Erfahrungsaustausch

Re: Erfahrungsaustausch

Postby majorka4 on 26 Dec 2016, 23:21

Vielleicht nimmt man sich gerade den Druck mit einem Adoptionsantrag - ohne, dass das adoptierte Kind natürlich ein Notnage sein soll, eh klar! Andererseits habe ich aber auch Bedenken beides parallel laufen zu lassen, weil jeder Weg für sich schon alleine eine ziemliche seelische Belastung ist. Und dann beides gleichzeitig? Wie man es dreht und wendet, es bleibt schwierig... Auf jeden Fall bin ich sehr froh, dass es die Möglichkeit einer Adoption gibt, auch wenn mir der Standpunkt meines Mannes seit heute wieder mal unklar ist. Ich wollte mit ihm heute beim Jugendamt anrufen und einen konkreten Erstberatungstermin ausmachen und er meinte dann: "Hat ja noch keine Eile, jetzt lass uns doch erst einmal im Sommer noch eine EZS versuchen!" Und was heißt das jetzt wieder? Doch keine Adoption? Sonst hat er diesen Weg immer befürwortet... :( Vielleicht ist heute auch nur ein schlechter Tag, aber im Moment bin ich ziemlich gefrustet.
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Re: Erfahrungsaustausch

Postby Agnes.frankes on 26 Dec 2016, 23:23

Wir hatten uns vor 4 jahren für Adoption in Deutschland bei unserem Jugendamt beworben, alle Seminare besucht und wurden in den Kreis der Paare aufgenommen, die bei Adoption in Frage kommen, ich war glücklich, hatte zwar auch schon von EZP gehört, aber auch, dass es sehr viele Versuch braucht bis man vielleicht ss wird, also eine Menge Nerven und eine Menge Geld, das hat micht zuerst abgeschreckt. Wir haben nie was vom Jugendamt gehört, bis sie uns letzten September am 2. nochmal besucht haben? Am 15.12 war mein TF und heute bin ich ss, vor 2 Tagen meldete sich das Jugendamt, sie hätten ein Baby für uns, wird im Januar geboren und wäre gleich vom KKH mit uns nachhhause gekommen- mein vorher grösster Wunsch...jetzt ist mein allergrösster Wunsch ja wahr, ich bin selber ss !
Agnes.frankes
 
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Re: Erfahrungsaustausch

Postby Louisa1998 on 26 Dec 2016, 23:25

Ich würde auf jedenfall schon mal beim Jugendamt anfragen. Manche Ämter verlangen die Teilnahme an einem Seminar, bevor der ganze Bewerbungsprozess beginnt. Das kann dann allein schon ein paar Monate dauern, bis man an dem Seminar teilnehmen kann. Andererseits hab ich auch schon gehört, dass bei anderen der ganze Bewerbungsprozess innerhalb eines halben Jahres fertig war und sie auf der Liste standen. Ist also ganz unterschiedlich. Evtl. gibt es bei euch auch andere Organisationen die Adoptivkinder vermitteln (kirchlich etc.). Bei denen ist der Prozess meist auch kürzer und evtl. die Wahrscheinlichkeit auf Vermittlung größer.
Ich weiss, es ist schwierig... Aber mir hat es eher geholfen, beides gleichzeitig zu versuchen. Ich dachte, ich habe also alles probiert was möglich ist und die Chancen auf ein Kind sind somit auch höher. Ich wollte ja auch nie später bereuen, dass ich eine Chance ungenutzt gelassen hätte. Und man wird ja dann immer älter und die Chancen (vor allem bei der Adoption) auch immer kleiner. Deshalb hatten wir beides versucht. Und du siehtst, bei uns hat auch beides nun geklappt. Ja, das Leben spielt manchmal wirklich verrückt. Sogar die Reihenfolge war so perfekt, denn wenn man schon ein eigene Kind hat kann man keines mehr adoptieren. Zuerst eine SS durch EZS / EMS und dann noch ein Adoptivkind wäre also nicht möglich gewesen.
Viele Grüße
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Re: Erfahrungsaustausch

