Gedanken an Adoption

Re: Gedanken an Adoption

Postby Louisa1998 on 28 Feb 2017, 22:30

Kurz zu mir: Wir üben erst seit September 2014 und sind seit Sommer 2015 in einer Kinderwunschbehandlung (schlechte und zu langsame Spermaqualität meines Mannes, mangelnder GBS-Aufbau meinerseits und ein nicht optimal durchlässiger Eileiter). Nach zwei erfolglosen IUIs haben wir dann aus Kostengründen eine ICSI im Dezember durchgeführt, die auch leider negativ war. Aufgrund der Kostensituation bleiben uns somit nur noch wenige Versuche…Jetzt meine Frage, die ihr hoffentlich nicht falsch versteht: Wie kann es sein, dass sich einige von Euch seit teilweise 8 Jahren in einer KiWu-Behandlung befinden? Wie kann man das durchhalten? Ich empfinde da wirklich tiefste Bewunderung und mich würde einfach interessieren, ob da zwischendurch auch monatelange Pausen waren und wie ihr es geschafft habt, in der Zeit abzuschalten? Mich machen die Medis, die ich zur Stimu, nehmen musste jetzt schon nach wenigen Monaten komplett fertig, mal von dem ganzen Psycho-Stress abgesehen...Ich bin jetzt an dem Punkt, an dem ich weitermachen möchte, um dann auch endlich abschliessen zu können. Entweder mit einer Schwangerschaft oder dem Fakt, das es bei uns einfach nicht klappen soll. Alle erzählen immer von den Pärchen, die abgeschlossen haben und dann hat es geklappt. Aber wie soll ich denn an den Punkt kommen, dass ich sagen kann, jetzt schliessen wir endlich ab? Sind das alles auch Gedanken, die Euch durch den Kopf geschossen sind? Seid Ihr Selbstzahler, dass ihr es immer wieder versuchen konntet? Über Eure Erfahrungen wäre ich wirklich sehr dankbar...
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Re: Gedanken an Adoption

Postby tilda on 28 Feb 2017, 22:32

Ich war insgesamt 7 Jahre in Kiwu-Behandlung, wobei ich immer nur 2 Icsis und 1 Kryo pro Jahr gemacht habe. Das restliche halbe Jahr habe ich dann ausgesetzt und meinen Körper und Seele zur Ruhe kommen lassen. Wie du siehst sind die Behandlungen (8 Icis's und 4 Kryo) über einen langen Zeitraum erfolgt. Abschalten in den Pausen ging bei mir eigentlich immer sehr gut. Meist sind wir in diesem Zeitraum in Urlaub gefahren und haben es uns gutgehen lassen. Da ich wusste dass eine Schwangerschaft auf normalem Wege einem 6er im Lotto gleichkommt, musste ich wenigstens nicht Monat für Monat dann hoffen. Wann der Zeitpunkt für den Schlussstrich kommt, ist wohl bei jedem anders. Eigentlich wollte ich nach der 6 Icsi aufhören, wurde allerdings im letzten Kryotransfer schwanger. Mit einer FG wollte ich meinen Kiwu nicht abschließen und so folgten die letzten 2 Versuche ohne den ersehnten Erfolg. Beim letzten Versuch wurde mir klar, dass ich nicht mehr weitermachen kann und will. Übrigens war ich nie Selbstzahler. Ich hatte das große Glück, dass mir meine KK nach den ersten 4 Versuchen nochmals 2 bezahlt hat. Nach der FG bekam ich nochmals 2 Versuche, hätte allerdings diese auch selber bezahlt, wenn die KK abgelehnt hätte.
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Re: Gedanken an Adoption

