glückliche Erfahrungen

Re: glückliche Erfahrungen

Postby Fuchs on 25 Oct 2016, 16:55

Danke für eure interessanten und informativen Antworten! Es scheint tatsächlich sehr schwierig zu werden, ein Kind zu adoptieren! Ich werde mich deshalb wohl eher über Auslandsadoption oder die Aufnahme von Pflegekindern weiterinformieren. Natürlich würde ich auch gerne einem Pflegekind die Chance auf ein schönes Zuhause mit intaktem Familienleben geben und bin auch nicht abgeneigt, ein älteres Kind aufzunehmen - es muss nicht zwingend ein Kleinkind sein - aber ich weiß nicht ob ich damit umgehen könnte, wenn einem das Kind irgendwann wieder weggenommen wird... Schließlich sieht man das Kind ja als sein eigenes an, wenn es ins Familienleben integriert wird. Ob man einen solchen Verlust dann verkraften kann?
LG
Fuchs
 
Posts: 200
Joined: 16 Jun 2016, 19:29

Re: glückliche Erfahrungen

Postby Maria Waldfogel on 25 Oct 2016, 16:57

Unsere Asoptivkinder waren beide neugeboren. Beim ersten Kind hat es 10 Monate gedauert, beim zweiten 8 Wochen! Es ging superschnell. Das erste Kind kam über die normale Adoptionspflege, das zweite Kind über die Dauerpflege bis zur Verselbstständigung. Pflegekinder hatten wir vorher nicht. Mein Mann ist aber adoptiert und ich habe nicht leibliche Geschwister. Wir haben uns bewusst für die offene Adoptionsform mit Kontakt zur Herkunftsfamilie entschieden. Anonym adoptieren wollten wir nie.
Maria Waldfogel
 
Posts: 244
Joined: 14 Mar 2016, 16:22

Re: glückliche Erfahrungen

Postby naDin on 25 Oct 2016, 17:01

Ich kann dir nur raten, nur an anonyme Adoption zu denken. Ihr werdet mit einem angenommenen Kind niemals in Ruhe eine Familie sein. Die Herkunftsfamilie wird immer präsent sein. Real oder unterbewusst. Anonymität birgt wesentlich mehr Risiken. Wir haben gar keine Probleme mit unseren Kindern. Auch nicht mit der Herkunftsfamilie. Unsere Kinder gehen ganz selbstverständlich mit ihren Geschichten um. Wir haben adoptiert, also, auch alle Rechte, trotzdem haben wir weiter Kontakt zu Amt und biologische Familie. Wir empfinden das als sehr hilfreich und bereichernd. Auch bei einer reinen Adoption sind die ersten zwei Jahre Adoptionspflege und ihr werdet mit dem JA zusammenarbeiten müssen. Wenn ihr ein Kind annehmt öffnet ihr euren Familienkreis, das ist per se so.
Für uns fühlt sich das zu 100 Prozent richtig an. Mein Mann, seine Geschwister und auch meine haben keine Probleme mit ihrer Adoption. Allerdings sind alle offen adoptiert und wissen um ihre Wurzeln. Soziale Eltern hat man nur einmal.
naDin
 
Posts: 232
Joined: 14 Jun 2016, 18:25

Re: glückliche Erfahrungen

Postby Nala on 25 Oct 2016, 17:04

Bei Auslandsadoptionen muss ich leider immer an einen Fall in meinem Bekanntenkreis denken, der sehr tragisch ausgegangen ist. Das Mädchen war schon groß und kam damals aus Korea. Sie hat als Teenager sehr starke Identitätsprobleme entwickelt. Als ihre Adoptivmutter an Krebs starb, ist sie völlig abgestürzt, hat ihr eigenes Baby in eine Pflegefamilie gegeben und ist kurz danach an einem selbst verursachten Unfall verstorben
Ein Extremfall, klar, aber wir geben einem armen Waisenkind ein schönes Zuhause mit schönem Spielplatz und dann wird es ja so froh sein, dass es hier gelandet ist, ist doch arg rosarot gedacht. Wie wäre es denn, wenn ihr ein Pflegekind aufnehmt? Auch dem könntet ihr doch ein super Zuhause bieten.
Nala
 
