Gedanken an Adoption

Gedanken an Adoption

Postby Agnes.frankes on 28 Feb 2017, 21:32

Nach 10 Jahren endlosen Behandlungen IUI, ICSI, KRYO, Eizellspende… und keine Aussicht auf Erfog denken wir danach, von unserem KiWu Abschied zu nehmen. Im Moment denke ich, dass ich das ganz gut meistern werde... Doch habe ich auch Angst, was später einmal sein wird... ist von euch jemand auch in dieser Situation? Kann mir jemand sagen, ob es möglich ist loszulassen und ein Leben ohne Kind zu leben? Wir denken an Adoption aber es erschüttert mich sehr, was ich hier über Adoption und Pflegekinder gelesen habe. Wir haben gerade angefangen, uns über eine Adoption Gedanken zu machen. Bei den soeben gelesenen Beiträgen verliere ich ja fast schon wieder den Mut. Ich kann es einfach nicht glauben, daß nur hochgratig gestörte Kinder freigegeben werden und man keine Chance auf ein Kleinkind hat. Ich würde mich sehr freuen auch mal positive Erfahrungen zu hören. Viele Grüße
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Re: Gedanken an Adoption

Postby Engeline on 28 Feb 2017, 21:35

Also wir haben nur beste Erfahrungen bislang mit Ado gemacht. Unsere süße Tochter (übermorgen 5 Monate) liegt nach Ihrem Nachtfläschchen nun wieder im Bett. Wir haben den lange ersehnten Anruf vom JA bekommen, als sie 3 Tage alt war und durften sie direkt mit nachhause nehmen. Ich kann weder bestätigen, dass nur gestörte Kinder oder keine Säuglinge vermittelt werden. Es kommt eben auf das jeweilige Angebot an. Mit Angebot meine ich eben die zu vermittelnden Kinder. Natürlich muss man sehen, dass es häufig einen Grund für die Ado gibt und man nicht ausschließen kann, dass die Kinder nicht eine Vorschädigung haben, aber es gibt eben auch viele positive Fälle. Ich würde mich von Negativmeldungen keineswegs abschrecken lassen, denn es gibt auch viele, die positive Erfahrungen gemacht haben.
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Re: Gedanken an Adoption

Postby majorka4 on 28 Feb 2017, 21:37

Mein Mann und ich hatten bereits ein Vorgespräch bei einem Sozialarbeiter vom Jugendamt und der hat uns eine nüchterne Prognose gegeben (im letzten Jahr nur 1 einzige Adoption), obwohl die Chancen ja nicht gleich gen 0 zu sehen sind. Deswegen haben wir uns zusätzlich mit dem Thema Pflegekindschaft auseinandergesetzt. Erfahrungen haben wir noch keine gemacht, aber Hintergrundinfos des Sozialarbeiters haben uns schon eine Gesamtvorstellung der Situation ermöglicht. Sicherlich ist das auch von Kreis zu Kreis unterschiedlich, aber Adoption und Pflegekindschaft sind in der Regel die letzten Möglichkeiten nach Ausschöpfung aller anderen, so dass man fast wirklich zu dem Schluß kommen kann, dass es sich scheinbar wirklich unüberwindbare Probleme in den Herkunftsfamilien handeln könnte, was natürlich auch gewisse Spuren in den Kinderseelen hinterlassen haben dürfte. Umgekehrt habe ich auch Adoptivkinder kennengelernt von Bekannten, die einen guten Eindruck machen (soweit ich das aus meiner Distanz beurteilen konnte). Ich glaube vielmehr, dass bei Adoptiv- und Pflegekindern eine erhöhte Energie bei den Erziehungsbemühungen seitens der neuen Eltern vorhanden sein muß und auch in gewissem Maße erwartet wird. Und da muß sich jedes potentielle Elternpaar fragen, was es bereit ist zu opfern. Auch bei eigenen Kindern weiß man nie, was kommt.
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Re: Gedanken an Adoption

Postby Pika4u on 28 Feb 2017, 21:39

Auch wir haben nach erfolgloser KIWU Behandlung uns entschieden ein Kind zu adoptieren. Nach ersten Gesprächen im JA, die duraus positiv verlaufen sind, machten wir uns daran unsere Bewerbung zu erarbeiten. Diese liegt dem JA nun vor, mittlerweile besuchten wir zwei von drei Seminaren die in unserem Kreis Vorraussetzung für die Adoption eines Kindes sind. Das letzte Seminar findet morgen statt. Danach haben wir die Bewerbungszeit hinter uns und sind zugelassen ein Kind zu adoptieren, wie lange das dauert ist natürlich auch bei uns die Frage. In unserem Kreis sind jährlich wohl 2-3 Adoptionen und z.Z. sind drei Ado Eltern auf der Liste. Daraus schließen wir, dass wir im nächsten Jahr unser Wunschkind bekommen. Wir mußten auch einige Fragebögen ausfüllen und uns mit der Frage beschäftigen, was für ein Kind wollen wir und was nicht! Das ist uns sehr schwer gefallen, da wir meinen dass man dies nicht pauschalieren kann. Ich drücke allen die noch auf ihr Wunschkind warten die Daumen und mache jedem Mut
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Re: Gedanken an Adoption

