Kaiserschnitt ?

Re: Kaiserschnitt ?

Postby tilda on 10 Dec 2017, 22:14

Ich habe mein erstes Kind im Krankenhaus bekommen auf natürlichem Weg. 2 Tage Wehen, Wehentropf, Schmerzen ohne Ende und mega Dammschnitt, es war die Hölle. Mein zweites wurde eine Hausgeburt, Wehen nur einen Tag und bis in die Nacht um kurz nach 12 Uhr. super Hebamme, Kein Dammriss, aber fast noch schlimmere Schmerzen. Für mich stand fest, das will ich mir nie wieder antun! Dieser Vorsatz hilt ca.22 Jahre, dann wollte ich doch noch mal ein Baby. Nach knapp 24 Jahren war es dann soweit. Am Entbindungstermin hieß es er sei zu groß, zu seinem und meinem Schutz lieber KS. Dachte das sei vielleicht sogar besser, denn vor der Entbindung hatte ich echt den Horror. Habe eigentlich die ganze ss gesagt, ich will nicht entbinden, egal wie, ich will aufwachen und plötzlich liegt er neben mir. Hat nicht geklappt, also KS. Danke nein, den will ich auch nicht wirklich noch mal. Ich konnte die ersten Tage vor Schmerzen gar nichts und hatte noch Wochen später Probleme, obwohl die Narbe super verheilt war... freiwillig will ich das auch nicht noch mal! Ich hoffe ich behalte meinen Krümel, weiß nur noch nicht wie ich ihn auf die Welt bekomme. Am liebsten möchte ich eines morgens aufwachen und feststellen es liegt und zufrieden, munter und gesund neben mir
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Re: Kaiserschnitt ?

Postby tilda on 07 Jan 2018, 23:16

Ich weiß jetzt nicht, ob dir individuelle Erfahrungen oder Meinungen etwas bringen, zumal du dich auch noch nicht über die medizinischen Fakten und die Hintergründe informiert hast.
Generell klingt deine erste Geburt nach einer normalen Spontangeburt ohne größere Probleme. Die Dinge, die passiert sind, sind normal und kommen sehr häufig vor. Was nicht heißt, dass ich der Meinung bin, dass das nicht trotzdem Grung genug für dich sein darf einen KS zu wählen. Ich persönlich bin der Meinung, dass jede Mutter das Recht hat ihr richtig zu wählen und das eine sehr individuelle Sache ist. Mit den Konsequenzen musst ja auch nur du leben und niemand anderes. Meine erste Geburt war auch eine relativ normale, komplikationslose Spontangeburt.
Die zweite war eine Totgeburt in der 24. SSW. Die dritte wird vermutlich ein Kaiserschnitt sein, und das auch ohne medizinischen Grund, sofern die Schwangerschaft weiterhin komplikationslos verläuft. Wenn du mehr über meine Gründe erfahren möchtest kannst du dich gerne an mich wenden. Ansonsten rate ich dir dich ausgiebig bei verschiedenen Stellen, die dein Vertrauen finden, zu informieren, damit deine Entscheidung für dich fundiert ist und du sie gut dir gegenüber vertreten kannst.
Alles Gute!
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Re: Kaiserschnitt ?

Postby Lisa_vogt on 13 Jan 2018, 23:00

Wie du selbst an deinem Beispiel siehst - keiner kann dir mit tödlicher Sicherheit etwas raten oder abraten... Du hast dich auf dein Gefühl verlassen und damit mehr als die richtige Entscheidung getroffen! Man möchte sich nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn die Ärzte erst beim Kindsaustritt bemerkt hätten, dass die Schnur zu kurz ist…Auch ich frage mich, wie ich es dieses Mal anstellen soll. Meine erste Geburt sollte auch ganz unkompliziert werden. War sie auch, 26 Stunden lang... bis zu dem Geburtsstillstand. Dann musste die Saugglocke her und man beförderte meinen Sohn sehr unsanft auf die Welt. Man verletzte mich dabei sehr doll. Ich musste unter Vollnarkose wieder zusammengeflickt werden und 10 Tage im KH verbringen... Ganz zu schweigen von der Panne mit der PDA...Das alles hätte vermieden werden können, wenn man, auf heutigem medizinischen Stand, einfach nur gesehen hätte, dass das Köpfchen meines Sohns einfach zu groß für mein Becken war, nämlich 38 cm! Wie soll ich mein zweites Kind entbinden? Auf so eine Horrorgeburt kann ich verzichten, zumal die seelischen Wunden noch sehr frisch sind (1,3 Jahre her). Verlass dich auf dein Bauchgefühl, das werde ich auch tun...Ganz liebe Grüße und glaub an dich!
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Re: Kaiserschnitt ?