Posts: 196
Joined: 21 Jul 2016, 23:43

Re: glückliche Erfahrungen

Postby omega on 25 Oct 2016, 17:11

Ich finde Deinen Wunsch prima! Die Empfehlung mit dem Pflegekind ist gar nicht so gut. Es sei denn, Du bist grundsätzlich willens und in der Lage, ein Kind mit geistiger Behinderung oder geringer Intelligenz und zahlreichen Verhaltensproblemen groß zu ziehen. Die Chance, hierzulande ein gesundes, normales, normal intelligentes Pflegekind zu bekommen, geht gegen Null. Ich spreche aus Erfahrung und Gesprächen mit vielen Pflegeeltern, die kein leichtes Los tragen. So was wird Dir aber kein JA verraten...Das hat übrigens oft nichts mit den Erfahrungen dieser Kinder zu tun, sondern eher mit ihren Genen. Zwar kann es passieren, dass intelligente Kinder ihr Potential ohne Förderung nicht ausschöpfen, aber umgekehrt kann niemand mit noch so viel Förderung, Liebe und Aufopferung das Potential eines Kindes erweitern, wenn es kaum eines hat. Wenn man weiß, aus welchen Familien deutsche Pflegekinder und auch Adoptivkinder kommen, kann man deren Potential leider erahnen.
Eine Auslandsadoption ist aber doch teuer und kostet viel Nerven. Da Südafrika die meisten Waisenkinder der Welt hat, muss man kaum fürchten, dass das Kind aus einer Familie gerissen wird, schon gar nicht wenn es bereits 2 oder 3 ist. Adoptivkinder aus Afrika und Asien machen hierzulande oft Abitur, was für eine normale geistige und verhaltensmäßige Veranlagung spricht. Aus Russland kommen leider oft auch alkoholgeschädigte, behinderte Kinder, es scheint, als würde man die besonders gern an ausländische Eltern vermitteln. Die Gefahr ist in Südafrika geringer, dort gibt es zwar auch viele solcher Kinder, aber sie werden dann doch nicht unbedingt vermittelt, da geht es doch seriöser zu. Manche adoptieren in Osteuropa wegen der Akzeptanz der Umgebung.
Alles Gute
omega
 
Posts: 246
Joined: 14 Mar 2016, 16:19

Re: glückliche Erfahrungen

Postby Pika4u on 25 Oct 2016, 17:21

Wir haben uns letztes Jahr auch mit diesem Thema auseinandergesetzt, wobei für mich nur eine Inlandsadoption in Frage gekommen wäre. Ich habe mich beim Jugendamt informiert und leider habe ich dann für mich schon aufgegeben, da gewisse Altergrenzen eingehalten werden müssen (Eltern dürfen nicht mehr als 30 Jahre älter sein als das zu adoptierende Kind).
Für manche Sachen habe ich echt Verständnis und wäre auch bereit, die vor irgendeinem Amt offenzulegen, aber an einer bestimmten Stelle hört es für mich auf, nämlich da, wo ich das Gefühl habe, dass Willkür anfängt.
Ich habe letztes Jahr 3FG hinter mir und habe mich für die erneute Schwangerschaft entschieden. Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass ich mich diesem Gefühlschaos aussetzen möchte, reine Willkür bei diesem doch ziemlich an die Nieren gehenden Thema. Da ich jedoch weiterhin Infos zu diesem Thema suche bzw. auch gerne mal Kontakt zu Eltern hätte, denen man mal konkret Fragen stellen könnte, würden vll. auch einige meiner Zweifel beseitigt?
Außerdem haben wir uns gar nicht mit dem Thema Auslandsadoption beschäftigt, alles was oben steht, ist mein Wissen im Hinblick auf Kinder. Ebenso wenig haben wir uns mit dem Thema Pflegschaft auseinandergesetzt, aber ich meine die Info zu haben, dass man auch nach einer Pflegschaft evtl. irgendwann adoptieren kann, bin aber hier total unsicher.
Liebe Grüße
Pika4u
 