Postby yourAngel on 15 Apr 2017, 22:19

Ich kenne diese Gedanken. Wir haben jetzt noch 2 ICSI Versuch, welche negativ sind...danach sind wir komplett Selbstzahler :-( aber auch dann werden wir noch nicht aufgeben:) ABER auch wir haben uns bereits mit dem Thema Adoption auseinandergesetzt. Bei uns in Österreich beträgt die Wartezeit im Durchschnitt 3 Jahre. Man muss aber gewisse Voraussetzungen haben, bevor der Antrag gestellt werden darf. Darunter fällt auch, dass die Frau 28 Jahre und der Mann 30 Jahre sein muss und diese Voraussetzungen erfüllen wir erst nächstes Jahr :-). Mein Mann hat sich mit diesem Thema bereits mehr auseinandergesetzt und er möchte eigentlich schon nach seinem Geburtstag dieses Jahr im Oktober den Antrag stellen. Nun gut...bis dahin sind wir noch verschont mit grübeln und momentan glaube ich fest daran, dass es diesmal klappt. Trotzdem werden wir glaube ich, solange es das finanzielle zulässt, weiter versuchen, denn so einfach kann und will ich da nicht aufgeben :-) Ich kenne es, wenn man viel über Dinge nachdenkt, das ist auch okay, aber bitte mach nicht denselben Fehler wie ich und steigere dich zu sehr rein (ich weiss ist leicht gesagt). So wie es kommen soll so kommt es... Ich wünsch dir alles Bestes
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Re: Gedanken an Adoption

Postby Blüme on 12 Jun 2017, 09:07

Insofern war die Adoption von Kindern, also nicht "eigen-genetischer" Kinder jahrtausende alte familienbildende Tradition.
Es ist daher völlig abwegig und mehr als scheinheilig, Bedenken gegen "fremd-genetische" Wunschkinder ausgerechnet mit "Familienethik" zu titulieren. Hier muss man sich schon etwas besseres einfallen lassen und am besten auf den Begriff Ethik ganz verzichten.
Denn davon hat man sich sowieso in Deutschland schon in den 70-ger Jahren verabschiedet mit der völlig überzogenen kompletten Abschaffung der Schuldfrage (=Ethik) und schließlich der "Legalisierung" der Abtreibung von gesunden Embryos. Aktiver Verzicht (Abtreibung) auf Kinder und einseitige Auflösung ehelicher Bindung, noch dazu mit (potentieller) finanzielle Belohnung ist also realer Teil von "Familienrecht" geworden, eher mit antifamilierem Rechte zu titulieren.
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Re: Gedanken an Adoption

Postby Bibolina on 27 Sep 2017, 22:16

Also wir haben nur beste Erfahrungen bislang mit Ado gemacht. Unsere süße Tochter (5 Monate) liegt nach Ihrem Nachtfläschchen nun wieder im Bett. Wir haben den lange ersehnten Anruf vom JA bekommen, als sie 3 Tage alt war und durften sie direkt mit nachhause nehmen. Ich kann weder bestätigen, dass nur gestörte Kinder oder keine Säuglinge vermittelt werden. Es kommt eben auf das jeweilige Angebot an. Mit Angebot meine ich eben die zu vermittelnden Kinder. Natürlich muss man sehen, dass es häufig einen Grund für die Ado gibt und man nicht ausschließen kann, dass die Kinder nicht eine Vorschädigung haben, aber es gibt eben auch viele positive Fälle. Ich würde mich von Negativmeldungen keineswegs abschrecken lassen, denn es gibt auch viele, die positive Erfahrungen gemacht haben.
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Re: Gedanken an Adoption

Postby Lisa_vogt on 08 Dec 2017, 23:34

Auch wir haben nach erfolgloser KIWU Behandlung uns entschieden ein Kind zu adoptieren. Nach ersten Gesprächen im JA, die daraus positiv verlaufen sind, machten wir uns daran unsere Bewerbung zu erarbeiten. Diese liegt dem JA nun vor, mittlerweile besuchten wir zwei von drei Seminaren die in unserem Kreis Voraussetzung für die Adoption eines Kindes sind. Das letzte Seminar findet morgen statt. Danach haben wir die Bewerbungszeit hinter uns und sind zugelassen ein Kind zu adoptieren, wie lange das dauert ist natürlich auch bei uns die Frage. In unserem Kreis sind jährlich wohl 2-3 Adoptionen und z.Z. sind drei Ado Eltern auf der Liste. Daraus schließen wir, dass wir im nächsten Jahr unser Wunschkind bekommen. Wir mussten auch einige Fragebögen ausfüllen und uns mit der Frage beschäftigen, was für ein Kind wollen wir und was nicht! Das ist uns sehr schwer gefallen, da wir meinen dass man dies nicht pauschalieren kann. Ich drücke allen die noch auf ihr Wunschkind warten die Daumen und mache jedem Mut
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Re: Gedanken an Adoption

