoption als Single

Postby eva2Abel on 28 Jun 2016, 14:38

Bei mir sieht es ähnlich aus. Ich hege seit einigen Jahren einen tiefen Kinderwunsch, habe aber zu lange der Unentschlossenheit meines Ex-Partners nachgegeben und mich letzten Endes getrennt. Mittlerweile bin ich 37, die Zeit für den Aufbau einer stabilen Familie ist so gut wie abgelaufen.
Ich spiele mit dem Gedanken, allein eine Auslandsadoption zu versuchen (rechtlich möglich, geringen Erfolgsaussichten, ist recherchiert) oder aber sogar den Schritt zu Co-Elternschaft bzw. Samenspende zu gehen, wobei ich bei Letzterem noch große ethisch bedingte Bauchschmerzen habe. Die Adoption scheint jedoch ebenfalls in mancherlei Hinsicht risikobehaftet zu sein. Valide Studien zu den psychischen Auswirkungen der Entstehung durch Samenspende exisiteren noch nicht, sind im Aufbau (bislang mit positivem Ergebnis, solange Kontakt zum Spender hergestellt werden kann und die Identitätsfrage des Kindes dadurch geklärt), Studien zur Entwicklung von Kindern mit nur einem Elternteil sind vielfältig und widersprüchlich. Ich könnte einem Kind, bis auf den fehlenden Vater, ein emotional stabiles, finanziell abgesichtertes, gebildetes Umfeld bieten, bin beruflich gefestigt und als Lehrerin (Gymnasium, Leitungsfunktion) auch mit einem kinderfreundlichen Beruf gesegnet. Im Falle meines Todes könnten meine Schwester und mein Schwager, beide selbständige Zahnärzte, das Kind in ihre Familie aufnehmen.
Ein Lebensentwurf ohne Kind existiert, aber der Wunsch danach, ein Kind auf seinem Weg ins Leben zu begleiten und ihm eine schöne Kindheit als Grundlage zu bereiten ist groß und tiefgehend.
Sind meine Gedankengänge von zu großem Egoismus dem Kind gegenüber getrieben? Weiß ich nicht…
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Re: Adoption als Single

Postby Fuchs on 28 Jun 2016, 14:40

Mir ist ein Rätsel, welche psychischen Belastungen für das Kind sich aus einer Samenspende ergeben sollten. Dass Adoptionskinder aus dem Ausland oft eine dramatische Leidensgeschichte hinter sich haben, mit komplexen, dauerhaften Traumatisierungen, ist schon fast Allgemeinwissen, kommt von Elternseite Vorbelastung mit Drogenkonsum mit. Insofern würde ich eher auf eine Samenspende setzen (durchaus auf eine anonyme) und darauf, dass in der Schwangerschaft bereits eine richtige Buildung an das Kind entsteht.
Ich hätte deutlich weniger ethische Probleme und Bedenken mit einer Samenspende als mit der Verpflanzung eines wahrscheinlich schon etwas älteren, psychisch vorgeschädigten Kindes in einen andern Kultur- und Sprachraum. Ethisch verwerflich finde ich Auslandsadoptionen von Säuglichen gegen eine Menge Geld - unterstütze stattdessen bitte finanziell die Familie vor Ort, statt ihr Kind zu kaufen.
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Re: Adoption als Single

