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Re: Ist das alles richtig?

PostPosted: 15 Jul 2016, 23:46
by naDin
Nein, ich hätte nie in Kind adoptiert, selbst wenn es mit einem eigenen nicht geklappt hätte (hat auch lange gedauert, ich hatte es zwischenzeitlich abgeschrieben) Für ein fremdes Kind hätte ich mein Leben nicht aufgeben wollen. Habe es in der Verwandtschaft erlebt, obwohl alles rechtschaffende Mittelschicht, dass die Adoptivkinder sehr undankbar waren, die Eltern vergleichsweise mehr Probleme (auch mit Kriminalität und Drogen) hatten, als andere Eltern mit ihren leiblichen Kindern.

Re: Ist das alles richtig?

PostPosted: 15 Jul 2016, 23:52
by Mefistofel
Meine beste Freundin wurde adoptiert und sie sagt, dass sie selbst überhaupt keine Probleme mit der Situation hätte, wenn nicht andere Leute ihr immer welche einreden würden! So nach dem Motto: "Das muss doch schlimm für dich sein, du kennst ja dann deine richtigen Eltern gar nicht, wie kannst du denn überhaupt glücklich sein" usw.
Dabei kam sie als Baby zu ihren Eltern und sieht sie deshalb ganz selbstverständlich als Mutter und Vater an. Und sie hat überhaupt kein Bedürfnis, ihre leiblichen Eltern zu suchen, da dies für sie komplett fremde Menschen sind, die sie noch dazu abgelehnt und im Stich gelassen haben, aus welchem Grund auch immer, Aber Außenstehende kapieren das irgendwie nicht.

Re: Ist das alles richtig?

PostPosted: 11 Sep 2017, 19:37
by Pika4u
Ich bin auch adoptiert worden. Als Baby mit 1 Jahr und drei Monaten. Mit drei Monaten kam ich zu meinen Adoptiveltern. Bis zur Adoption dauert es dann immer noch ein Jahr, zumindest damals. Meine Adoptiveltern konnten mir finanziell und auch von ihrem Bildungsniveau her die bessere Zukunft bieten und mich besser fördern. Aber nach wie vor ist es bis heute so geblieben, dass ich kaum etwas mit ihnen gemeinsam habe. Man sieht nichts, alle finden, ich sähe aus wie mein Adoptivvater. Aber charakterlich leben meine Adoptiveltern und ich in zwei getrennten Welten, auch wenn wir uns gut verstehen. Da meine leiblichen Eltern aus eher bildungsfernen Schichten stammten, kann man sich vorstellen, wie sehr ich gefördert wurde. Wenig bis gar nicht. Aber dennoch spricht aus meiner Sicht nichts gegen eine Adoption, insofern man nicht selbst davon ausgeht, man selbst hätte tolle Gene und man bekommt ein Kind mit schlechteren Genen, denn die machen nur ein Bruchteil aus. Es gibt ja auch keine "Produktion" von Adoptivkindern, die sind da und müssen untergebracht werden. Tut ihr es nicht, wird das Kind von einer anderen Familie adoptiert. Wenn sich jemand also in der Lage fühlt ein Kind zu erziehen, welches nur ähnliche, aber nicht die gleichen Gene hat, dann sollte er es tun.

Re: Ist das alles richtig?

PostPosted: 25 Sep 2017, 23:06
by Louisa1998
Wir haben auch 7 Jahre auf unseren Sohn gewartet. Wenn Ihr ein Kind aus dem Ausland adoptiert, was schneller geht, solltet Ihr Euch im Klaren darüber sein, dass Ihr immer auf dem Präsentierteller sitzt, ihr fallt einfach auf mit Eurem andersaussehenden Kind, und die Vermutungen, wie Ihr da dran gekommen seid, sind zum Teil wirklich haarsträubend.
Die Kinder fragen Euch nach dem warum und wieso, waren wir in Deinem Bauch, und Ihr müsst ihnen von Anfang an Rede und Antwort stehen. D.h. Ihr könnt die Antwort nicht totschweigen. Generell kann ich Euch sagen, adoptierte Kinder sind wie leibliche, und sie wachsen ganz normal auf und werden auch den deutschen Kindern zugerechnet. Meine sind beliebt, unser Sohn war im Kiga allgemein bekannt. Nachdem ich mich viel über die Herkunft von Adopivkindern und Wurzelsuche befasst habe, hätte ich mir gewünscht, ich hätte etwas von seiner Mutter erfahren bzw. ein Bild etc. von ihr bekommen, das hätte auch für mich manche Frage beantwortet. So aber hoffen wir immer noch, dass wir irgendwann Glück haben, diese Wurzeln zu finden...Bei unserer Tochter haben wir mehr Infos, wir hoffen, später einmal Kontakte knüpfen zu können.
Meine Kinder sind für mich in allererster Linie meine Kinder. Auch mein Mann und ich haben künstl. Befruchtung abgelehnt, bis zur Insemination haben wir es gemacht und dann war ganz definitiv zappenduster. Zu der Zeit lief die Adoption allerdings schon. Was vielleicht für Deinen Mann hilfreich wäre, wenn er vielleicht mal solche Familien kennenlernen würde. Viele Grüße

Re: Ist das alles richtig?

PostPosted: 28 Sep 2017, 11:45
by molly
Ich persönlich meine, dass an Adoption man zu allerletzt denken soll. Warum hast du solche Einstellung zur künstlichen Befruchtung? Die Ärzte in Kiwu-Kliniken helfen den tausenden Ehepaaren, ihr Kinderwunsch zu erfüllen. Warum denn willst du diese Möglichkeiten nicht auszunutzen? Außerdem wirst du eigenes Kind haben, das dir und deinem Mann ähnlich wird. Ich denke das ist eine gute Option.

Re: Ist das alles richtig?

PostPosted: 09 Dec 2017, 00:12
by Bibolina
Ich bin Adoptivkind und mir ist es sehr gut ergangen. Mein Bruder ist auch adoptiert (nicht mein leiblicher). Ich weiß, dass meine Eltern lange darum kämpfen mussten, dass sie ein zweites Kind adoptieren durften. Das lag damals am Alter meiner Eltern.
Wenn ihr euch entschließt, ein Kind zu adoptieren, dann solltet ihr euch darüber im Klaren sein, wie ihr dem Kind erklärt, dass es nicht aus deinem Bauch kommt. Ihr müsst immer mit Fragen rechnen. Wollt ihr denn eine offene oder eine Inkognito Adoption? Ich finde es gut, dass du dich hier schlau machst. Aber ich selbst kann Adoption für mich nicht vorstellen und habe eine EZSP gemacht und bin jetzt glückliche Mutter. Wenn es für dich aber ok ist, dann mache das und schenke einem kleinen Wesen die Liebe!