Posts: 299
Joined: 04 Jan 2016, 16:13

Re: glückliche Erfahrungen

Postby Ruth on 25 Oct 2016, 17:30

Wir haben uns auch intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt, da es bei uns mit eigenen Kindern nicht klappt. Wir wurden zu einem Info-Abend eingeladen, auf dem die wichtigsten Informationen dargelegt wurden - allerdings zeigte sich schon hier, dass die Chancen für eine Adoption sehr schlecht stehen. In der Regel werden nur Säuglinge zur Adoption vermittelt und in den letzten 2 Jahren gab es bei uns im Kreis keine Adoption mehr. Die Veranstaltung war eigentlich mehr eine Werbung für die Pflegschaft - hier stehen die Chancen wohl ganz gut. Man muss sich das aber vorstellen können ...
Nach dem Info-Abend gab es ein Bewerberseminar mit allerhand psychologischen Spielchen, Fallbearbeitungen usw. Wir haben uns dann doch entschieden einen Adoptionsantrag zu stellen, da wir beide noch relativ jung sind und eigentlich auch vor hatten, uns bei anderen Jugendämtern zu bewerben. Der Adoptionsantrag ist relativ umfangreich, mit sehr persönlichen Fragen - auf die es gar nicht so einfach ist, immer eine richtige Antwort zu finden. Dazu kommt ein ausführlich geschriebener Lebenslauf sowie ein Motivationsbericht, ärztliches Attest usw.
Wir waren froh, als wir alles soweit fertig hatten und haben den Antrag abgegeben- aufgrund großen Arbeitsaufwands wurden wir dann aber zunächst vertröstet und in den Pool der ungeprüften Bewerber geschoben. Nur weil wir noch zweimal nachgefragt haben, wurde uns dann zugesichert, dass wir im Sommer geprüft werden.
Dann kam alles anders, unsere letzte ICSI war erfolgreich, ich bin in der 20. Woche und aus der Prüfung wurde nix. Wir haben zwar im Hinterkopf ggf. ein zweites Kind zu adoptieren - allerdings hat das Jugendamt nun von einer Prüfung abgesehen, da sich die Voraussetzungen geändert haben und sich unsere neue Situation auch erst mal einspielen muss. Große Kosten hatten wir bisher nicht. Eine Inlandsadoption ist auch nicht so kostspielig.
Ruth
 