Postby Ruth on 19 Jan 2018, 17:38

Ich hatte nach 15 Stunden Wehen ein Geburtsstillstand und dann ein Notkaiserschnitt: Ich möchte sowas nie wieder! Mir wurde der Moment genommen, wo man das letzte mal presst und dann den Zwerg gleich auf die Brust bekommt. Mein Sohn hat nicht geatmet, als er kam und so bekam ich ihn erst wenige Minuten später auf die Brust gelegt...es ist jetzt 9 Wochen her und ich habe das immernoch nicht alles verarbeitet. Ich hatte die erste Zeit das Gefühl ein Versager auf ganzer Linie zu sein...erst habe ich es nicht geschafft, ihn normal zu gebären und dann klappte das stillen hinten und vorne nicht...ich habe die ersten zwei Wochen so viel geweint! Ich hatte nie ein richtiger Milcheinschuss und konnte nur schwer stillen, auch durch die schmerzende Narbe! Ich konnte mich auch die ersten 1-2 Tage nicht richtig alleine um ihn kümmern, mein Mann hat alles gemacht...ich lag brach im Bett und hab zugeschaut und dachte wieder ich versage, das sollte doch alles die Mama machen, was der Papa gerade macht...Glaub mir, die Risiken eines KS sind so viel höher als bei einer spontanen Geburt! Auch beim KS kann es zu starken Blutungen kommen! Die Narbe ist auch nicht ohne! Jetzt kann ich das alles akzeptieren und genieße mein Zwerg in vollen Zügen...Ein KS beim zweiten wäre für mich der Horror. Diese Erfahrung bringt mich fast dazu kein zweites Kind zu bekommen
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Re: Kaiserschnitt ?

Postby Agnes.frankes on 28 Jan 2018, 02:29

Ich habe beide Kinder auf natürlichem Weg zur Welt gebracht. Eine Geburt ist ein sehr elementares Erlebnis, das dir deine Grenzen aufzeigt und dir bewusst macht, welch gewaltigen Kräfte man im Ernstfall mobilisieren kann. Und das Gefühl, sich das Kind unmittelbar nach der Geburt selber auf den Bauch zu legen, ist mit nichts anderem vergleichbar. Für das Kind selber ist es keine Frage: Bei einer natürlichen Geburt bestimmt es den Zeitpunkt seiner Geburt selber, es schüttet bestimmte Hormone und Botenstoffe aus und gibt somit aktiv das Signal zur Loslösung aus dem Mutterleib, während es beim KS zu einem beliebigen Zeitpunkt ohne Vorbereitung plötzlich aus dem Bauch genommen wird. Deswegen kommt es bei KS-Babys auch oft zu anfänglichen Atemproblemen bzw. müssen sie abgesaugt werden. Viele Babys müssen diesen Weg erst langsam verarbeiten. Es gibt viele medizinische Indikationen für Kaiserschnitt, und sollte ein wie auch immer geartetes Risiko für Mutter oder Kind bestehen, dann ist es sicher das Mittel der Wahl.
Ganz liebe Grüße
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Re: Kaiserschnitt ?