Postby tilda on 26 Dec 2016, 23:27

Ich persönlich dachte auch nie, dass mein Leben so verläuft. Ich selber bin die ersten Jahre in einer Pflegefamilie aufgewachsen und wurde dann Adoptiert. Ich hatte mir schon immer mal vorgestellt ein Kind zu adoptieren bzw. ein Pflegekind auf zu nehmen. Jedoch wollte ich auf alle Fälle auch eigene Kinder. Ich bin in einer recht großen Familie aufgeachsen und wollte daher immer mehrere Kinder.
Als sich bei meinem Mann und mir irgendwann mal der Kinderwunsch entwickelte, probierten wir Kinder zu bekommen. Nach einigen Test stellte sich heraus, dass er einen Gendefekt hat und damit keine eigenen Kinder haben kann. Wir probierten es noch mit künstlicher Befruchtung, nur leider bekommen wir hier durch den Gendefekt keine Unterstützung von den Krankenkassen und mussten daher das ganze Geld selber auf bringen. Ein versuch kostete uns ca. 10.000. Das ist auch für uns sehr viel Geld und daher gaben wir dies auf und entschieden uns für eine Adoption.
Ich habe in der Zeit gelerbt, nie das Vertauen in mich und meinen Mann zu verlieren. Dies solltest Du auch nicht in Dich. Habe vertrauen in deine Entscheidung, lasse Dich jedoch zu nichts drängen. Wenn Du noch ein paar Fragen hast, melde Dich. Am besten Du vertraust auch hier dem Jugendamt.
Liebe Grüße
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Re: Erfahrungsaustausch

Postby omega on 26 Dec 2016, 23:29

Wir sind auch gerade mittendrin im Bewerbungsverfahren. Allerdings haben wir schon einiges erlebt in der Zeit und ich suche echt Menschen, mit denen ich mich darüber austauschen kann. Mir wird halt von meinem Heimatjugendamt, ich nenns mal so, gar keine Hoffnung gemacht. Sie haben versucht uns eher in die Richtung Pflegekinder zu drängen. Wer von Euch hat denn wie lange gewartet und es auch geschafft ein deutsches Kind oder ein in Deutschland lebendes Kind zu adoptieren? Bei uns sieht es wie folgt aus: wir haben einen Antrag ausgefüllt und schon mittlerweile den 4. Termin hinter uns gebracht. Allerdings fiel uns auf, dass wir nur über Pflegekinder gesprochen haben. Wir hatten nach einem Gespräch mit dem Jugendamt einen Antrag auf beides gestellt. Da wir auch auf diese Weise helfen wollten und weil man uns gesagt hat, beides geht. Na ja bei letzten Termin, der ein Hausbesuch war, haben wir gesagt, dass wir jetzt mal wissen wollen, wie es weiter geht. Und dann haben wir wieder einen Termin in 4 Wochen bekommen. Alleine das nervt mich total. Ich hab dann am nächsten Tag angerufen und gebeten den Termin doch mal in kürzeren Abständen zu halten, nein das geht nicht. Den Jagdschein könnten wir ja schon bekommen aber wann er den Sozialbericht schreiben soll, das weiß er nicht. Wir geben auf jeden Fall nicht auf
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Re: Erfahrungsaustausch

Postby Maria Waldfogel on 26 Dec 2016, 23:31

Die Ämter suchen dringend Pflegeeltern, daran mangelt es nämlich. Wir hatten uns auch für ein Adoptivkind beworben und unsere Vermittlerin hat auch diesbezüglich mit uns gearbeitet. Das Thema Pflegschaft wurde besprochen, aber nachdem wir es konsequent für das erste Kind abgelehnt haben, war das Thema durch. Beim Hausbesuch war dann eine zweite Person vom JA mit, die uns zu einer Pflegschaft überreden wollte. Da bin ich dann energisch geworden und hab sie direkt gefragt, ob sie sich mal die Gesprächsprotokolle durchgelesen hat, dann wüsste sie, dass wir das ablehnen. Ich dachte danach, dass wars für uns. Aber nein, unsere Vermittlerin hat gesagt, dass sie es gut fand, das wir tachless geredet haben. Und tatsächlich sind wir nur knapp vier Monate später Eltern eines Neugeborenen geworden. Ich will dir damit nur sagen, dass ihr genau sagen müsst, was ihr wollt. Es bringt euch und dem Pflegekind keine Punkte, wenn ihr euch damit nicht wohl fühlt. Naturlich sind die froh über Pflegeeltern, die werden ja gesucht.
Und wenn es bei euch im Bundesland schlecht aussieht, dann bewerbt euch mit eurer Abprüfung in anderen Ländern. Wir wollen jetzt einen Zweitantrag stellen und es sieht sehr gut aus...
Ich kann dir gern per pn schreiben, aus welchem Bundesland wir kommen.
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Re: Erfahrungsaustausch