Postby kühn on 28 Jun 2016, 14:44

Es gibt vieles abzuwägen und zu bedenken. Ich bin selbst Mutter von drei Kindern und habe in jüngeren Jahren noch dazu Kurzzeitpflegekinder betreut. Zudem bin ich mit einem Ehepaar befreundet, welches selber zwei Kinder adoptiert hat.
Meine persönlichen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass auch die Chemie zwischen einem fremden Kind und mir stimmen muss, damit ich es wirklich von ganzem Herzen lieben kann.
Die Erfahrungen meiner Freunde mit zwei adoptierten Kindern zeigte, dass sie mit dem ersten sehr sehr viel Glück hatten, mit dem zweiten Kind waren sie sehr eingebunden in die entsprechende Pflege, da sich mit der Zeit sehr starke Entwicklungsstörungen herausstellten, die einer ganz besonders intensiven Betreuung und Zuwendung bedurften und später bestimmte Förderungsmaßnahmen, Schule etc. Beide Ehepartner waren sehr stark physisch und psychisch belastet. Diese Belastungen sind größer, wenn es nicht das eigene Kind ist.
Da ich auch nach dem Tod meines Mannes sehr lange alleinerziehend war, habe ich auch damit entsprechende Erfahrungen gemacht. Grundsätzlich war und ist es so, dass Kinder immer ohne Vater in einer Außenseiterposition verharren und diese Kinder spürbar damit zu tun haben, immer. Ein männlicher Part ist durch eine Frau nicht zu ersetzen. Es sind erfolgreiche, im Leben stehende, Menschen geworden, dennoch hängen ihnen diese Erfahrungen immer noch nach.
Eine Partnerschaft mit Kind oder Kindern, ob adoptiert oder nicht, anzustreben, ist auf jeden Fall schwieriger. Aber auch das muss es nicht unbedingt, wenn man das Glück hat, einen Menschen zu finden, der sich darauf einlassen kann.
Viel Glück !
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Re: Adoption als Single

Postby Lisa_vogt on 28 Jun 2016, 14:52

Ich würde an deiner Stelle versuchen, doch ein eigenes leibliches Kind zu bekommen. Ich würde da wahrscheinlich nicht so eine komplizierte Samenspende- oder Co-Elternschaft-Sache draus machen, sondern mich von einem Mann, mit dem du vielleicht eine leidenschaftliche Affäre hast, schwängern lassen, möglichst so, dass er weiß, dass es passieren kann, oder mindestens nicht entsetzt wäre, wenn es passiert ist. Du stellst ja im Nachhinein keinerlei Ansprüche an ihn, weil du es eh alleine wuppen würdest.
Meiner Erfahrung nach sind sehr viele Männer, die sich nicht so richtig binden möchten, so gestrickt, dass sie eine solche Zufallsschwangerschaft eigentlich nicht so schlimm finden, weil sie im Grunde ihres Herzens nicht total abgeneigt sind, ein Kind zu haben, nur wollen sie nicht zu sehr in Erziehung und Betreuung eingebunden werden. Ich kenne mehrere, die dann sogar doch zu einem ganz rührend engagierten Vater geworden sind, obwohl sie anfangs entsetzt waren, als die Frau, mit der sie sich in einer lockeren Affäre wähnten, schwanger war.
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Re: Adoption als Single

Postby majorka4 on 28 Jun 2016, 14:54

Es gibt noch eine Möglichkeit! Du kannst Dir Eizellen entnehmen lassen und sie einfrieren, so kannst Du in Ruhe weiter nach dem richtigem Partner suchen.
Ich finde die Möglichkeit der Co-Eltern interessant aber ich glaube, gerade so ein Konstruk würde Deine Chance auf einen vernünftigen neuen Partner schmälern. Bei der Samenspende ist das Risiko etwas kleiner, dass Du massiv Probleme mit einem neuen Partner bekommst.
Von der Adoption würde ich die Finger lassen. Du wirst als AE nicht so leicht ein Kind bekommen und wenn dann haben die Kinder massiv psychische und vielleicht auch körperliche Defizite.
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Re: Adoption als Single

Postby Maria Waldfogel on 28 Jun 2016, 14:56

Adoption als Single ist ganz ganz schwierig. Das mit der Co-Elternschaft könnte eine Chance haben, aber in Deutschland wo sich das Amt für die gesunden Babys direkt 10 Eltern aussuchen könnten, wird das nichts werden.
Und ein Bekannter von mir hat aus Russland adoptiert und obwohl er sehr gut verdient und lange verheiratet ist, hat er auch nur ein krankes Kind bekommen. Ich denke, deine Chancen stehen auf dem normalen Weg der Adoption sehr schlecht. Hast du dich denn schon bei Elite Partner angemeldet und versucht einen Partner zu bekommen? So 3 - 4 Jahre hast du doch noch Zeit eigene Kinder zu kriegen? Ich würde dort zweigleisig fahren, sprich beides vorantreiben. Eigene Kinder mit eigenem Partner und diese Co-Elternschaft. Das erhöht die Chance! Und man will ja später sich nicht vorwerfen es nicht versucht zu haben!
Maria Waldfogel
 
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