Postby Agnes.frankes on 21 Dec 2017, 01:27

Mein Mann und ich hatten bereits ein Vorgespräch bei einem Sozialarbeiter vom Jugendamt und der hat uns eine nüchterne Prognose gegeben (im letzten Jahr nur 1 einzige Adoption), obwohl die Chancen ja nicht gleich gen 0 zu sehen sind. Deswegen haben wir uns zusätzlich mit dem Thema Pflegekindschaft auseinandergesetzt. Erfahrungen haben wir noch keine gemacht, aber Hintergrundinfos des Sozialarbeiters haben uns schon eine Gesamtvorstellung der Situation ermöglicht. Sicherlich ist das auch von Kreis zu Kreis unterschiedlich, aber Adoption und Pflegekindschaft sind in der Regel die letzten Möglichkeiten nach Ausschöpfung aller anderen, so dass man fast wirklich zu dem Schluss kommen kann, dass es sich scheinbar wirklich unüberwindbare Probleme in den Herkunftsfamilien handeln könnte, was natürlich auch gewisse Spuren in den Kinderseelen hinterlassen haben dürfte. Umgekehrt habe ich auch Adoptivkinder kennengelernt von Bekannten, die einen guten Eindruck machen (soweit ich das aus meiner Distanz beurteilen konnte). Ich glaube vielmehr, dass bei Adoptiv- und Pflegekindern eine erhöhte Energie bei den Erziehungsbemühungen seitens der neuen Eltern vorhanden sein muss und auch in gewissem Maße erwartet wird. Und da muss sich jedes potentielle Elternpaar fragen, was es bereit ist zu opfern. Auch bei eigenen Kindern weiß man nie, was kommt.
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Re: Gedanken an Adoption

Postby yourAngel on 08 Jan 2018, 00:46

Da kann ich dich leider nur zu gut verstehen! Aber ich denke auch, dass Frau sich innerlich mit jedem Versuch mehr an diesen Gedanken ran tastet... Du hast vollkommen recht, wenn du schreibst, dass wir uns ein Leben ohne Kinder auch sehr schön gestalten können und es wird Momente geben in denen wir es vielleicht auch mal genießen können aber die harten Augenblicke werden wohl leider überwiegen. Als ich einer Bekannten von unserem Abschied erzählte und dass ich jetzt unserer Kinderzimmer in ein schönes Gästezimmer verwandele, kam der wahrscheinlich gut gemeinte Spruch, dass wir es herrichten sollen und wenn wir es dann doch noch als Kinderzimmer gebrauchen könnten wäre es ja um zu schöner... wenn ich jetzt abschließe ist es für immer! Da wir auf natürlichem Wege 0 % Chance haben und wenn ich dann von einer dreifachen Mutter so eine Reaktion höre...genau das müssen wir lernen!
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Re: Gedanken an Adoption

Postby Siri on 21 Jan 2018, 01:36

Nach 5 neg. IUI und dem kürzlich erhaltenen Negativ der 1. IVF bin ich ziemlich down. Ich teste immer positiv, aber dann fallen die Werte. Trotz guter Voraussetzungen schaffe ich es einfach nicht weiter. Ich denke mal, dass sicherlich mein Alter eine große Rolle spielt (werde im März 40), aber dennoch schaffen es viele Frauen in diesem Alter noch. Jedoch wird der Leidensdruck immer größer. Es tut mir unheimlich weh, schwangere Frauen, Mütter mit Kinderwagen etc. zu sehen. Der Kinderwunsch ist so groß, dass er im Moment mein ganzes Leben beherrscht. Angst habe ich auch davor, den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören zu finden. Aber da wird die Gesundheitsreform im nächsten Jahr schon für sorgen. Wir dachten an Eizellspende in Kiew aber unbegrenzte Versuche selber zu finanzieren, können wir uns nicht leisten und ich denke, dass ist auch nicht sinnvoll. Wir haben uns gesagt, dass wir noch 2 Versuche machen wollen und dass dann Schluss ist. Aber was ist, wenn dann die Gedanken kommen, vielleicht klappts ja beim 4. Versuch? Vielleicht solltest Du diesen noch ausprobieren? Natürlich kann man sich ein Leben ohne Kinder auch sinnvoll gestalten, aber ich habe Angst, diesen Schmerz nie überwinden zu können, dass er fortan mein ganzes Leben bestimmt. Mein Mann und ich haben uns auch schon mit Idee, ein Adoptiv- oder Dauerpflegekind aufzunehmen, auseinandergesetzt. Ich merke, dass mich dieser Gedanke nicht mehr ganz so abschreckt wie anfangs. Obwohl wir uns sehr wohl bewusst sind, dass das keine einfache Aufgabe werden wird.
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