Postby eva2Abel on 26 Dec 2016, 23:33

Mein Mann und ich konnten bis jetzt keine Kinder bekommen und haben uns daher für eine Adoption entschieden. Anfang Mai diesen Jahres haben wir uns bei unserem Jugendamt gemeldet und fühlten uns von Anfang an sehr gut aufgehoben. Die Dame war sehr ehrlich und hat nichts beschönigt. Das Gespräch hat uns in unserem Wunsch zu adoptieren bestätigt und wir haben das Adoptionsverfahten eingeleitet. Das ging dann auch alles sehr schnell, Ende August war die Dame vom JA zum Auswertungsgespräch bei uns und wir wurden als Adoptiveltern akzeptiert. Seitdem warten wir auf den Anruf. Sie hat uns richtig Hoffnung gemacht, z.B. In einer Mail schrieb sie, dass sie schon viele Kinder vermittelt hätte und wir schon in diesem Jahr eine Anfrage erhalten können. Bei einem anderen Gespräch meinte sie, dass wir zu einer kleinen Auswahl von 5 Bewerbern gehören unter denen sie entscheidet. Das macht Hoffnung aber auch großeAngst enttäuscht zu werden.
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Re: Erfahrungsaustausch

Postby kühn on 26 Dec 2016, 23:35

In unserer Region ist eine Frau für die Adoption zuständig. Die ist aber anscheinend total überfordert, denn sie hält Termin nicht ein, ist nie erreichbar oder ruft schon gar nicht zurück. Wie waren denn da deine Erfahrungen. Ich meine ich kann mich ja nicht beschweren, denn dann lässt sie den Antrag bestimmt erst recht liegen. Ich wäre ja schon mal froh, wenn wir wenigsten ein Erstgespräch hätten...Weiterhin würde mich interessieren, wie lange es im Durchschnitt so dauert, bis man ein Kind vermittelt bekommt, wenn ein positives Votum vorliegt. Was erfährt man von der Vergangenheit des Kindes und was erfahren die leiblichen Eltern? Was kann ich evenuell tun, um das Verfahren zu beschleunigen? Wir würden gerne einen Säugling adoptieren, eine Auslandsadoption lehnt mein Mann ab. Ich habe etwas Angst, dass das Jugendamt unseren Antrag kritisch sieht, da ich eine Fehlgeburt hatte und sie vielleicht denken, dass wir einen Ersatz wollen. (was aber natürlich nicht so ist) meinst Du das ist ein Problem?
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Re: Erfahrungsaustausch

Postby Bibolina on 26 Dec 2016, 23:37

Vor knapp 40 Jahren haben wir uns mein Mann und ich für eine Adoption entschieden – damals waren wir 24 und 27. 6 Monate später kam die erste SS und die große Tochter. 9 Jahre später auch die Kleine. Nächsten Samstag treffe ich die Kollegin mit den Pflegekindern.
Was soll ich sie so fragen? Ihr erstes Pflegekind hat sie mit 40 aufgenommen, ist jetzt knapp 50. Das Zweite kam paar Jahre später und vor kurzem auch das Dritte. Die beiden Großen sind echt toll, den Winzling kenne ich noch nicht. Wie gesagt, weiß ich nicht, ob ihr Mann Vollzeit beschäftigt mit den Kleinen ist und ob sie Geld dafür kriegen. Könnte sie aber fragen. Adoption ist natürlich immer besser als Pflege, du/ihr müsstet ihr euch aber darauf einstellen, was passiert, wenn ihr auch ein eigenes Kind bekommt. Das passiert nämlich viel öfter als erwartet und man muss eigene und Adoptivkinder gleichstellen. Könnte schon problematisch werden.
Liebe Grüße
Bibolina
 
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Re: Erfahrungsaustausch

Postby trixis on 26 Dec 2016, 23:40

Meine Kollegin war knapp 40, noch keine 3 Jahre verheiratet – ihr Mann ist etwa gleichaltrig, kein festes Einkommen, da beide freischaffend und kein Eigenheim. Die Checkliste sah so aus, dass sie gesagt haben: "Die wollen uns nicht". Daher die Entscheidung, mit der Pflege zu versuchen. Das erste Pflegekind war das einer gemeinsamen Bekannten, die geistesbehindert ist. Das Jugendamt war froh, Pflegeeltern zu haben. Inzwischen haben sie das dritte aufgenommen. Die Kollegin ist fest angestellt und sie beide haben ein echtes Landhaus erworben mit allen Vor- und Nachteilen. Kein Internet. Sie bekommen kein Kindergeld oder Elternzeit, dafür Pflegegeld, was weniger ist und keine Freizeit. Sie beide haben das im Griff: Die Kollegin ging für das zweite Kind in unbezahlten Urlaub und für das dritte auf eine halbe Stelle. Unser Arbeitgeber fängt das gut auf. Die Kinder sind alle drei prächtig, Hut ab den beiden! Doch Pflegeeltern müssen mit den leiblichen Eltern in Verbindung bleiben. Sie machen das über das Jugendamt, ist aber oft eine außergewöhnliche Belastung. Besonders, wenn sich nach 5 Jahren der Erzeuger meldet und sein leibliches Kind kennenlernen will. Obwohl er fast zeitgleich einige Halbgeschwister gezeugt hat.
Liebe Grüße
trixis
 
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