Postby yourAngel on 28 Feb 2017, 21:42

Da kann ich dich leider nur zu gut verstehen! Aber ich denke auch, dass Frau sich innerlich mit jedem Versuch mehr an diesen Gedanken ran tastet... Du hast vollkommen recht, wenn du schreibst, dass wir uns ein Leben ohne Kinder auch sehr schön gestalten können und es wird Momente geben in denen wir es vielleicht auch mal genießen können aber die harten Augenblicke werden wohl leider überwiegen. Als ich einer Bekannten von unserem Abschied erzählte und dass ich jetzt unserer Kinderzimmer in ein schönes Gästezimmer verwandele, kam der wahrscheinlich gut gemeinte Spruch, dass wir es herrichten sollen und wenn wir es dann doch noch als Kinderzimmer gebrauchen könnten wäre es ja um zu schöner... wenn ich jetzt abschließe ist es für immer! Da wir auf natürlichem Wege 0 % Chance haben und wenn ich dann von einer dreifachen Mutter so eine Reaktion höre...genau das müssen wir lernen!
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Re: Gedanken an Adoption

Postby Lisa_vogt on 28 Feb 2017, 21:50

Auch wir haben über ein Jahr mehr als intensiv 5 Versuche hinter uns gebracht. 5 Icsi mit höchster Stimulation und der Hammer für meinen Körper, von der Seele mal ganz abgesehen. 2x davon ss. Beim letzten Versuch hatte ich schon mit abgeschlossen, da kam ein Anruf nach Blutabgabe, HCG 137. Ist doch ein toller Wert. Ich dachte, sie müssen mich verwechselt haben, wollte es partout nicht glauben. Als ich mich langsam damit angefreundet habe stieg der Wert nur recht langsam bis er sank. Soweit unsere Geschichte in Shortfassung. Das was ihr beschreibt ist richtig. Wir haben noch nicht ins frühere Leben zurückgefunden. Nur teilweise auch vor allem jobbedingt. Es wurde viel geschwiegen, Krankheiten meinerseits häuften sich... Das Immunsystem war oder besser scheint völlig lahm zu sein. Wär hätte das gedacht, dass diese Erlebnisse so kraftzehrend und lähmend waren. So ausgeliefert kam ich mir manchmal vor. Der Kopf kommt mit dem AUS gut klar und trotzdem gibt es noch diesen bleiernden Nachgeschmack des Kummers. Die Partnerschaft wurde durch die Problematik nicht einfacher im Gegenteil. Jeder verarbeitete auch viel für sich selber. Das ist normal und menschlich. Wie lange auch die Nachwirkungen bestehen bleiben körperlich und psychisch, hätte ich zu Beginn der Behandlung nicht vermutet. Heute weiß ich, dass ein Baby vielleicht mit 40 doch zu anstrengend gewesen wäre, weil ich müder und schwächer geworden bin. Kinder sind etwas Wundervolles. Vielleicht ist uns auch viel erspart geblieben, die Sorgen vor der Vorsorgeuntersuchung, mögliche Fehlbildungen, Fehlgeburten... Vielleicht sollte es doch bei uns so sein, dass es nicht klappt. Seid nicht zu traurig, wenn sie kommt, lasst sie zu, aber lenkt den Blick wieder auf euch selbst. Diese Perspektive ist uns während der Behandlung aus den Augen verloren. Alles drehte sich um KIWU.
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Re: Gedanken an Adoption