Postby Louisa1998 on 08 Feb 2018, 23:24

Hallo! Ich stehe vor demselben Problem…Ich bin 38 Jahre alt und bekomme im Februar mein 2. Kind. Alles geplant und gewollt! Bei meinen Sohn hatte ich mich sehr mit der normalen Geburt, wie auch mit dem Kaiserschnitt auseinander gesetzt, denn sowohl meine Mutter und meine Tante und ihre Tochter haben ihre Kinder nur per KS bekommen. Es heißt zwar nicht erblich, aber ich habe mich dennoch informiert. Es hieß einer normalen Geburt steht nichts im Wege. Dann habe ich über 20 Stunden in den Wehen gelegen und mir ging es immer schlechter, auch weil ich das Gefühl hatte mit meinen Kind stimmt was nicht. Alles normal wir können auf Bigen und brechen eine normale Geburt versuchen. Ich habe gesagt aufmachen, es geht um mein Kind.
Also bekam ich einen Kaiserschnitt, den ich sehr gut verkraftet habe. Es musste eine Vollnarkose sein und so habe ich meinen Sohn erst 2 Stunden später gesehen. Der Arzt meinte später zu mir, dass wir wahrscheinlich nicht um den KS gekommen wären, da die Nabelschnur viel zu kurz für den Weg nach draußen war. Jetzt hat mich meine FÄ gefragt, wie ich mir meine Geburt bei diesem Kind vorstelle. Und ehrlich gesagt, habe ich darüber auch schon nachgedacht. Aber was soll ich tun? Ich möchte auf gar keinen Fall einen geplanten KS. Also ich möchte, dass mein Kind den Zeitpunkt bestimmt. Aber geht das? Ich meine kann ich mit Wehen ins KKH und sagen, da bin ich und ich möchte einen KS? Oder will ich wieder versuchen normal zu entbinden? Fange ich dann an die Geburt von meinen Sohn zu vermissen? Fragen über Fragen
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Re: Kaiserschnitt ?

Postby yourAngel on 05 Mar 2018, 01:13

Wie du selbst an deinem Beispiel siehst - keiner kann dir mit tödlicher Sicherheit etwas raten oder abraten... Du hast dich auf dein Gefühl verlassen und damit mehr als die richtige Entscheidung getroffen! Man möchte sich nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn die Ärzte erst beim Kindsaustritt bemerkt hätten, dass die Schnur zu kurz ist…Auch ich frage mich, wie ich es dieses Mal anstellen soll. Meine erste Geburt sollte auch ganz unkompliziert werden. War sie auch, 26 Stunden lang... bis zu dem Geburtsstillstand. Dann musste die Saugglocke her und man beförderte meinen Sohn sehr unsaft auf die Welt. Man verletzte mich dabei sehr doll. Ich musste unter Vollnarkose wieder zusammengeflickt werden und 10 Tage im KH verbringen... Ganz zu schweigen von der Panne mit der PDA...Das alles hätte vermieden werden können, wenn man, auf heutigem medizinischen Stand, einfach nur gesehen hätte, dass das Köpfchen meines SOhnes einfach zu groß für mein Becken war, nämlich 38 cm! Wie soll ich mein zweites Kind entbinden? Auf so eine Horrorgeburt kann ich verzichten, zumal die seelischen Wunden noch sehr frisch sind (1,3 Jahre her). Verlass dich auf dein Bauchgefühl, das werde ich auch tun...Ganz liebe Grüße und glaub an dich!
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Re: Kaiserschnitt ?

Postby sofi_e on 08 Mar 2018, 23:24

Ich bin mir auch noch nicht sicher, wie ich unsere Kleine auf die Welt bringen will. Ich weiß nur so viel im Moment, dass sie reingekommen ist und auch wieder aus mir raus muss - nur wie? Mal tendiere ich zu einer natürlichen Geburt- Aussage meiner Hebamme dazu nach so viel Künstlichen Reinpfuschen, sollte wenigstens was auf natürlichen Wege von statten gehen. Aber der Kaiserschnitt ist bei mir so der bevorzugte Gedanke. Denn ich bin Blutgruppe B negativ und weiß aufgrund der Embryonenspende nicht, was unsere Kinderüberraschung so alles für uns übrig hat. Blutgruppe und so. Dann kommt noch die Angst dazu, dass auf den allerletzten Meter was schief geht wegen der Nabelschnur oder sonst irgendwas. Werde übernächste Woche mir einen Termin geben lassen in der Klinik, wo ich entbinden will und mal mit dem Arzt darüber reden. Vielleicht bin ich danach schlauer. Ich habe es noch nicht mal geschafft einen Geburtsvorbereitungskurs mitzumachen-sollte das schon ein Zeichen sein? Ich sage nur bei diesem sensiblen Thema ist guter Rat teuer!
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Re: Kaiserschnitt ?