Posts: 280
Joined: 10 Feb 2016, 20:37

Re: glückliche Erfahrungen

Postby Siri on 25 Oct 2016, 17:36

Da wir keine eigenen Kinder bekommen können, beschäftigen wir uns seit einigen Monaten mit dem Thema Adoption. Bisher noch rein theoretisch, da wir nicht verheiratet sind und die Chancen dann gleich Null sind. Aber nächstes Jahr wollen wir Nägel mit Köpfen machen.
Man muss nicht reich sein, aber halt ein normales Einkommen haben. Bei uns wäre es weit ueber den Zaheln und wir sind nun wirklich nicht reich. Sie wollen sich absichern, dass das Kind nicht auf staatliche Hilfe angewiesen ist. Beim Pflegekind sieht das anders aus. Man muss bei Adoption mit einem Verhältnis von 1 zu 20 rechnen. Also 20 Bewerberpaare auf ein Kind. Da wenige Kinder zur Adoption stehen und die meisten davon von Familienangehörigen oder Stiefeltern adoptiert werden.
Da du nach Auslandsadoption fragtest, braucht man die meisten Länder eine Unfruchtbarkeitsbescheinigung, die Ihr nicht bekommen würdet. Ausserdem spielt da auch das Geld wieder eine Rolle. Man muss angeblich mit ca. 15.000 EUR rechnen. Für Gebühren, Bescheinigungen, Seminare, Flüge, Übernachtungen etc. Für uns absolut unerschwinglich!
Wenn man schon eigene Kinder hat, ist das in Deutschland und im Ausland übrigens oft ein Ausschlusskriterium. Schliesslich gibt es ja noch ca. 19 andere Bewerberfamilien.
Was Pflege angeht. Es gibt übrigens nicht nur Kurzzeitpflege, wo es darum geht, einen Platz für eine kurze Zeit zu finden. Viele Kinder gehen in Langzeitpflege. Das heisst, sie bleiben bis sie erwachsen sind in den Pflegefamilien. Dir Ursprungsfamilien möchten die Kinder einfach nur nicht zur Adoption frei geben. Sie sind zwar nicht in der Lage, sich um die Kinder zu kümmern, aber es sind halt ihre Kinder und sie wollen sie nicht ganz hergeben.
Wenn ein Kind längere Zeit in einer Pflegefamilie war, wird es da normalerweise auch nicht mehr rausgenommen - egal wie sich die Verhaeltnisse der Ursprungsfamilie geändert haben. Es ist einfach besser für das Kind, wenn es in seinem gewohnten Rahmen bleibt.
Siri
 
Posts: 300
Joined: 06 Feb 2016, 19:25

Re: glückliche Erfahrungen

Postby sofi_e on 25 Oct 2016, 17:40

Es ist wirklich so, dass es viel mehr adoptionswillige Paare gibt als Babys, die zur Adoption frei gegeben werden - daher können Kriterien gestellt werden. Ausserdem haben diese Babys bereits eine tiefe Verletzung in sich, sie wurden von ihren leiblichen Eltern weggeben, nicht akzeptiert. Dieser Umstand prägt einen Menschen das Leben lang... Auch gestaltet sich die Entwicklung der Identität dieser Adoptivkinder viel schwieriger, als bei Kindern, die ihre biologischen Eltern kennen und bei diesen aufwachsen. Von daher finde ich es richtig, dass Adoptiveltern vorsichtig ausgewählt werden und auch dieser speziellen Aufgabe gewachsen sind.
Ältere Kinder können im Prinzip auch zur Adoption freigegeben werden, aber man belässt sie in diesem Fall besser in ihrem Kinderheim, da ein erneuter Wechsel der Bezugspersonen sehr schwierig und traumatisierend sein könnte. Und die wenigsten Eltern, auch wenn sie nicht in der Lage sind, sich um die Kinder zu kümmern, geben ihr Kind zur Adoption frei.
sofi_e
 
Posts: 195
Joined: 03 Jul 2016, 13:39

Re: glückliche Erfahrungen

Postby tilda on 25 Oct 2016, 17:46

Macht einen Termin beim Jugendamt (Stelle Pflegschaft und Adoption), da werdet ihr informiert werden. Man kann soweit ich weiss schon sagen, dass man nur ein Baby möchte , das verlängert die Wartezeit unter Umständen dann aber erheblich nach der Anerkennung als potentielle Adoptiveltern. Und solange ihr keine Auslandsadoption anstrebt, wird es ein Kind aus Deutschland sein, kommt es aus der Babyklappe könnte es türkische Wurzeln haben oder serbische, wer weiss das schon. Generell wird bei einer Vermittlung aber die Geschichte des Kindes, soweit bekannt, genannt und dann entscheidet man sich, ob man das Kind aufnehmen möchte oder nicht.
tilda
 
Posts: 351
Joined: 25 Feb 2016, 21:18

PreviousNext

Return to Adoption