Postby Agnes.frankes on 28 Feb 2017, 21:54

Wir stehen zwar noch nicht vor dem endgültigen Aus, aber irgendwie rückt dieser Gedanke näher. Nach 5 neg. IUI und dem kürzlich erhaltenen Negativ der 1. IVF bin ich ziemlich down. Ich teste immer positiv, aber dann fallen die Werte. Trotz guter Voraussetzungen schaffe ich es einfach nicht weiter. Ich denke mal, dass sicherlich mein Alter eine große Rolle spielt (werde im März 40), aber dennoch schaffen es viele Frauen in diesem Alter noch. Jedoch wird der Leidensdruck immer größer. Es tut mir unheimlich weh, schwangere Frauen, Mütter mit Kinderwagen etc. zu sehen. Der Kinderwunsch ist so groß, dass er im Moment mein ganzes Leben beherrscht.
Angst habe ich auch davor, den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören zu finden. Aber da wird die Gesundheitsreform im nächsten Jahr schon für sorgen. Wir dachten an Eizellspende in Kiew aber unbegrenzte Versuche selber zu finanzieren, können wir uns nicht leisten und ich denke, dass ist auch nicht sinnvoll. Wir haben uns gesagt, dass wir noch 2 Versuche machen wollen und dass dann Schluss ist. Aber was ist, wenn dann die Gedanken kommen, vielleicht klappts ja beim 4. Versuch? Vielleicht solltest Du diesen noch ausprobieren? Natürlich kann man sich ein Leben ohne Kinder auch sinnvoll gestalten, aber ich habe Angst, diesen Schmerz nie überwinden zu können, dass er fortan mein ganzes Lebens bestimmt. Mein Mann und ich haben uns auch schon mit Idee, ein Adoptiv- oder Dauerpflegekind aufzunehmen, auseinandergesetzt. Ich merke, dass mich dieser Gedanke nicht mehr ganz so abschreckt wie anfangs. Obwohl wir uns sehr wohl bewusst sind, dass das keine einfache Aufgabe werden wird.
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Re: Gedanken an Adoption

Postby paprik_a on 28 Feb 2017, 22:08

Ich dachte auch am Anfang ich, hab alles gut im Griff. Es ist jetzt 9 Tage her dass der Test negativ war. Von der 4. ICSI. Die 3. endete mit einer FG. Die Blutung setzte schon nach 4 Tagen Medientzug ein. Seit gestern hab ich aber wieder total mit Traurigkeit zu kämpfen. Könnte grad immer heulen. Weiß aber manchmal gar nicht genau warum. Sind das noch die Hormone, die nach der Downreg einfach wieder auf das natürliche Niveau kommen müssen? Ich denke manchmal ich mach es mir zu einfach, nach dem 4. Versuch aufzugeben. Aber die Ergebnisse wurden immer schlechter, trotz höherer Dosierung und Einhaltung der Ratschläge von der Immunologie, eingestellter SD usw.
Sicher ist ein Leben ohne Kinder auch ein lebenswertes Leben, aber wie lange soll man versuchen, bevor man sagt es klappt eben nicht? Sind die 4 Versuche genug? Kann man seinem Körper noch mehr zumuten (bisher weiß ja noch keiner genau was die ganzen Medis in 20 Jahren mit einem machen, oder? Auch wenn man immer was anderes darüber hört). Ja, es kommt immer wieder die Frage, mache ich es mir zu bequem, jetzt schon zu sagen dass wir aufhören.
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Re: Gedanken an Adoption

Postby Siri on 28 Feb 2017, 22:15

Es ging mir da sehr ähnlich wie euch, ich war einfach auch nicht mehr bereit, noch einen weiteren Versuch zu starten. Wir waren uns vor Beginn der Behandlung schon im Klaren darüber, dass es nicht klappen muss, eigentlich hatten wir mit dem KiWu sowieso schon abgeschlossen, doch als dann die KK die Kosten übernommen hat, obwohl ich schon 40 war, da war es klar, wir probieren es. Die Enttäuschung war jedesmal riesig, klar, auch jetzt beim letzten Mal. Aber ich ahtte schon während der Stimu das Gefühl, so, dies ist das letzte Mal, egal, was passiert, das brauchst du dir nicht noch einmal anzutun. Und nach der Narkose der PU war es ganz genauso, einfach nur Erleichterung, dass es das letzte Mal sein würde. Klar hätten wir unheimlich gerne Kinder gehabt, aber wir sind einfach nicht mehr bereit, noch etwas zu tun. Ich will nie wieder solche Hormone nehmen müssen ... nie wieder diesen Stress. Ich muss sagen, inzwischen habe ich das leichte Tief, das mich natürlich beim endgültigen Negativ überkommen hat, gut überstanden. Ja, es geht mir gut, ich kann auch wieder auf die KiWu-Seiten schauen, nachsehen, wie es den anderen denn so ergeht, kein Problem mehr. Ich weiss, dass wir alles getan haben, was in unserer Macht stand, mehr geht nicht! Es waren jetzt 4 ICSIs innerhalb eines Jahres ... es reicht!
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Re: Gedanken an Adoption

Postby Ruth on 28 Feb 2017, 22:27

Ich habe mir gestern auch viele Gedanken über ein Pflegekind gemacht... ich weiß auch nicht, ob ich (egal was mein Mann davon hält) bereit wäre, solch einen Schritt zu gehen. Die Bekannte sagte mir, dass bei einem Dauerpflegekind niemand mehr das Recht hätte, das Kind zu holen oder sonstiges zu verlangen. Es ist echt schwer, auf der einen Seite würde ich gerne etwas machen, auf der anderen Seite habe ich Angst, meine so liebgewonnene Freiheit aufzugeben doch wenn ich dann wieder an später denke... ist zum verrückt werden
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