Postby eva2Abel on 14 Mar 2018, 17:10

Ich persönlich hatte bei meinem Sohn einen KS nach Geburtsstillstand. Der Arzt im KH war völlig daneben (selbst mein Mann hat sich total über ihn aufgeregt) und hat nicht mal die Fruchtblase aufgepiekst bekommen. das hat dann irgendwann völlig entnervt die Hebamme übernommen. da war das Fruchtwasser dann auch schon grün. Ich selbst war nach 22 Stunden Wehen und einer schlecht gelegten PDA (der Anästhesist wollte nächsten Tag in den Urlaub...), die mehrmals nachgespritzt werden musste, völlig k.o. und die Herztöne vom Kleinen wurden auch immer schlechter. daraufhin gabs dann einen KS, bei dem sie mir auch nochmal eine Spritze verpasst haben, weil ich immernoch alles gespürt habe.. Im Nachhinein wurde dann auch noch gesagt "der Kleine hätte da ja nie durchgepasst". Keine schöne Geschichte, aber als ich ihn dann endlich das erste Mal gesehen habe, war schon wieder alles vergessen! Aber genau das ist der Grund, warum ich mich in der jetzigen SS sofort für einen KS entschieden habe und da wird mich auch niemand von abbringen, zumal mir auch niemand garantieren kann, dass es beim zweiten Mal anders laufen würde. Mach einfach, was du für richtig hältst
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Re: Kaiserschnitt ?

Postby eva2Abel on 17 Mar 2018, 00:32

Hallo,
meines Wissens wird eine Wunschsectio dann von der KK bezahlt, wenn ein Arzt die medizinische Notwendigkeit bescheinigt. Ich habe beispielsweise eine Arbeitskollegin, bei der aus psychischen Gründen ein KS durchgeführt wurde. Sie hat gemeint, dass sie problemlos von der KK eine Kostenzusage bekommen hat, da heutzutage viele Kliniken einen KS gegenüber einer vaginalen Entbindung bevorzugen. Die Gründe hierfür sind, dass die Kliniken für KS wesentlich mehr Geld bekommen als für vaginale Entbindungen und KS zudem planbar und zeitsparend sind. Ansonsten kann ich dir nur raten, dich von den anderen Beiträgen hier nicht verrückt machen zu lassen. Ich finde, dass die Risiken eines KS ziemlich übertrieben dargestellt werden. Man sollte immer bedenken, dass es auch bei einer Spontangeburt Komplikationen geben kann (Sauerstoffmangel beim Kind, Schulterdystokie, Beckenprobleme beim Kind, Entzündung durch Schwangerschaftsreste, etc.). Ich habe beispielsweise einige Freundinnen, die nach einer vaginalen Entbindung Verletzungen im Genitalbereich hatten und eine Zeit lang inkontinent waren. Bei einer Freundin von mir war es so, dass das Kind nach einer natürlichen Entbindung hohes Fieber sowie extrem hohe Entzündungswerte hatte. Außerdem hatte es noch mehrere Wochen nach der Entbindung Fruchtwasser in der Lunge sowie eine Hüftdysplasie. Desweiteren kann es bei Sturzgeburten ebenfalls zu Anpassungsstörungen beim Kind kommen, die eine Verlegung in die Kinderklinik erfordern. Warum es nach KS gehäuft zu Problemen bei der Mutter-Kind-Bindung kommen kann, ist mir nach wie vor rätselhaft. Ich habe eine wunderbare Bindung zu meinem Sohn und mir fehlt auch das Geburtserlebnis nicht.
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